EIN NEUER „VOLLEYROO“ KOMMT NACH FRANKFURT

  • United Volleys verpflichten australischen Nationalspieler James Weir
  • Heute in der Nations League gegen die DVV-Auswahl im Einsatz
Bei den australischen „Volleyroos“ zählt Mittelblocker James Weir (Mitte) inzwischen zu den etablierten Größen. (Foto: FIVB)

Ein United-Duell zum Auftakt der Volleyball Nations League (VNL) im italienischen Rimini: Wenn der Frankfurter Nationalspieler Noah Baxpöhler mit seinen DVV-Kollegen heute um 12 Uhr (live auf volleyballworld.tv) auf die australischen „Volleyroos“ trifft, begegnet er mit James Weir zugleich einem neuen Mitspieler und Positionskollegen. Sollten sich die zwei Mittelblocker sogar Auge in Auge am Netz gegenüberstehen, ist das für beide kein neues Gefühl. In der Bundesliga und beim Pokalsieg der United Volleys gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen trafen sie während der vergangenen Saison gleich drei Mal aufeinander. Der 25-jährige Weir, der zuvor schon für den TV Rottenburg aufschlug, geht mit den Uniteds in sein drittes Jahr in Deutschland. Das Besondere dabei: Zum dritten Mal heißt sein Cheftrainer Christophe Achten.

„Echter Wettkampftyp“ mit internationaler Erfahrung

„Die Möglichkeit, weiter mit ihm zu arbeiten, war auch einer der Gründe, aus denen ich mich entschieden habe, nach Frankfurt zu kommen“, verrät Weir. Genauso habe ihn aber auch die Chance gereizt, erstmals im Europacup antreten und in einer großen europäischen Metropole leben zu können. „Die Besetzung des Kaders ist sehr vielversprechend. Ich glaube, dass wir in allen Wettbewerben eine gute Rolle spielen können“, erwartet er. Zuvor hat er selbst noch ein hartes Sommer-Programm mit dem Nationalteam zu absolvieren. Neben der Nations League, die diesmal in einer vierwöchigen „Bubble“ stattfindet, stehen vor dem Bundesliga-Saisonstart noch die Asien-Meisterschaften in Japan an. Zwischendurch wird es deshalb nur zu einem Kurzbesuch zuhause in Canberra reichen.

Geboren wurde James Weir im kanadischen Saskatoon, zog dann jedoch mit der Familie nach Australien. Als Volleyballspieler für die „Bobcats“ der Brandon University in Manitoba kehrte er später in sein Geburtsland zurück. Bei den „Volleyroos“ hat er sich auf seiner Position inzwischen fest etabliert und geht bereits in seine dritte VNL-Saison. Vor zwei Jahren holte er mit der Auswahl bereits die Silbermedaille bei den kontinentalen Titelkämpfen. „Mit dieser internationalen Erfahrung wird er uns sehr helfen“, freut sich Coach Achten auf den Neuzugang. Weir sei ein „echter Wettkampftyp, der sich jetzt auch im Europapokal und neben Top-Spielern wie Noah Baxpöhler beweisen und in Frankfurt den nächsten Schritt in seiner Karriere auf Club-Ebene machen will.“

Sechs Spieler mit United-Historie in Rimini

Im Schnellangriff sieht der United-Cheftrainer den 2,04-Meter-Australier bereits als einen der Stärksten der Liga. Weiteres Steigerungspotenzial habe James Weir vor allem im Block, wenngleich er mit 32 Blockpunkten auch während der zurückliegenden Hauptrunde schon an sechster Stelle in der VBL-Statistik rangierte. Vor allem lobt Christophe Achten jedoch seine professionelle Einstellung, die er während der vergangenen zwei Spielzeiten tagtäglich erleben konnte: „James ist keiner der viel redet, aber wenn er etwas sagt, dann hat das immer Gewicht.“ Der so Gelobte will seinerseits „eine positive Herangehensweise mit ins Team bringen. Mein bestes Volleyball kann ich dann zeigen, wenn ich mich wohlfühle und zusammen mit den anderen Spaß habe.“

„Ich will mich selbst und damit die ganze Mannschaft weiter verbessern“, verspricht er. Aus Sicht von Noah Baxpöhler könnte er sich damit wohl ruhig bis zum Dienstantritt bei den United Volleys Zeit lassen. Die dynamischen und begeisterungsfähigen Australier, international immer für eine Überraschung gut, werden so oder so gleich zu Beginn zu einem echten Prüfstein für das Team Deutschland werden, zu dem insgesamt sechs Akteure mit United-Vergangenheit zählen. Sie alle hatten turbulente Tage zu überstehen, mussten sich innerhalb der Turnier-„Blase“ zusätzlich isolieren, nachdem ein vom Veranstalter gestellter Busfahrer corona-positiv getestet worden war. Umso größer ist die Freude darüber, gegen Weir & Co. zum ersten Mal seit fast eineinhalb Jahren wieder gemeinsam ein offizielles Match absolvieren zu dürfen.

 

Daten und Fakten:

James Weir:
Geboren: 20. Juli 1995 in Saskatoon/CAN
Position: Mittelblock
Größe: 2,04 m
Nationalität: AUS

Bisherige Vereine:

Canberra Heat (AUS)
Brandon University (CAN)
TV Rottenburg
Netzhoppers KW-Bestensee

Erfolge:

2. Platz Asienmeisterschaften 2019
Deutscher Vize-Pokalsieger 2021