DOPPELTES GLÜCK FÜR DIE VOLLEYBALL-REGION

  • Zuspieler Leon Dervisaj bleibt ein weiteres Jahr in Frankfurt
  • Ab sofort auch international für Deutschland spielberechtigt
Leon Dervisaj (Mitte) – nach einer halben nun eine komplette weitere Saison in Frankfurt (Foto: Corinna Seibert)

Ein weiterer Spieler aus der vergangenen Saison bleibt den United Volleys erhalten. Weihnachts-Neuzugang Leon Dervisaj besetzt eine der beiden Zuspielpositionen. Zum Rückrundenbeginn war er aus Lüneburg an den Main gewechselt, um zusammen mit Mario Schmidgall den Ausfall des erfahrenen Belgiers Matthias Valkiers zu kompensieren. „Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl gefühlt und das Vertrauen des Clubs gespürt. Das war und ist mir sehr wichtig“, erklärt der 24-jährige, warum er „den großen Wunsch hatte, weiter in Frankfurt zu spielen – auch schon bevor der neue Trainer feststand.“ Die Verpflichtung von Christophe Achten „hat mich dann natürlich zusätzlich gefreut, weil ich schon beim TV Rottenburg unter ihm trainiert habe und erleben konnte, wie viel er einer Mannschaft geben kann“, so Dervisaj.

Dank an Pokalheld Schmidgall

Chefcoach Achten hat seinerseits große Erwartungen an das Regietalent: „Leon hat in Rottenburg und zuvor in Herrsching gezeigt, dass enormes Potenzial in ihm steckt. Daran muss er nun wieder anknüpfen und sich beständig weiterentwickeln. Das traue ich ihm absolut zu“, erwartet der Chefcoach. Er setzt für die kommenden Saison wieder auf Konkurrenzkampf in der Schaltzentrale des hessischen Erstligisten. Deshalb soll noch ein weiterer starker Zuspieler dazu geholt werden. Auch über eine Fortsetzung der Kombination Dervisaj/Schmidgall hatte man nachgedacht. „Aber letztendlich erschien uns das für beide nicht als die optimale Konstellation“, erklärt Christophe Achten. Pokalsieger Schmidgall wird nun in der kommenden Saison für die Netzhoppers KW-Bestensee die Bälle verteilen.

„Er hatte wichtigen Anteil an unserem ersten Titelgewinn, das wird uns für immer verbinden. Umso mehr freuen wir uns, ihn in der Bundesliga wiederzusehen“, bedankt sich Geschäftsführer Guido Heerstraß bei „Super Mario“. Leon Dervisaj, der bereits in der zweiten Saisonhälfte regelmäßig Einsatzzeiten bekommen hatte, beim siegreichen Pokalendspiel aufgrund fehlender Spielberechtigung aber nur von außen zuschauen durfte, hat sich vorgenommen, „aus jedem Match das Maximum herauszuholen und in allen Wettbewerben so weit wie möglich zu kommen. Dafür müssen wir als Mannschaft zusammenwachsen und um jeden Punkt kämpfen.“ Sein großes Ziel bleibt darüber hinaus die Nationalmannschaft. 2020 hatte ihn Bundestrainer Andrea Giani bereits nominiert, das erste Länderspiel blieb bislang allerdings noch ein Traum.

Freundin Laura künftig beim VCW

Der Grund: Leon Dervisaj, im niedersächsischen Oldenburg geboren und im Alter von zwölf Jahren zusammen mit der Familie in die Schweiz umgezogen, wo sein Vater bis heute als Trainer arbeitet, wurde vom Weltverband FIVB stets als „Volleyball-Schweizer“ eingestuft, obwohl er nie eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Das ist seit wenigen Tagen aber Vergangenheit, der Verbandswechsel offiziell vollzogen und bestätigt. Damit ist Dervisaj ab sofort für die DVV-Auswahl spielberechtigt. Für die Volleyball Nations League, die für Deutschland am Freitag mit dem Spiel gegen Australien beginnt, kam diese Entscheidung zwar zu spät. Mit guten Leistungen bei den United Volleys könnte er sich jedoch in Zukunft wieder empfehlen.

Und noch einen weiteren, mehr als positiven Nebeneffekt hat der Wechsel in die Mainmetropole: Im Rhein-Main-Gebiet kann Leon Dervisaj demnächst sogar mit seiner Freundin zusammenleben. Die Schweizer Nationalspielerin Laura Künzler schlägt nämlich in der neuen Saison für den benachbarten Frauen-Erstligisten VC Wiesbaden auf. In der Landeshauptstadt werden beide auch eine gemeinsame Wohnung beziehen. „Das ganze Umfeld und die Region hat mir schon vorher gut gefallen. Dass wir jetzt gemeinsam hierherkommen können, wird mir auch mental zusätzlich helfen, immer mein Bestes zu geben“, freut er sich bereits auf die Rückkehr im August und die Chance, die United-Fans dann auch persönlich in der Fraport Arena als Passgeber auf und Charmeoffensive neben dem Feld für sich gewinnen zu können.