„BEKANNTE GESICHTER UND STARKE NEUZUGÄNGE“

  • Der neue Cheftrainer der United Volleys Frankfurt im Interview
  • Christophe Achten steckt bereits voll in den Kader-Planungen
Christophe Achten bringt klare Vorstellungen mit an seine neue Wirkungsstätte Frankfurt. (Foto: Oliver Schwandt)
Christophe Achten bringt klare Vorstellungen mit an seine neue Wirkungsstätte Frankfurt. (Foto: Oliver Schwandt)

Der Wechsel auf der Trainerposition bei den United Volleys mag viele überrascht haben – Für Christoph Achten und seinen neuen Club ist es alles andere als ein Start bei Null. Schließlich kennt  man sich schon seit zwei Jahren aus der Volleyball Bundesliga. Während man beim Frankfurter Erstligisten aufmerksam die akribische Arbeit des Belgiers in Rottenburg und bei den Netzhoppers verfolgte, gab es in der aktuellen Saison durch das Aufeinandertreffen im DVV-Pokalfinale zusätzliche persönliche Berührungspunkte. Dementsprechend hat der Coach im Interview schon relativ konkrete Ideen und Vorstellungen davon, wie er sich an seiner neuen Wirkungsstätte einbringen will.

Frage: Christophe, was war bisher von außen dein Eindruck von den United Volleys und was hat dich überzeugt, selbst hier einzusteigen?

Christophe Achten: Mich haben hier immer die Möglichkeiten mit der großen Arena und der Metropole Frankfurt im Hintergrund fasziniert. Was die United Volleys in ihrer kurzen Geschichte sportlich erreicht haben, ist mehr als beeindruckend. Bis auf die letzte Saison, die für alle Vereine keine normale war, haben sie eigentlich immer oben mitgespielt, waren drei Mal im Playoff-Halbfinale und sogar in der Champions League-Hauptrunde. Der Club konnte fantastische Spieler wie Dünnes, Zimmermann oder Reichert verpflichten. Auch zuletzt waren es Leute wie Malescha, Baxpöhler oder Schöps, die etwa im Pokalfinale den Unterschied ausgemacht haben. Das sind Bedingungen, die jeden Trainer reizen.

Frage: Hast du schon konkrete Vorstellungen von deinem zukünftigen Kader?

Christophe Achten: Mein Ziel ist, möglichst viele Spieler aus der vergangenen Saison zu halten, denn das Team war aus meiner Sicht sehr stark. Ich glaube, wir haben gute Chancen, dass das in den meisten Fällen auch klappt. In den bisherigen Gesprächen haben fast alle Spieler großes Interesse bekundet, in Frankfurt zu bleiben. Dass gilt für die Leistungsträger, aber auch für die jungen Talente, die wir weiterentwickeln wollen. Dazu brauchen wir auf einigen Positionen, insbesondere im Außenangriff, auf jeden Fall Verstärkung. Auch da haben wir bereits mit sehr interessanten Kandidaten gesprochen. Die Frankfurter Fans können sich also auf bekannte Gesichter und einige starke Neuzugänge freuen. Dazu dürfte es schon bald Neuigkeiten geben.

Frage: Wird es Veränderungen am sportlichen Konzept geben?

Christophe Achten: Die United Volleys waren sehr erfolgreich mit ihrem Modell, jungen deutschen Spieler die Chance zu geben, an der Seite gestandener Größen mit internationaler Erfahrung zu wachsen und sich zu verbessern. Die Rückbesinnung auf dieses Konzept hat schon im vergangenen Jahr begonnen, auch wenn es durch die Corona-Situation vielleicht nicht für alle so spürbar war. Das wollen wir zusammen mit dem Verein fortsetzen und ausbauen. Klare, professionelle Strukturen im sportlichen Bereich sind für mich sehr wichtig. Dazu gehört ein kompletter und gut vernetzter Stab mit dem Co-Trainer, für den ich einen hervorragenden Mann gewinnen konnte, den Physios und dem medizinischen Bereich.

Frage: Was war für dich ganz persönlich ausschlaggebend für die Entscheidung für Frankfurt?

Christophe Achten: Wer im Sport oder allgemein im Berufsleben Erfolg haben will, muss mit seiner Gesamtsituation auf Dauer glücklich sein. Das gilt für die Spieler, denen wir hier entsprechende Bedingungen bieten wollen, aber eben auch für einen Trainer. Ich bin im Dezember Vater geworden. Meine Frau und meine kleine Tochter nur selten sehen zu können, war für mich nicht leicht. Durch Corona war es selbst per Flug kompliziert, für wenige Tage nach Belgien zu reisen. Von Frankfurt aus geht das perfekt, zu meinem Heimatort sind es nur rund drei Stunden. So kann meine Familie mich oft besuchen, und wenn frei ist, kann ich auch mal selbst dort hinfahren. Dazu habe ich das Gefühl, dass wir hier in den kommenden Jahren viel in Gang bringen und erreichen können.