WEITERKÄMPFEN FÜR EIN „VOLLEYBALL-WUNDER“

  • Frankfurter verlieren erstes Playoff-Spiel gegen Düren
  • Beeindruckendes Debüt von Neu-„Youngnited“ Erik Röhrs
Kapitän Jochen Schöps musste mit seinen Uniteds zum Playoff-Start eine Niederlage einstecken. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys Frankfurt sind mit einer Niederlage in die Playoffs gestartet. Nach dem 1:3 (20:25, 28:26, 19:25, 16:25) am Mittwochabend zuhause gegen den Tabellenzweiten SWD Powervolleys Düren müssen die Pokalsieger vom Main am Sonntag ein kleines Volleyball-Wunder vollbringen, um das frühe Viertelfinal-Aus noch abzuwenden. Cheftrainer Juan Manuel Serramalera musste erneut auf seinen erfahrenen Landsmann Rodrigo Quiroga und „Hammertim“ Grozer im Außenangriff verzichten. Vor den 200 Fan-Avataren in der Fraport Arena sah er „das erwartet harte Match gegen ein Team, das sich während der ganzen Saison kaum eine Blöße gegeben hat. Düren hat mit seinen vielen Sprungaufschlägern von Anfang an enormen Druck auf unsere Annahme ausgeübt. Das hat im ersten Satz den Unterschied ausgemacht.“

Erfolgreiche Einwechslungen

In dem servierten die Powervolleys direkt drei Asse. Die Uniteds blieben dank spektakulärer Abwehraktionen von Libero Satoshi Ide und eine Angabenserie von Daniel Malescha bis zum 17:19 dran und präsentierten sich auch sonst als geschlossene Einheit. „Wir waren eigentlich sehr stabil. Das hat sich ausgezahlt, als wir uns im zweiten Durchgang besser auf die Dürener Aufschläge eingestellt hatten“, konstatierte Serramalera. Entscheidenden Anteil am neuen Schwung im Spiel hatte dabei der hereingekommene „Youngnited“ Erik Röhrs. Der zu den Playoffs nach Frankfurt gewechselte Junioren-Europameister und Kapitän des VC Olympia Berlin zeigte in seiner ersten Partie für die Hessen gleich sein riesiges Potenzial auf und war am Ende mit 12 Zählern zweitbester Scorer hinter „Legende“ Jochen Schöps (18).

Nachdem sie zwischenzeitlich bereits mit fünf Punkten hinten gelegen hatten, kämpften sich die Uniteds zum Comeback. Den Ausgleich zum 15:15 besorgte höchstpersönlich Zuspieler Leon Dervisaj, der Mario Schmidgall ersetzt hatte. Facundo Imhoff im Schnellangriff und mit dem Block gegen Dürens Alltime-Angriffswaffe Sebastian Gevert holte die 22:20-Führung heraus. Im Duell der beiden „Volleyball-Opas“ demonstrierte anschließend zwar der 39-jährige Ex-Nationalspieler Björn Andrae seinem zwei Jahre jüngeren Wegbegleiter und Ex-DVV-Kapitän Schöps, dass auch er noch einige Tricks im Aufschlag draufhat. Nach dem 23:23-Ausgleich waren es letztendlich die eingewechselten Dervisaj und Röhrs, die mit der Kombination aus starkem Aufschlag und eiskalt verwandeltem Abstauber das 1:1 sicherten.

Kocian bringt die Wende

In Satz drei knüpften die United Volleys zunächst nahtlos an ihre konzentrierte Block Block-Abwehr-Arbeit an und lagen auch dank „Abwehrkatze“ Schöps, der in seinem zweiten Volleyball-Frühling noch einmal in allen Elementen glänzte, zur ersten Technischen Auszeit 8:6 in Front. Bis zum 14:12 hielten die Hausherren das Sideout, dann sorgte Dürens Regisseur Tomas Kocian in spektakulärer Manier für die Wende im Spiel. Gleich fünf Mal hintereinander trat er an die Aufschlaglinie und servierte zwei Asse. Erst der „Mainblock“ zum 16:20 beendete seine Serie. Die scheinbar zum Greifen nahe Chance auf die Satzführung war da aber bereits verspielt. „Wenn man zu viele Möglichkeiten liegenlässt, wird das gegen solch einen Top-Gegner bestraft“, stellte der Cheftrainer fest.

So geschah es im vierten Durchgang, in dem die Powervolleys noch einmal aufdrehten. Die Gastgeber hängten sich in der Abwehr weiter voll rein und hatten am Ende einiger lang umkämpfter Rallys auch schlichtweg Pech. Dennoch gab es am Sieg des Favoriten nichts mehr zu rütteln. „Allzu viel können wir jetzt bis zum Rückspiel am Sonntag nicht mehr tun. Vor allem müssen wir uns körperlich und mental regenerieren“, stellte Juan Manuel Serramalera in Aussicht. Zumal die Chancen auf eine Rückkehr der beiden verletzten Leistungsträger nicht allzu gut stehen. „Düren ist bekanntermaßen sehr heimstark. Aber es ist wieder ein neues Match, und so müssen wir auch daran herangehen“, betont der Coach. Am Ende einer Saison voller Widrigkeiten und zugleich zahlreicher kämpferischer und emotionaler Höhepunkte hätte sich seine Mannschaft die Verlängerung sicherlich verdient.