„WAREN MENTAL EINFACH NICHT PRÄSENT GENUG“

  • United Volleys verlieren letztes Hauptrundenspiel gegen Bühl
  • Playoff-Start am Mittwoch gegen SWD Powervolleys Düren
Gegen Bühl fehlte den United Volleys nach anstrengenden Tagen die nötige Frische. (Foto: Corinna Seibert)

Auch wenn die Chance auf Tabellenplatz fünf durch den Punktgewinn von Konkurrent Lüneburg in Friedrichshafen letztendlich nur eine vorübergehende war, zeigte sich United Volleys-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera am Samstagabend unzufrieden mit der 1:3 (23:25, 20:25, 25:20, 20:25)-Niederlage im letzten Hauptrundenspiel bei den Volleyball Bisons Bühl. Daran änderte auch nichts, dass das Ergebnis keine wesentlichen Auswirkungen auf den Kalender für die bereits am Mittwoch beginnenden Playoffs hatte. Als Siebtplatzierter treffen die Frankfurter im Viertelfinale auf die SWD Powervolleys Düren. Nach dem geänderten Modus, mit welchem den aktuellen Pandemie-Bedingungen Rechnung getragen wurde, findet die erste Begegnung in der heimischen Fraport Arena statt. Drei Tage später geht es nach Düren, wo gegebenenfalls auch ein drittes Entscheidungsspiel ausgetragen würde.

Ärgerlicher erster Satz

„Uns hat heute einfach die nötige Frische gefehlt, um die angestrebte Leistung abzuliefern“, konstatierte Serramalera nach der Pleite gegen die Bisons, die sich dadurch ihrerseits noch die Playoff-Teilnahme sicherten. „Das war jetzt unser drittes intensives Match innerhalb von sechs Tagen. Nach den emotionalen Höhepunkten im Pokalfinale und gegen Friedrichshafen war es einfach schwer, die Konzentration und Spannung und Spannung aufrechtzuerhalten“, so der argentinische Coach. Bühl habe hingegen noch einmal alles mobilisieren können und sich den Platz in der Endrunde redlich verdient. Ärgerlich verlief aus Sicht der Gäste vor allem der erste Satz. Nach einem cleveren Leger von Routinier Jochen Schöps und einer Aufschlagserie des Ex-Bühlers Mario Schmidgall führten sie bereits mit 19:15, konnten aber den Sack nicht zumachen. In Durchgang zwei „waren wir dann zu viel mit uns selbst beschäftigt“, bedauerte Serramalera.

Erst danach bekamen die United Volleys, bei denen inzwischen Leon Dervisaj im Zuspiel übernommen hatte, ein stabiles Sideout hin und zeigten „ordentlichen Volleyball“, der ihnen in Satz vier allerdings wieder entglitt, „weil wir heute mental einfach nicht richtig präsent waren.“ Schon vor der Partie hatte der Cheftrainer darauf hingewiesen, „dass der Terminkalender für uns einen enormen Nachteil bedeutet. Wir mussten zwei Mal spielen, während fast alle anderen Pause hatten. Gerade am Ende einer Saison, wenn sowieso schon viele angeschlagen sind, wirkt sich das zwangsläufig auf die Fitness und Gesundheit der Spieler aus.“ So musste gegen Bühl neben dem argentinischen Nationalspieler Rodrigo Quiroga mit Tim Grozer ein weiterer Außenangreifer passen. Starke Schulterschmerzen nach den fünf Sätzen gegen Friedrichshafen machten seinen Einsatz unmöglich.

Einiges zu analysieren und bearbeiten

Ihn ersetzte der Bad Kreuznacher Jonas Reinhardt, der für seine beherzte Vorstellung Lob vom Trainer bekam. Längere Spielpraxis erhielt zudem Mittelblocker Jakob Günthör. „Er war bis zu seiner Corona-Erkrankung die meiste Zeit Teil unserer Stammbesetzung und wird in den Playoffs noch wichtig für uns sein“, betonte Serramalera. „Jetzt, wo es drauf ankommt, brauchen wir jeden im Kader.“ Viertelfinalgegner Düren sei über die gesamte Saison hinweg unglaublich stabil gewesen und habe die Uniteds zwei Mal vor eine unlösbare Aufgabe gestellt. „Das wird logischerweise sehr schwer“, sieht der Cheftrainer die Favoritenrolle klar verteilt. Aber: „Unsere Mannschaft hat genau in den Situationen, in denen es um Alles oder Nichts ging, großen Charakter und immer die richtige Einstellung gezeigt. Wir werden die Playoffs genauso angehen, wie die K.O.-Spiele im Pokal.“ Vorher wird es noch einiges zu analysieren und zu bearbeiten geben – Vor allem aber gilt es, in den wenigen Tagen bis zum Mittwoch noch einmal Energie zu tanken.