UNITED VOLLEYS MACHEN ES WEITER SPANNEND

  • Frankfurter trotzen Rekordmeister Friedrichshafen Punkt ab
  • Topscorer Daniel Malescha ärgert sich über „zu viel Quatsch“
Die Uniteds hätten im Tiebreak-Match gegen den VfB Friedrichshafen gern noch einen zweiten Punkt mitgenommen. (Foto: Corinna Seibert)

Wer gedacht hatte, die United Volleys würden sich nach ihrem ersten Titel-Triumph im DVV-Pokalfinale am Sonntag und der anschließenden Feiernacht auf den frisch erworbenen Lorbeeren ausruhen, sah sich nur drei Tage später beim knappen 2:3 (25:19, 23:25, 23:25, 25:19, 15:17) im Heimspiel gegen den Bundesliga-Rekordmeister VfB Friedrichshafen eines Besseren belehrt. Mit dem einen gewonnenen Punkt wahrten die Frankfurter ihre kleine Chance, am abschließenden Spieltag vor den Playoffs am kommenden Samstag noch auf Platz fünf vorzurücken. Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als ideal: gerade einmal zwei Trainingseinheiten, dazu ein Gegner, der seinen ersten Tabellenrang bereits sicher hatte.

„Lange Leine, kurze Leine“ in Satz eins

„Das war nicht einfach, sich auf dieses Spiel vorzubereiten, nach all den Emotionen am Sonntag“, schilderte Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. „In Lüneburg ist der VfB mit gerade einmal acht Mann angereist. Zu uns dann zwar mit komplettem Kader, aber die Aufstellung hätte so oder so aussehen können.“ Davon ließen sich die „Juaniteds“ aber nicht groß beeindrucken, begannen so schwungvoll, wie sie bei ihrer Pokal-Party knapp 72 Stunden zuvor aufgehört hatten. „Wir haben ihre Annahme wirklich konstant unter Druck gesetzt“, lobte Serramalera. Zum 15:11 in Satz eins steuerte selbst Mittelblocker Noah Baxpöhler ein Ass bei. Die Uniteds konnten sich sogar das Spielchen „Lange Leine, kurze Leine“ erlauben. Immer wenn die Gäste herangekommen waren, zogen sie direkt wieder davon.

Eine Angabenserie von Grandseigneur Jochen Schöps sowie Blocks von Mario Schmidgall und Tim Grozer sicherten frühzeitig die 1:0-Führung. Auch in Durchgang zwei lagen die Hausherren bis zum Stand von 22:21 permanent vorn, teilweise mit bis zu vier Zählern. Auf Friedrichshafener Seite verstand es zu dem Zeitpunkt lediglich Italien-Rückkehrer Linus Weber, die United Volleys mit seinen gefährlichen Aufschlägen zu grillen. „Aber dann haben wir uns durch einige umstrittene Bälle aus der Bahn werfen lassen und zu viel Quatsch gemacht, anstatt einfach unser Spiel durchzuziehen. Da ist es echt bitter, wenn man mit gerade einmal zwei Punkten verliert“, ärgerte sich später Topscorer Daniel Malescha, dessen Auftritt vom Spieltagssponsor Süwag zur „Energie­leistung des Spiels“ gekürt wurde.

Drittes Spiel innerhalb von sechs Tagen

Im dritten Satz lieferten sich beide Teams nach anfänglichen Vorteilen für die Uniteds ein langes Sideout-Duell. Die wiederum hitzige Schlussphase konnten erneut die Häfler abgeklärt für sich nutzen. Aufgeben war beim Pokalsieger aber keinesfalls angesagt. Mit cleveren Aktionen von Grozer und dem wichtigen Baxpöhler-Block zum 21:16 kamen die Frankfurter zum Satzausgleich. 8:6 lagen sie im Tiebreak beim Seitenwechsel in Front. Nach dem Block von Friedrichshafens Marcus Böhme gegen seinen langjährigen DVV-Kollegen Malescha war beim 10:10 jedoch wieder alles offen. Mit dem nächsten Block unter Beteiligung des frisch eingewechselten Kubaners David Fiel Rodriguez holte sich der VfB den ersten Matchball. Diesen und einen weiteren wehrten die United Volleys noch ab, dann landete ein eigener Angriff ohne Gegner-Kontakt im Aus.

„Jetzt werden wir die kurze Zeit bis zum Samstag nutzen, um uns bestmöglich auf das Spiel in Bühl vorzubereiten. Wir wollen weiter genauso engagiert um die drei Punkte und für Platz fünf kämpfen, auch wenn wir es nicht selbst in der Hand haben“, kündigte Juan Manuel Serramalera an. Für seine Mannschaft ist es immerhin das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen. Nur vier Tage später soll es dann am 10. März im Playoff-Viertelfinale weitergehen. „Das ist wirklich ein brutales Programm, das die anderen nicht haben. In dieser Saisonphase, in der es um alles geht, ist das keine gute Situation aus Sicht des Sports. Anscheinend gab es jedoch keine Alternativen“, bedauerte der Coach. Aber: „Wir haben wieder gezeigt, was wir draufhaben und wollen auch in den K.O.-Spielen ein unangenehmer Gegner bleiben, egal, wer dann kommt.“