IN DEN HERZEN DER FANS SPIELEN SIE WEITER

  • Saisonende für Uniteds nach zweiter Playoff-Niederlage in Düren
  • 0:3 gegen „die beständigste Mannschaft der bisherigen Saison“
Die United Volleys (Noah Baxpöhler) warfen noch einmal alles auf das Feld, dennoch war im Viertelfinale gegen Düren Schluss. (Foto: Corinna Seibert)

Sie gaben auch in dem Spiel, das zum letzten einer außergewöhnlichen Saison werden sollte, noch einmal alles. Kapitän Jochen Schöps zaubert trickreiche Aufschläge und Angriffsvarianten aus dem (dafür eigentlich viel zu kurzen) Ärmel. „Mister Zuverlässig“ Daniel Malescha stellte sich auf der ungewohnten Außenposition erneut in den Dienst der Mannschaft. Libero Satoshi Ide war der gewohnte Abwehr-Fels in der Brandung. Leon Dervisaj spielte sogar auf dem Rücken liegend noch die Bälle zu. Facundo Imhoff und Noah Baxpöhler blockten, was das Zeug hielt, waren dabei sogar erfolgreicher als ihre Gegenüber auf der anderen Netzseite. Und Playoff-Neuzugang Erik Röhrs stellte in seinem zweiten Spiel für die United Volleys als „Most Valuable Player“ eindrucksvoll sein riesiges Potenzial für die Zukunft unter Beweis. Dennoch ließ sich am Ende mit dem 0:3 (19:25, 28:30, 19:25) das Viertelfinal-Aus gegen die SWD Powervolleys Düren nicht verhindern.

Chance zum 1:1-Satzausgleich

„Uns war klar, dass es hier unglaublich schwer werden würde, nach der Niederlage im ersten Spiel noch das Blatt zu wenden. Düren war während der gesamten Hauptrunde schon die beständigste Mannschaft mit großer technischer Qualität und einer exzellenten Defensive“, stellte United-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera fest. „Aber unsere Spieler haben noch einmal Charakter gezeigt und wirklich alles aus sich herausgeholt.“ Zumindest in Satz zwei schien sogar noch mehr möglich, nachdem der erste Durchgang bis zum Stand von 18:18 auf Augenhöhe verlaufen und letztlich durch eine Dürener Aufschlagserie entschieden worden war. Hatte bei der ersten Begegnung am Mittwoch noch Zuspieler Tomas Kocian von der Grundlinie aus abgeräumt, so besorgte diesmal Tobias Brand die Führung für die Gastgeber.

Die Möglichkeit, zum 1:1 auszugleichen, war da, als die Uniteds bei 26:25 – erschmettert vom „jungen Wilden“ Röhrs – ihren ersten und einzigen Satzball hatten. Nach starker Dervisaj-Angabe blieb die Angriffschance jedoch im SWD-Block hängen. Zuvor hatte Dürens eingewechselter Routinier Björn Andrae einen Vorsprung der Frankfurter gedreht. Der 19-jährige Röhrs hatte die ersten beiden Satzbälle der Hausherren abgewehrt. Der insgesamt vierte sollte dann aber sitzen. „Danach war deren Selbstbewusstsein natürlich riesig, da konnten wir sie nicht mehr wirklich in Bedrängnis bringen“, konstatierte Serramalera. Der entscheidende Vorteil für die Powervolleys: „Wenn einer von denen mal nicht optimal drauf war, hatten sie immer noch eine andere Option.“

„Immer einhundert Prozent gegeben“

Das sah bei den United Volleys auch diesmal ganz anders aus. Mit Tim Grozer und Rodrigo Quiroga fehlten erneut beide Stamm-Außenangreifer. Angesichts dieser Umstände „können wir mit der Saison absolut zufrieden sein“, betonte der Chefcoach. „Wir hatten einen wirklich schwierigen Start und mussten den Kader mehrmals umbauen. Aber die Mannschaft hat immer einhundert Prozent gegeben und gefightet.“ Das galt am Sonntag selbst in Durchgang drei, in dem sich die Uniteds von 10:15 noch einmal auf 18:19 herankämpften. Ihre Belohnung haben sich die Frankfurter schon vor zwei Wochen mit dem Sieg im DVV-Pokalfinale geholt, dem ersten Titel in der knapp sechsjährigen Club-Geschichte.

Beispielhaft stand dafür auch beim letzten Saisonauftritt Olympiateilnehmer und Champions League-Sieger Jochen Schöps, der nichts unversucht ließ und in der Abwehr jedem Ball hinterher hechtete. „Es ist ein absolutes Geschenk für jeden Trainer und Mitspieler, jemanden mit seiner Klasse und Erfahrung neben sich zu haben“, würdigte Juan Manuel Serramalera. Ebenso hat aber auch jeder andere im Team 2020/21 Spuren in der Frankfurter Volleyball-Landschaft hinterlassen – in einer Spielzeit, die in vielerlei Hinsicht anders war als alle zuvor. Davon zeugen auch die vielen Dankes- und Sympathiebekundungen der Fans in den sozialen Medien und auf anderen Wegen. Obwohl nur die wenigsten sie tatsächliche live und aus der Nähe erleben durften, haben die Pokalsieger des Jahres 2021 es geschafft, sich für immer in die Herzen der United-Anhänger zu spielen.