„MAN MUSS AUCH GUT VOLLEYBALL SPIELEN“

  • United Volleys verlieren Auswärtspartie in Lüneburg
  • Nur ein Tag Pause vor nächster Reise in den Norden
Daniel Malescha und die United Volleys kehren mit leeren Händen aus Lüneburg heim. (Foto: Corinna Seibert)

Die „Bonuspunkte“, die sich die United Volleys mit ihrem überraschenden Tiebreak-Sieg vom Wochenende gegen die Berlin Recycling Volleys gesichert hatten, sind schon wieder aufgebraucht: Beim direkten Konkurrenten SVG Lüneburg gab es am Mittwochabend eine 0:3 (21:25, 20:25, 25:27)-Niederlage. Damit rangieren die Frankfurter vorerst zwar weiter auf Tabellenplatz vier. Angesichts von gleich fünf Verfolgern, die teilweise bis zu drei Partien weniger absolviert haben, dürfen sie sich allerdings keinen Ausrutscher mehr erlauben, wenn es mit einer aussichtsreichen Startposition für die Playoffs klappen soll. „Leider haben wir heute nicht die Leistung gezeigt, die wir uns vorgenommen hatten“, bedauerte Cheftrainer Juan Manuel Serrramalera nach dem Match in der Lüneburger Gellersenhalle.

„Nicht geschafft, dem Aufschlagdruck standzuhalten“

Dass es dort für die Uniteds nicht einfach werden würde, war vorher absehbar. Zu den zahlreichen Ausfällen der zurückliegenden Wochen und Monate gesellte sich diesmal der argentinische Routinier Rodrigo Quiroga. Mit seinem Muskelfaserriss aus dem Berlin-Spiel hatte er die Reise nach Niedersachsen gar nicht erst angetreten. Für ihn stand der selbst gerade erst nach längerer Verletzungspause ins Training zurückgekehrte Tim Grozer auf dem Feld. Auf der anderen Außenposition begann Weihnachts-Neuzugang Jonas Reinhardt – zwei 22-jährige also anstelle des 33 Jahre alten Olympiateilnehmers. „Wir haben es nicht geschafft, dem Druck standzuhalten, den die SVG mit ihren Angaben erzeugt hat“, analysierte Serramalera. „Da hat man gemerkt, wie viel Stabilität mit Rodrigo weggefallen ist.“

Die Gastgeber bestätigten von Beginn an ihre starke Rückrunden-Form. Zuvor hatte Lüneburg seit dem Jahreswechsel bereits vier von fünf Spielen gewonnen. Angesichts der wackeligen United-Annahme hatten Zuspieler Mario Schmidgall und seine Angreifer einen schweren Stand. Ganze 13 Mal wurden letztere von den „LüneHünen“ abgeblockt. Da auch die Niedersachsen einige Schwächen im Abschluss zeigten, verliefen die Sätze eins und zwei bis kurz vor Schluss offen und waren geprägt von vielen abenteuerlichen Ballwechseln. Erst dann profitierte Lüneburg von seinen geschickt eingesetzten Flatteraufschlägen und pflückte die Frankfurter Offensivkräfte reihenweise am Netz herunter. Zwischenzeitlich hatte für Schmidgall der Ex-SVGler Leon Dervisaj die Regie übernommen.

Grozer-Comeback mit drei Assen lässt hoffen

Der gebürtige Oldenburger war beim Lüneburger Hinrundensieg noch auf der anderen Courthälfte gestanden, hatte nach seinem Ausstieg bei den Norddeutschen und dem Ausfall von United-Kapitän Matthias Valkiers in Frankfurt angeheuert. Auch für ihn blieb die Aufgabe in der Schaltzentrale undankbar. Speziell am Ende von Durchgang zwei waren es gefühlt fast häufiger Libero Ide und Diagonalangreifer Malescha, welche aushilfsweise die verunglückten Annahmen zuspielen mussten. In Satz drei konnten die Uniteds einen anfänglichen Vorsprung nicht ins Ziel bringen. Dabei zog Grozer bei seinem Comeback gleich mehrfach aus schwieriger Position knallhart und mit Erfolg durch, servierte zudem insgesamt drei Asse.

Aber erneut waren die Hausherren Nutznießer von Frankfurter Abstimmungsproblemen, so dass es nicht zu mehr als einer Verlängerung reichte. „Die Mannschaft hat gekämpft und sich gewehrt – Um zu gewinnen, muss man jedoch auch gut Volleyball spielen“, stellte Coach Serramalera nüchtern fest. „So herausragend wir das gegen Topteams wie Friedrichshafen und die BR Volleys gemacht haben, so schlecht ist uns das heute gelungen. Deshalb hat Lüneburg verdient gewonnen.“ Lange ausruhen oder auf eine Entspannung der personellen Lage hoffen dürfen die United Volleys nicht. Nach nur einem Tag Pause in den eigenen vier Wänden geht es wieder Richtung Norden. Am Samstag steht bei den Grizzlys Giesen die nächste Mammutaufgabe an.