„FEWNITEDS“ MIT TIEBREAK-KRIMI

  • United Volleys holen wichtigen Auswärtssieg in Giesen
  • „Mit Charakter“ insgesamt sechs Matchbälle abgewehrt
Erstmals überhaupt konnten die United Volleys in einer Saison zwei Siege gegen Giesen feiern. (Foto: Corinna Seibert)

Das war spannend und so wichtig: Die United Volleys sind mit einem 3:2 (23:25, 25:18, 25:18, 20:25, 22:20)-Krimi gegen die Helios Grizzlys Giesen am Samstagabend nicht nur auf die Siegerstraße in der Volleyball Bundesliga zurückgekehrt, sondern haben sich auch die Chance auf eine gute Ausgangslage für die Meisterschafts-Playoffs erhalten. Denn da zählt direkt nach der Anzahl der eingefahrenen Punkte die der gewonnenen Spiele. Auf mittlerweile zehn kommen die Uniteds nach 18 absolvierten Partien. Nur das Top-Trio aus Friedrichshafen, Düren und Berlin hat noch (deutlich) mehr auf dem Konto. Dank der zwei Punkte aus Giesen verloren die Frankfurter lediglich einen Platz in der Tabelle und rangieren nun hinter Herrsching, das erwartungsgemäß gegen Schlusslicht VCO Berlin erfolgreich war, an Position fünf.

Block-Festival von Facundo Imhoff

Zwar hat die Konkurrenz noch einige Nachhochspiele zu absolvieren, doch am Schluss könnten durchaus Kleinigkeiten entscheidend sein. Dementsprechend glücklich war Cheftrainer Juan Manuel Serramalera, „dass die Mannschaft wieder einen so großartigen Charakter gezeigt und mutig bis zum allerletzten Ball gekämpft hat.“ Aus seiner Sicht wäre beim ersten United-Sieg überhaupt in der Hildesheimer Volksbank-Arena sogar noch mehr drin gewesen: „Wir hatten uns nach kleinen Startschwierigkeiten gut in die Partie reingearbeitet. Dann haben wir aber ein paar Punkte liegen lassen und den ersten Satz verloren. Wenn wir den holen, hätte das Ganze auch klarer für uns ausgehen können.“ In den folgenden zwei Durchgängen zeigten seine Männer nämlich „genau die richtige Reaktion“ und waren „in wirklich allen Elementen sehr gut.“

Serremalera hatte diesmal wieder auf die Erfahrensten unter seinen diesmal einsatzfähigen „Fewniteds“ gesetzt und – anders als bei der Niederlage unter der Woche in Lüneburg – die Variante mit Daniel Malescha auf Außen und „Legende“ Jochen Schöps im Diagonalangriff gewählt. Der verletzte argentinische Routinier Rodrigo Quiroga fehlte auch gegen die Grizzlys. Sein Landsmann Facundo Imhoff bescherte den United Volleys mit seinem Block gegen Giesens Mayaula zum 3:2 im zweiten Satz die erste Führung überhaupt. Laut offizieller Spielstatistik war der 32-jährige am Samstag ganze sechs Mal am Netz unüberwindbar. Nach der Auswertung von United-Assistenztrainer Agustín Briscioli waren ihm sogar unglaubliche neun der insgesamt 15 „Mainblocks“ zuzuschreiben.

Grozers Aufschläge und Ides Harakiri-Abwehr

Auf den wohl herausragendsten Wert des Tages kam allerdings der zum „Most Valuable Player“ gekürte Noah Baxpöhler. Er versenkte rund 90 Prozent seiner Schnellangriffe und erzielte insgesamt 15 Zähler. Erfolgreich waren die Frankfurter in wichtigen Situationen auch mit dem Aufschlag. Waren es in Durchgang zwei zunächst Malescha und Schöps, die direkt punkteten, demonstrierte im dritten Satz „Hammertim“ Tim Grozer bei seinem zweiten Comeback-Auftritt seine weiter ansteigende Form. Seine und Maleschas Angriffe aus dem Hinterfeld erwiesen sich ebenfalls als entscheidende Zutat zum United-Erfolgsrezept. In Satz vier „hat Giesen dann aber im Service alles riskiert und einige lange Rallys für sich verbuchen können. Leider waren wir über das ganze Spiel hinweg nicht so stabil wie angestrebt“, stellte Trainer Serramalera fest.

Den wiedergefundenen Schwung nahmen die Hausherren mit in den Tiebreak, lagen beim Seitenwechsel 8:4 vorn. Eine Angabenserie von Altmeister Schöps brachte die Uniteds heran, aber dennoch hatten die Grizzlys bei 11:14 aus Frankfurter Sicht drei Matchbälle. Den ersten wehrte Grozer mit einem platzierten Ball ab und schritt anschließend zum Aufschlag. Gegen den war trotz Auszeit von Giesen-Coach Itamar Stein kein Kraut gewachsen. Ein Block von Malescha brachte tatsächlich den Ausgleich. Der für Mario Schmidgall eingewechselte Zuspieler Leon Dervisaj sorgte zunächst im Block mit Imhoff (17:16) und später mit einem Ass (21:20) dafür, dass der Vorteil zu den Uniteds wechselte. Die machten im vierten Anlauf den Sack zu: Zwei mal rettete Libero Satoshi Ide mit Harakiri-Abwehr, dann packte Kapitän Schöps sein „goldenes Handgelenk“ aus und versenkte kurz-cross zum lautstark gefeierten 22:20.