DIE „JUNGEN WILDEN“ WERDEN IMMER JÜNGER

  • United Volleys reisen zum Auswärtsspiel nach Lüneburg
  • Bangen um TV-Heimspieltermin gegen Friedrichshafen
Der Ex-Lüneburger und Neu-United Noah Baxpöhler (links, rechts Linus Hüger) weiß um die schwere Aufgabe gegen die SVG. (Foto: Corinna Seibert)

Zahlenmäßig weiterhin nicht voll auf der Höhe, aber immerhin mit noch einmal gestärktem Selbstbewusstsein treten die United Volleys Frankfurt nach dem Überraschungssieg gegen die Berlin Recycling Volleys vom Wochenende die nächste Auswärtsreise an. Mittwochabend um 19 Uhr geht es gegen die SVG Lüneburg. Beschäftigen dürften die Hessen während der Anreise nicht nur die winterlichen Verhältnisse im Norden Deutschlands. Nachdem sie zuhause bislang von größeren Wetterkapriolen verschont geblieben waren, hoffen sie, die rund 500 Kilometer nach Niedersachsen in einem einigermaßen überschaubaren Zeitfenster hinter sich bringen und sich voll auf das anstehende Match konzentrieren zu können.

Weiter Nehmer-Qualitäten gefragt

Immerhin gilt es dort noch etwas gutzumachen. Im allerersten Saisonspiel waren die Uniteds der SVG in eigener Halle mit 1:3 unterlegen. „Damals standen wir noch ganz am Anfang unserer Entwicklung und mussten gerade den Dauer-Ausfall unseres Leistungsträgers Floris van Rekom verkraften“, erinnert sich Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. „Seitdem hat die Mannschaft aber riesige Fortschritte gemacht, wie gegen Berlin eindrucksvoll zu sehen war. Vor allem der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe, mit dem wir alle Rückschläge weggesteckt haben, hat mir imponiert.“ Diese Nehmer-Qualitäten bleiben bei den Frankfurter weiter gefragt.

Nachdem bei Tim Grozer, mit dessen lädierten Knien man nach wie vor kein unnötiges Risiko eingehen will, ein Einsatz fraglich ist, ist mit Rodrigo Quiroga ein weiterer Patient dazugekommen. Der zuletzt so stark auftrumpfende argentinische Olympiateilnehmer war gegen die BR Volleys am Ende von Satz vier mit einer Oberschenkelverletzung vom Feld gehumpelt. Schon im Hinspiel war er, damals frisch in Deutschland angekommen und nach einem positiven Corona-Test noch in Quarantäne, nicht dabei gewesen. Dafür hatte im Oktober der junge Grozer der Partie seinen Stempel aufgedrückt und mit einer hammerharten Aufschlag­serie für den einzigen Satzgewinn gesorgt.

„Wichtig, die Ruhe zu bewahren“

Nun wird viel davon abhängen, ob die noch „jüngeren Wilden“ Linus Hüger und Jonas Reinhardt auf Außen erneut eine so stabile und unerschrockene Leistung abliefern wie am Samstag. Beim ersten Aufeinandertreffen hatten vor allem der „LüneBlock“ mit Kapitän Michael Schlien und die scharfen Angaben der Norddeutschen den Uniteds zu schaffen gemacht. „In der kleinen und niedrigen Gellersenhalle ist es vor allem wichtig, die Ruhe zu bewahren und in der Annahme sicher zu stehen“, erklärt United-Nationalspieler Noah Baxpöhler. Er muss es wissen, schließlich war er von 2017 bis 2019 selbst eine feste Größe in der Lüneburger Mitte. Die Partie bei der SVG hatte eigentlich am 27. Dezember stattfinden sollen.

Wegen der damaligen unsicheren Corona-Situation nach den Weihnachtsfeiertagen war sie verlegt worden und wird nun unter der Woche nachgeholt. Ungleich dramatischer sieht es in Sachen Spieltermin derzeit für den letzten Hauptrunden-Heimauftritt der United Volleys am 20. Februar gegen Friedrichshafen aus. Beim Gegner wurden der komplette Trainerstab mit Ex-United-Coach Michael Warm sowie drei Spieler positiv getestet, die Mannschaft deshalb aus der Champions League zurückgezogen. Sollte es quarantänebedingt zu einer Verschiebung des geplanten SPORT1-Live-Matches kommen, würde das die Frankfurter angesichts des Pokalfinals und der weiteren wichtigen Spiele in der Bundesliga vor eine ordentliche Herausforderung stellen.