WICHTIGE WINTERREISE FÜR DIE UNITEDS

  • Frankfurter Erstligateam am Samstag in Herrsching gefordert
  • Trainer Serramalera froh über doppelte Zuspiel-Option
Daniel Malescha will seine starke Form auch gegen seinen Ex-Club Herrsching unter Beweis stellen. (Foto: Corinna Seibert)

Größere Schneemengen bekamen die Spieler der United Volleys Frankfurt auf ihren Auswärtsfahrten der vergangenen Jahre eher selten zu Gesicht. Bis nach Weißrussland oder ins österreichische Innsbruck musste man dazu reisen. Für das kommende Wochenende dürfen sich die Hessen wieder einmal auf winterliche Verhältnisse einstellen: Es geht nach Bayern, zu den WWK Volleys Herrsching. United-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera hofft nicht nur auf eine reibungslose Anreise am Freitag, sondern hebt auch die Bedeutung der Partie gegen den Tabellenfünften hervor. „Nach den beiden Heimspielen zum Auftakt der Rückrunde ist dieses Match sehr wichtig für uns, denn wir wollen bis zu den Playoffs noch so viele Punkte wie möglich einfahren und in der Tabelle nach oben klettern“, so der Argentinier.

Nikolaushalle statt Audi Dome

Mit einem klaren Sieg könnten die United Volleys nach Punkten bereits zu den Herrschingern aufschließen. Allerdings war schon das Hinspiel ein Fight auf Messers Schneide, bei dem die Frankfurter nach 1:2-Rückstand am Ende noch im Tiebreak die Nase vorn hatten. „Jetzt am Samstagabend werden die Verhältnisse allerdings noch einmal anders sein“, weiß Serramalera, „wir müssen auswärts antreten, und das in einer Halle, die mit mit ihren engen Abmessungen und ihrer niedrigen Deckenhöhe sehr unangenehm zu spielen ist.“ Vor allem in Aufschlag und Annahme werden sich die Uniteds darauf einstellen müssen. Nicht umsonst sind die Gastgeber, allen voran Zuspieler Johannes Tille, in der Ass-Statistik der Liga wieder ganz vorn mit dabei.

Ursprünglich hatte die Begegnung als besonderes Highlight im Münchener Audi Dome, der 7.000 Zuschauer fassenden Arena der FC Bayern-Basketballer, stattfinden sollen. Aufgrund des Corona-Lockdowns wurde sie als „Geisterspiel“ ohne Zuschauer in die altbekannte Nikolaushalle verlegt. Zwei United-Akteure verbinden mit dieser besonders intensive Erinnerungen. Topscorer Daniel Malescha schlug von 2014 bis 2016 am Ammersee im Speckgürtel der Landeshauptstadt auf, wurde dort zum Nationalspieler. Für Neuzugang Leon Dervisaj, der sein United-Debüt am vergangenen Wochenende gab, war Herrsching vor zwei Jahren die erste Station im deutschen Volleyball-Oberhaus. Da Stammregisseur Matthias Valkiers noch geschont wird, kommt ihm als weiterer Zuspiel-Option neben Mario Schmidgall besondere Bedeutung zu.

Bis ans Limit gehen

„Wir konnten uns im Training jetzt noch besser einspielen und sind froh, auf dieser wichtigen Position trotz der anhaltenden Verletzungsprobleme doppelt besetzt zu sein. Das wird uns auf jeden Fall helfen“, erklärt der Cheftrainer. Das ist gegen die WWK Volleys, die am Mittwoch noch beim 1:3 in Friedrichshafen gefordert waren, auch unbedingt vonnöten. Herrsching glänzt in dieser Saison vor allem im Mittelblock, wo der erfahrene Serbe Dorde Illic Verstärkung durch Luuc van der Ent aus den Niederlanden erhalten hat. Hinzu kommen mit dem zwischenzeitlich angeschlagenen Jalen Penrose und David Wieczorek zwei schlagkräftige Amerikaner auf Diagonal und Außen. Die United Volleys werden also bis ans Leistungslimit gehen müssen, denn, so Juan Manuel Serramalera: „Unser Ziel ist, mit einem Erfolg nach Frankfurt zurückzukehren.“