TROTZ ANGRIFFS-AUSFÄLLEN SPANNUNG BIS ZUM SCHLUSS

  • United Volleys mit zwei knappen Sätzen beim 0:3 gegen Düren
  • Zur Grozer-Verletzung kommt Maleschas Magen-Darm-Virus
Gegen starke Dürener fanden die angriffsgeschwächten Uniteds (Rodrigo Quiroga) zu oft kein Mittel. (Foto: Corinna Seibert)

„Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. – Und ich lächelte und war froh, und: Es kam schlimmer!“ An diesen Spruch könnten sich die United Volleys schon vor dem mit 0:3 (20:26, 25:27, 24:26) verlorenen Heimspiel am Samstagabend gegen die SWD Powervolleys Düren erinnert haben. In der Hinrunde waren sie beim gleichen Gegner in ungewohnter Aufstellung unterlegen, als der gelernte Diagonalspieler Daniel Malescha auf der Außenposition aushelfen musste. Umso mehr wollte das Team den Gästen beim zweiten Aufeinandertreffen in Normal­besetzung Paroli bieten. Dass ihnen das nicht vergönnt sein sollte, wurde den Uniteds schon mit dem Ausfall von Tim Grozer klar, der mit Kniebeschwerden seit dem Auswärtsmatch in Herrsching nicht trainieren konnte.

Hüger rechtfertigt Vertrauen

„Ihn zu bringen, wäre mit Blick auf die kommenden Wochen viel zu riskant gewesen“, erklärte Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. So bereitete sich erneut Topscorer Malescha auf einen Ausflug in die Annahme vor. Dann jedoch die nächste Hiobsbotschaft: Ausgerechnet der Zugang vom VfB Friedrichshafen lag seit Donnerstagabend mit einem Magen-Darm-Virus flach. Zwar wagte er gegen Düren einen Versuch, musste jedoch schon vor Ende des ersten Durchgangs wieder vom Feld. Für ihn kam der 17-jährige Linus Hüger ins Match, und rechtfertigte nicht zum ersten Mal das in ihn gesetzte Vertrauen. Zwar wurde er von den Powervolleys konsequent mit Aufschlägen eingedeckt, hielt dem aber stand und löste auch die Aufgabe im Angriff fast immer erstaunlich abgeklärt.

„Die ganze Mannschaft hat sich dem Kampf gestellt und nicht aufgegeben, obwohl uns die starken Angaben der Dürener schon in große Schwierigkeiten gebracht haben“, fand Serramalera. „In der Annahme müssen wir gerade gegen die Wucht solcher Topteams stabiler werden. Das heutige Spiel wird uns dabei helfen.“ So fanden die Hausherren nach einem 5:8-Rückstand im ersten Satz durch einen massiven Malescha-Einerblock gegen Dürens Sebastian Gevert wieder den Anschluss, blieben bis zum 18:20 auf Tuchfühlung. In Durchgang zwei reduzierten zunächst Hüger, Facundo Imhoff und Rodrigo Quiroga eine zwischenzeitliche Sechs-Punkte-Führung der Powervolleys. Noah Baxpöhler und Jochen Schöps besorgten per Block das 18:20. Kurz danach hatten die Frankfurter beim Stand von 19:21 Pech bei einer Netzberührung, gaben sich aber selbst nach dem 19:24 noch nicht geschlagen.

Schöps mit Aufschlagserie zum „MVP“  

Schöps legte eine unglaublich überlegte Aufschlagserie bis zum Ass zum 25:24 hin, zwischendurch setzte sich zwei Mal der Argentinier Imhoff unerschrocken am Netz durch. Nachdem die United Volleys ihren einzigen Satzball nicht nutzen konnten, besiegelte ein Annahmefehler des glücklosen Quiroga das 0:2. Ähnlich lief es im dritten Durchgang. Wieder waren die Gastgeber hinten, wieder fighteten sie sich heran, etwa durch Baxpöhlers Schnellangriff zum 19:20. Inzwischen war im Zuspiel Leon Dervisaj für Mario Schmidgall im Spiel, Jonas Reinhardt hatte Quiroga auf Außen ersetzt und besorgte das 20:21. Zwei Matchbälle wehrten die Uniteds ab und glichen wiederum durch Reinhardt zum 24:24 aus, ehe dessen Beachpartner Tobias Brand im dritten Anlauf für Düren vollstreckte.

„Wir waren heute mit den ganzen Ausfällen, einschließlich Stamm-Zuspieler Matthias Valkiers, alles andere als optimal aufgestellt“, fasste Coach Serramalera zusammen, „aber dass wir diese Sätze gegen einen hochkarätigen und wild entschlossenen Gegner so spannend gemacht haben, gibt uns Auftrieb.“ Besonders freue er sich für Routinier Jochen Schöps, „der zeigen konnte, was für ein herausragender Spieler und Kapitän er in entscheidenden Situationen sein kann“ und dafür bereits seine vierte „MVP“-Medaille erhielt. „Jetzt müssen wir die Seite umblättern und uns auf den Donnerstag gegen Giesen vorbereiten“, so der Cheftrainer. Eine Rückkehr der Verletzten beziehungsweise Erkrankten wäre dafür hilfreich und notwendig, wie das knappe 2:3 der Niedersachsen gegen Abonnement-Meister Berlin am gleichen Abend noch einmal deutlich machte.