SIEGGARANT „MALLE – DER ZUVERLÄSSIGE“

  • United Volleys mit 3:0-Auswärtserfolg in Herrsching
  • Frankfurter springen vor auf Tabellenplatz fünf
Daniel Malescha lieferte auch gegen seinen Ex-Club Herrsching eine Topleistung ab. (Foto: Marcel Lorenz)

Mit einem 3:0 (28:26, 25:22, 25:23)-Sieg bei den WWK Volleys Herrsching haben die United Volleys am Samstag einen ordentlichen Sprung auf Platz fünf in der Volleyball Bundesliga gemacht und sind an den Bayern und den Netzhoppers Königs Wusterhausen vorbeigezogen. „Das gibt mir und uns ein gutes Gefühl, denn so ein Resultat ist immer die logische Folge von harter Arbeit und einer guten Einstellung der Mannschaft“, freute sich Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. „Bis zu den Playoffs stehen noch viele Spiele aus, denen wir nach dem heutigen Auftritt positiv und optimistisch entgegensehen dürfen.“ In der Tat fühlten sich die drei vom Ammersee entführten Punkte fast nach ein wenig mehr an. Vielleicht auch deshalb, weil es zunächst so gar nicht nach einem derart klaren Erfolg aussah, wie er an gleicher Stelle in dieser Saison bislang nur den Berlin Recycling Volleys gelungen war.

Satzgewinn nach 15:21-Rückstand

Sage und schreibe mit 21:15 Punkten lagen die Hausherren im ersten Durchgang vorn und schienen auf eine sichere 1:0-Satzführung hinzusteuern. Die Gäste aus Frankfurt hatten bis dahin mit den in der niedrigen Nikolaushalle fast schon obligatorischen Annahmeschwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Selbst „Geburtstagskind“ Satoshi Ide war ein Ball an die Decke gesprungen, ein weiterer über die Arme gerutscht. Der Japaner wird in der offiziellen Statistik immerhin als bester Libero der Liga ausgewiesen. Dementsprechend schwer hatten es die United-Angreifer, die sich meist mit einem stabilen Herrschinger Block konfrontiert sahen. Dank Assen von Tim Grozer und Noah Baxpöhler war ein früher Vier-Punkte-Rückstand fast wieder ausgeglichen worden. Zur „Crunchtime“ lagen die Uniteds aber wieder deutlich hinten.

Dann lieferte Mario Schmidgall, der erneut für den weiter geschonten Kapitän Matthias Valkiers das Zuspiel übernahm, eine konzentrierte Aufschlagserie ab. Daniel Malescha setzte den Block zum 19:21 und die Frankfurter belohnten sich für ihren engagierten Abwehreinsatz mit dem 21:22. Bei 22:23 wurde der 17-jährige Linus Hüger für die Angabe eingewechselt und bereitet den nächsten Blockpunkt durch den argentinischen Nationalspieler Facundo Imhoff vor – 24:23 und plötzlich Satzball für die United Volleys. Einmal noch wechselte der Vorteil zu Herrsching. Nach einer nervenzehrenden Unterbrechung aufgrund einer falschen eScore-Eingabe waren es aber Grozer und Malescha, die mit sicherem Abschluss zum richtigen Zeitpunkt den Satz holten.

Zusätzliches Ass im Zuspiel

Überhaupt Malescha: Der Ex-Herrschinger erwies sich wieder als die große Konstante im Spiel der Frankfurter. „Malle – der Zuverlässige“ – Mit diesem Attribut sollte er eigentlich der optimale Imageträger für ein bekanntes Automobilunternehmen aus der Heimat der United Volleys sein, welches diesen Beinamen schon in den 1930er Jahren in seinen Werbekampagnen führte. Stets war er zu Stelle, wenn es einmal eng für sein Team wurde. Etwa in Durchgang zwei, in dem er mit einem „MaleschAss“ zum 8:4 vorgelegt hatte. Nachdem die WWK Volleys noch einmal auf 18:17 herangekommen waren, konterte er cool und verwandelte kurz darauf persönlich den Satzball. Der gebürtige Münchener hielt die Uniteds auch im Spiel, als sich die Gastgeber im dritten Satz angesichts der drohenden Heimniederlage noch einmal aufbäumten.

Dazu konnte Coach Serramalera ein weiteres Ass ziehen und mit Leon Dervisaj frischen Wind im Zuspiel aufs Feld bringen. Eine Aufschlagserie von Herrschings Jori Matha zum 14:18 konterte zunächst „Hammertim“ Grozer mit einem Ass. Nach zwei weiteren Service-Winnern von Dervisaj, 2018/19 selbst am Ammersee zuhause, war der Spielstand zum 21:20 gedreht. Topscorer Malescha besorgte den Matchball und stand wenig später in ganz ungewohnter Weise im Mittelpunkt: Knapp vor der eigenen Mannschaftsbank hatte er den Ball noch vom Boden gekratzt, Imhoff die Vorlage beim Gegner auf den Boden gebracht, aber die Abwehraktion wurde als gehoben abgepfiffen. Da fuhr sogar der besonnene Daniel Malescha aus der Haut und raste zum Schiedsrichterstuhl. Nachdem auf beiden Seiten Karten verteilt waren, beendete ein Herrschinger Aufschlagfehler eher unspektakulär ein, so Juan Manuel Serramalera, „außergewöhnliches Match.“