HERAUSFORDERUNG FÜR DEN „BONSAI-SAMURAI“

  • United Volleys Frankfurt erwarten den Tabellendritten Düren
  • Van Berkel und Murczkiewicz zurück an alter Wirkungsstätte
Haben die United Volleys (Satoshi Ide) gegen Düren Grund zum Strahlen, oder gibt es am Samstag wieder Diskussionsbedarf? (Foto: Corinna Seibert)

„Wir wollen unseren Weg der vergangenen Wochen fortsetzen“, kündigt Cheftrainer Juan Manuel Serramalera vor dem ersten von zwei aufeinanderfolgenden Bundesliga-Heimspielen seiner United Volleys an. Mit den stark und international erfahren besetzten SWD Powervolleys Düren kommt am Samstagabend (19.30 Uhr, live auf sporttotal.tv) allerdings eine richtig knackige Aufgabe für die inzwischen schon auf Tabellenplatz fünf vorgerückten Frankfurter in die Fraport Arena. Das Team aus der Nordeifel zählt in dieser Saison nicht wirklich überraschend zu den Top-Mannschaften der Liga, führte zeitweise sogar das Ranking an. Großes Plus der Dürener ist der teilweise schon über Jahre hinweg eingespielte Kader.

Der „ewige“ Topscorer Sebastian Gevert aus Chile führt auch in dieser Spielzeit die Liste der punktbesten Spieler an. Der langjährige DVV-Nationalspieler und mehrfache „Volleyballer des Jahres“ Björn Andrae ist auch im Alter von stolzen 39 Jahren mit seiner Übersicht und Routine eine feste Größe im Angriff, ebenso wie Libero Blair Bann in Annahme und Abwehr, Zuspieler Tomas Kocian und die Mittelblocker Tim Broshog und Michael Andrei. Zu diesen ist mit Lucas Van Berkel kurz vor dem Saisonstart noch ein Ex-United dazugestoßen. Ein anderer Dürener mit Frankfurt-Vergangenheit hat aber noch größeren Einfluss auf die Erfolgswelle der Powervolleys: Mit Rafał Murczkiewicz steht der frühere Co-Trainer der United Volleys inzwischen als Chef an der Seitenlinie.

Ungewohnte Formation im Hinspiel

Der gewiefte Gegner-Analytiker wird sich auch für das Match am Samstag garantiert wieder eine ausgefeilte Taktik einfallen lassen. Zum Auftakt der Rückrunde setzte es für Düren allerdings drei Niederlagen hintereinander – gegen die BR Volleys und Friedrichshafen sowie eher unerwartet auch in Giesen. Es bleibt abzuwarten, was bei den Gästen nun überwiegen wird: der Druck des Endlich-Wieder-Gewinnen-Müssens oder die Motivation, die kleine Negativ-Serie mit einem sportlichen Ausrufezeichen zu beenden. „Im Hinspiel hatten wir gerade erst begonnen unsere Struktur aufzubauen. Seitdem ist viel passiert und es dürfte auf jeden Fall ein anderes Match werden“, erwartet Juan Manuel Serramalera.

Bei der 1:3-Auswärtsniederlage Mitte November mussten die Uniteds noch in ungewohnter Aufstellung antreten. Punktegarant Daniel Malescha sprang im Außenangriff ein, seine Rolle auf der Diagonalposition besetzte derweil „Legende“ Jochen Schöps. Schon damals mit überragenden Werten in der Annahme: „Bonsai-Samurai“ Satoshi Ide. Die Qualität des japanischen Liberos schlägt sich auch in der Liga-Statistik nieder, wo der 1,74-Meter-„Riese“ unter den Defensivspezialisten ganz vorne rangiert. „Düren hat sein enormes Potenzial in dieser Saison immer wieder gezeigt. Wir wissen, dass wir eine konzentrierte Leistung abliefern müssen, um gegen diese Fülle an erstklassigen Volleyballern bestehen zu können“, so der United-Coach.

Wegter als Neuzugang am Mikrofon

Deshalb hofft er nach dem Sieg in Herrsching, bis zum Wochenende alle zwischenzeitlich – wieder einmal – angeschlagenen Spieler fit und einsatzbereit zu haben. Regisseur Matthias Valkiers muss weiter seine Rückenprobleme auskurieren. Bei Hammeraufschläger Tim Grozer machten sich zuletzt wieder die schwer beanspruchten Knie schmerzhaft bemerkbar. In jedem Fall ausfallen werden bei den Gastgebern die beiden Stamm-Kommentatoren im Livestream. Peter und Georg Wolf treten derzeit bei der „German Beach Trophy“ in Düsseldorf an. Als Ersatz konnte aber mit Ex-Manager und -Erstligaspieler Henning Wegter ein echter Experte gefunden werden, der die Begegnung gemeinsam mit Julius Keller fachkundig begleiten wird.