DIE REVANCHE AUF’S ENDSPIEL VERSCHOBEN

  • United Volleys unterliegen Pokal-Finalgegner KW knapp mit 2:3
  • Spontaner erster (Kurz-)Einsatz für Zuspiel-Neuzugang Leon Dervisaj
Knapp am doppelten Punktgewinn vorbei: Angriffstalent Linus Hüger und seine United-Kollegen (Foto: Corinna Seibert)

Immerhin: Die Tendenz spricht nach der vermeintlichen „Generalprobe“ für das DVV-Pokalfinale gegen die Netzhoppers KW für die United Volleys – trotz ihrer knappen 2:3 (22:25, 25:23, 25:27, 26:24, 14:16)-Niederlage in eigener Halle. Im Hinspiel Ende Oktober hatte das noch wesentlich deutlicher ausgesehen, im Endspiel am 28. Februar wären also eigentlich die Uniteds mit dem Jubeln an der Reihe. Dennoch hätten sie auch am Samstagabend gern schon mehr aus der Partie mitgenommen als nur den ersten Punkt des neuen Jahres. Die Chance dazu war gleich mehrfach vorhanden: Etwa in Durchgang drei, als beim Stand von 22:20 die 2:1-Satzführung in greifbarer Nähe schien. Oder nachdem im Tiebreak Facundo Imhoff den Block zum 13:12 gesetzt hatte und nur noch zwei Punkte zum Matchgewinn fehlten.

Dervisaj-Transfer als „Win-Win-Situation“

Dass es anders kam, lag an den Gästen aus Brandenburg, die sich – wie schon beim ersten Aufeinandertreffen der Saison – von Beginn an hochkonzentriert, diszipliniert und taktisch hervorragend eingestellt präsentierten. Mit stabilem Sideout hatten sie in Satz eins schnell eine Drei-Punkte-Führung herausgespielt, an der lediglich Noah Baxpöhlers Block zum 20:21-Anschluss noch einmal kratzen konnte. Zu dem Zeitpunkt stand erstmals auch der jüngste Frankfurter Überraschungs-Transfer auf dem Feld: DVV-Zuspieler Leon Dervisaj, der seinen Vertrag beim Ligakonkurrenten Lüneburg Anfang Dezember aufgelöst hatte, hatte erst am Morgen die Spielberechtigung erhalten.

Seit dem Jahreswechsel hatte er bei den United Volleys mittrainiert, „und irgendwann haben wir gemerkt, dass das eine Win-Win-Situation für ihn wie für uns werden kann“, schilderte Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. Während der 24-jährige nun weiterhin auf hohem Niveau spielen und trainieren kann, können die Hessen-Volleyballer ihrem Stamm-Regisseur Matthias Valkiers Gelegenheit geben, in aller Ruhe seine beim Bundesligaspiel in Friedrichshafen aufgetretenen Rückenprobleme auszukurieren und nicht zu früh das Risiko eines Einsatzes einzugehen. „Für uns stehen in der Rückrunde noch richtig viele und harte Begegnungen an, da wird jeder seine Chance bekommen und sich beweisen können“, erwartet Serramalera und sieht Dervisaj „in jedem Fall als  echte Bereicherung.“

„Pokalschreck“ erwartet kämpferisch

Allerdings war dafür noch ein internationaler Transfer abzuwickeln, mit entsprechenden Gebühren und Zustimmung aller beteiligten Verbände. Nach Definition des Weltverbands FIVB ist der in Oldenburg geborene Leon Dervisaj nämlich (Volleyball-)Schweizer, seit er als 14-jähriger in dem Alpenland, wo sein Vater noch heute Trainer ist, seine ersten Sprünge am Netz machte. Dass das gesamte Prozedere in gerade einmal eineinhalb Tagen über die Bühne gebracht werden konnte, ermöglichte dem Neuzugang am Samstag immerhin einen ersten Kurzauftritt. In Satz zwei übernahm wieder Valkiers-Vertreter Mario Schmidgall und hatte ordentlichen Anteil an einer beeindruckenden Aufholjagd der Gastgeber, die nach einem 5:11-Fehlstart wieder zurückkamen.

Die Vorarbeit zum 22:22-Ausgleich leistete mit starkem Service der eingewechselte Linus Hüger. Baxpöhler mit den Schnellangriff und der „Mainblock“ besiegelten das 1:1. Im dritten Durchgang waren es die Netzhoppers, die sich immer wieder herankämpften und unterstrichen, wie sie mit Comeback-Siegen gegen Berlin und Düren zum „Pokalschreck“ avancieren konnten. Hüger war zwischenzeitlich für Rodrigo Quiroga hereingekommen und geblieben. Per „Monsterblock“ drehte der 17-jährige einen Rückstand in Satz vier. Danach war es Topscorer Daniel Malescha, der die entscheidenden Bälle versenkte. Überragende 35 Punkte standen am Ende für ihn zu Buche, darunter drei mit dem Aufschlag und vier erfolgreiche Blocks. Zwei „MaleschAsse“ sorgten auch im Tiebreak für ein Duell auf Augenhöhe – bis KW aus der Abwehr heraus das 13:14 gelang und Netzhoppers-„MVP“ Byron Keturakis per Zuspielertrick den zweiten Matchball verwandelte.