„SUPER MARIO“ ALS „ENDGEGNER“ UNBEZWINGBAR

  • United Volleys holen gegen Bühl dritten Heimsieg in Serie
  • Beide Teams liefern sich harten Kampf ohne Stamm-Zuspieler
„Super Mario“ Schmidgall trug gegen seinen Ex-Verein die Alleinverantwortung im Zuspiel. (Foto: Corinna Seibert)

„Diesmal habe ich mich ganz besonders über den Sieg gefreut“, lobte United Volleys-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera nach dem 3:1 (25:27, 25:23, 25:19, 25:23)-Erfolg am Sonntagabend die „großartige Reaktion“, die seine Mannschaft auf das doppelte Handicap gezeigt hatte, mit dem sie in die Begegnung mit den Volleyball Bisons Bühl starten musste. Mit Rückenproblemen war auch Stammzuspieler Matthias Valkiers für die Partie ausgefallen. Zuvor musste bekanntlich schon Nationalspieler Jakob Günther passen. Der Mittelblocker war zu Beginn der Woche zwar selbst negativ auf das Coronavirus getestet worden, musste allerdings nach dem Kontakt mit einer infizierten Person die vorgeschriebene Quarantänezeit einhalten.

Schockerlebnis nach vier Punkten

„Das hat anderen Spieler die Chance eröffnet, sich zu präsentieren – Und die haben sie genutzt“, erklärte Serramalera. Besonders galt das für Mario Schmidgall. Der frühere Bühler brannte beim zweiten Wiedersehen mit seinen einstigen Teamkollegen von Beginn an lichterloh. Ob im Block, bei zweiten Bällen oder im Drückduell: Mit unbändigem Willen wurde „Super Mario“ für die Gäste an diesem Abend zum unbezwingbaren „Endgegner“, abzulesen an stolzen fünf Punkten durch den Spielgestalter. Dennoch begann die Partie gegen die Badener genau wie knapp vier Wochen zuvor das erste Aufeinandertreffen im DVV-Pokal – mit einem betrüblichen Unterschied: Nach gerade einmal vier gespielten Punkten verlor nämlich auch Bühl seinen Regisseur. Stefan Thiel musste nach einer missglückten Landung mit Knöchelverletzung raus.

Für den gebürtigen Krifteler übernahm fortan der erst 18-jährige Italiener Luciano Aloisi, was seine Mannschaft zunächst sogar zu beflügeln schien. Mit bis zu vier Punkten lagen die United Volleys zwischenzeitlich zurück, kämpften sich – angeführt vom zweiten Ex-Bison Noah Baxpöhler – zum 24:24 heran, um dann mit einem unglücklich kassierten Ass doch noch in 0:1-Satzrückstand zu geraten. Wie im November gelang es den Frankfurtern aber erneut, das Blatt zu wenden. Satz zwei stand dabei lang auf Messers Schneide. Erst mit einer Ausweichbewegung auf „Matrix“-Level ließ „Neo“ Baxpöhler einen Bisons-Angriff zum 20:18 im Aus landen. „Go-to-Guy“ Daniel Malescha erhöhte mit starkem Angriff und aggressivem Aufschlag auf 22:19.

„Viel Energie und Entschlossenheit“

Nach dem nochmaligen Ausgleich zum 22:22 war es nach einem wohlüberlegten Aufschlag des eingewechselten Youngsters Linus Höger und einer echten Megarally aber erneut „Baxe“ der im Block zum 25:23 abschloss. Jetzt wesentlich souveräner agierend, setzten sich die Uniteds im dritten Durchgang frühzeitig ab und ließen Neuzugang Facundo Imhoff in der Mitte zum 25:19 vollstrecken. Der erfahrene Argentinier werde schnell „immer besser“, stellte sein Landsmann Serramalera erfreut fest. Beim gesamten Team sah er „viel Energie und Entschlossenheit“, auch wenn es einmal nicht perfekt lief habe man „die richtige Antwort gefunden.“ Etwa nachdem eine deutliche Führung in Satz vier fast noch aus der Hand gegeben wurde. Nach 17:13 hieß es plötzlich nur noch 18:17.

Punktegarant Malescha, mit herausragenden 25 Zählern erneut in Personalunion Topscorer und Gold-„MVP“, sorgte jedoch dafür, dass nichts mehr anbrannte. „Das war ein wirklich wichtiges Heimspiel mit wertvollen drei Punkten“, hob der Chefcoach nach dem dritten Sieg in Serie in eigener Halle und dem Sprung auf Tabellenplatz sieben hervor. Nach den schweren Anfängen im Oktober sei mittlerweile eine gute Struktur erkennbar, „auf dieser Grundlage können wir in der Bundesliga noch weiter nach oben klettern.“ Die Gelegenheit dazu gibt es wieder im Januar. Nach der Verlegung der ursprünglich am 27. Dezember angesetzten Auswärtspartie in Lüneburg freuen sich die Uniteds über einen zusätzlichen trainingsfreien Tag nach Heiligabend.