„REINKLICKEN UND DAUMEN DRÜCKEN“

  • United Volleys am Sonntag ohne Vor-Ort-Zuschauer gegen Unterhaching
  • Aufwendige Live-Übertragung soll Anhänger nah ans Geschehen bringen
Olympiateilnehmer Quiroga will gegen Haching wieder seine internationale Erfahrung ausspielen. (Foto: Marcel Lorenz)

Auf den ersten Heimsieg vom vergangenen Wochenende gegen Herrsching würden die United Volleys am kommenden Sonntag um 16 Uhr gegen den TSV Unterhaching nur allzu gern den zweiten folgen lassen. „Dadurch, dass das Spiel diesmal sonntags stattfindet, haben wir einen zusätzlichen Tag gewonnen, um uns mit dem kompletten Kader auf diese nächste Aufgabe vorbereiten zu können“, freut sich Chefcoach Juan Manuel Serramalera. Erste Ergebnisse der vollzähligen Trainingsarbeit habe man schon beim „Kampfsieg“ im Tiebreak gegen die WWK Volleys gesehen – „Jetzt sind aber weitere Verbesserungen nötig, damit wir uns in sämtlichen Elementen noch stabiler präsentieren.“

Wiedersehen mit Steuerwald

Ein Selbstläufer wird das bei der zweiten Begegnung im Rahmen der „bayerischen Wochen“ in der Fraport Arena wohl nicht werden. Dafür steht bei den Gästen vor allem ein Name: Ex-United-Zuspieler Patrick Steuerwald sitzt seit dieser Saison zusammen mit dem Tschechen Stanislav Pchop auf der Hachinger Trainerbank. Der langjährige Nationalspieler betreut ein junges Team, in dem allerdings gleich mehrere Spieler einschlägige Erstligaerfahrung vorweisen können. Etwa Mittelblocker Roy Friedrich, seines Zeichens dreimaliger DVV-Pokalsieger und zweifacher Vizemeister, oder die Sagstetter-Brüder Jonas und Benedikt.

Mit dem Bulgaren George Zahar (Diagonal), dem Rumänen Simeon Topuzliev (Außen) und Libero Mohamed Chefai aus Tunesien sind wichtige Positionen beim TSV international besetzt. Der Traditionsverein aus dem Münchener Umland war als Generali Haching lange eine der Top-Adressen in Volleyball-Deutschland. Bis zum Erstliga-Rückzug im Jahr 2014 kratzte man vehement an der Führungsrolle von Rekordmeister Friedrichshafen. Für die kommende Saison hatte der Verein eigentlich noch einmal für die 2. Liga geplant, übernahm dann aber kurzentschlossen den Startplatz, der durch den Rückzug des gemeinsamen deutsch-österreichischen Joint-Ventures mit den Hypo Tirol AlpenVolleys Innsbruck im Oberhaus freigeworden war.

Ansprüche für die Saison untermauern

Erfahrung sammeln und langfristig ein schlagkräftiges Team aufbauen, lautet unter dem einstigen Erfolgstrainer und jetzigen Geschäftsführer Mihai Paduretu das Ziel. Ganz so weit in die Zukunft hinein wollen die United Volleys nicht planen – zumindest nicht ausschließlich. Bei ihnen sollen schon kurzfristig weitere Punkte her. „Wir wollen alles für einen Sieg tun, um in der Tabelle das nächste Stück emporzuklettern und zu untermauern, dass wir in dieser Saison durchaus das eine oder andere erreichen wollen“, erklärt Juan Manuel Serramalera. Nicht verborgen geblieben ist ihm dabei die ansteigende Form der Unterhachinger, die nach klaren Niederlagen gegen Berlin und in Giesen am Mittwoch beim Tabellenführer Bühl gut mithielten.

Dagegen setzen die United Volleys die Stärken, welche beim Krimi gegen Herrsching das Publikum jubeln ließen: Etwa die Cleverness und Übersicht, welche die zwei Olympiateilnehmer im Team, Jochen Schöps und Rodrigo Quiroga, demonstrierten. Oder die Asse von Tim Grozer und Jakob Günthör – mal knallhart, mal ganz zart – in entscheidenden Spielsituationen. Aufgrund der neuen Pandemie-Maßnahmen sind diesmal keinerlei Besucher in der Fraport Arena erlaubt, die Heim-Atmosphäre soll dennoch ein stückweit mithelfen. Anschließend treten die Uniteds bis zum 20. Dezember nur auswärts an. Die Online-Übertragung auf sporttotal.tv soll die Zuschauer mit weiter ausgebautem Mehrkamerasystem, Chatfunktion auf www.twitch.tv/unitedvolleys und Live-Kommentar der „Volley-Wölfe“ Peter und Georg Wolf erneut ganz nah ans Geschehen ranholen.