EXTRA-POWER GEGEN DIE POWERVOLLEYS

  • Frankfurter nach zwei Heimsiegen am Sonntag in Düren gefordert
  • Mindestens fünf Auswärtsspiele in Serie auf dem Programm
Fingerzeig: Der langjährige argentinische Nationalmannschaftskapitän Rodrigo Quiroga will mit den United Volleys weiter vorankommen. (Foto: Marcel Lorenz)

Nach zwei Heimsiegen in Folge erwartet die United Volleys in den kommenden Wochen eine lange Auswärts-Strecke. Bis zum nächsten Auftritt in der Fraport Arena am 20. Dezember müssen sie inklusive DVV-Pokal mindestens fünf Mal hintereinander in fremder Halle ran. Los geht es am kommenden Sonntag in Düren gegen die SWD Powervolleys, aktuell einer der härtesten Gegner, den man in der Volleyball Bundesliga bekommen kann. „Das wird auf jeden Fall ein völlig anderes Match als zuletzt gegen Unterhaching. Düren hat gezeigt, dass sie in dieser Saison eine wirklich ganz prominente Rolle spielen können,“ erklärt United-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. Der trifft in der Nordeifel auf einen ehemaligen Mitarbeiter: Powervolleys-Coach Rafał Murczkiewicz war bis Ende der vergangenen Spielzeit noch Assistent in Frankfurt.

Wiedersehen mit Murczkiewicz

Die gleiche Rolle sollte er ursprünglich auch in Düren einnehmen, wurde dann jedoch nach dem gesundheitlich bedingten Ausfall von Stefan Falter kurzerhand befördert. Bei seinem neuen Team darf der polnische Taktik-Experte mit einem eingespielten Kader arbeiten, der weitgehend zusammengehalten werden konnte. Mit dem mehrfachen „Volleyballer des Jahres“ Björn Andrae, Zuspieler Tomas Kocian, dem chilenischen Diagonalangreifer Sebastian Gevert, der starken Mitte mit den beiden Ex-Nationalspielern Tim Broshog und Michael Andrei sowie Libero Blair Bann aus Kanada ist jede Menge Erfahrung vorhanden. Hinzu kam nachträglich einer, der 2019 noch für die United Volleys auf dem Champions League-Parkett stand: Top-Mittelblocker Lucas Van Berkel, insgesamt der vierte Kanadier in Dürener Diensten.

Allein schon diese unvollständige Auflistung macht deutlich, warum die Powervolleys 2020/21 zumindest zu den Geheimfavoriten gezählt werden müssen, die durchaus ein Wörtchen bei der Vergabe der Spitzenplätze in der Meisterschaft mitreden können. Untermauert wurde das vor zwei Wochen durch den klaren 3:0-Erfolg gegen Bundesliga-Rekordmeister VfB Friedrichshafen. 25:20 lautete dabei das eindeutige Ergebnis in allen drei Sätzen. Die Heimstärke der Hausherren in der Arena Kreis Düren bekamen auch die Uniteds in den zurückliegenden Jahren mehrfach zu spüren. Dass bei den Rurstädtern allerdings auch Ausreißer nach unten möglich sind, zeigte sich danach beim etwas überraschenden Pokal-Aus nach 2:0 Führung in Königs Wusterhausen.

Grozer-Einsatz ungewiss

Dass die Gastgeber somit auf Wiedergutmachung aus sein sollten, dürfte es für Baxpöhler & Co. nicht einfacher machen. „Das ist eine große Herausforderung für uns, ein echter Maßstab dafür, wo wir inzwischen stehen“, freut sich Juan Manuel Serramalera auf diese „Begegnung mit einem der absoluten Spitzenteams.“ Hoffnung macht ihm die aufsteigende Tendenz bei seinen Männern, die sich „von Spiel zu Spiel verbessert“ präsentiert hätten. „Daran wollen wir anknüpfen, uns in Annahme und Angriff weiter stabilisieren und gleichzeitig den Druck im Block erhöhen“, so der argentinische Chefcoach. Noch unsicher ist, ob Aufschlag-Ass Tim Grozer dabei schon wieder aktiv mithelfen kann. Mit seiner schmerzhaften Fußsohlenreizung musste der „Hammertim“ bislang weiterhin im Training pausieren.

Im etatmäßigen Diagonalspieler Daniel Malescha hat Serramalera aber womöglich eine neue Alternative auf Außen gefunden. Der 26-jährige DVV-Auswahlspieler lieferte gegen Haching im Angriff wie im Aufschlag gleichermaßen eine Glanzvorstellung ab. Dazu konnten die beiden United-Olympioniken Jochen Schöps und Rodrigo Quiroga dem Frankfurter Spiel mehr und mehr ihren Stempel aufdrücken. Und nicht zuletzt sollte die „Heimatluft“ unweit der belgischen Grenze auch Regisseur Matthias Valkiers Auftrieb geben. Denn eines ist klar: Um in dieser Saison gegen die Powervolleys bestehen zu können, braucht es von jedem im neu formierten United Volleys-Kader zusätzlich zu einer Einhundert-Prozent-Leistung mindestens noch einmal zehn Prozent Extra-Power.