ERFOLGREICHE UMSTELLUNG DANK GUTER EINSTELLUNG

  • United Volleys gewinnen in 69 Minuten 3:0 gegen Unterhaching
  • Nach zweitem Heimsieg in Folge wartet schwerer Auswärts-Brocken
Nationalspieler Daniel Malescha bekam nach seinem starken Auftritt auf ungewohnter Position ein Sonderlob vom Trainer. (Foto: Marcel Lorenz)

Es scheint den United Volleys in dieser ungewöhnlichen Saison in der 1. Volleyball Bundesliga einfach nicht vergönnt, einmal unbeschwert und planmäßig in ein Match hineinzugehen. Vor dem 3:0 (25:16, 25:19, 25:14)-Sieg gegen den vom früheren United-Zuspieler Patrick Steuerwald trainierten Erstliga-Rückkehrer TSV Unterhaching am Sonntagnachmittag war es der kurzfristige Ausfall von Tim Grozer, der dem Trainerteam Kopfzerbrechen bereitete. Ausgerechnet der Topscorer (22 Punkte) vom ersten Saisonsieg vor einer Woche gegen Herrsching konnte mit einer Schwellung am Fuß weder auf- noch antreten, so dass den Frankfurtern die Optionen im Außenangriff auszugehen drohten. „Gottseidank keine wirklich dramatische Verletzung, aber leider sehr schmerzhaft“, bedauerte Chefcoach Juan Manuel Serramalera.

„Durchaus eine Variante für die Zukunft“

Dementsprechend musste umgestellt werden: Der gelernte Diagonalspieler Daniel Malescha wechselte neben Rodrigo Quiroga in die Annahme, an seiner Stelle musste wiederum von Anfang an Routinier Jochen Schöps ran. „Das ganze Team hat heute einen starken Willen gezeigt und das alles fantastisch kompensiert. Vor allem hat mir die großartige Einstellung von Daniel imponiert, der auf die Schnelle einspringen musste und das richtig gut gemacht hat. Das könnte durchaus eine zusätzliche Variante für die Zukunft sein“, lobte Serramalera. Zugleich habe der international erfahrene Olympiateilnehmer und Champions League-Gewinner Schöps seinen Mitspielern die nötige Sicherheit vermittelt. Die Annahme stabilisierte neben dem gewohnt starken Libero Satoshi Ide erneut der langjährige argentinische Nationalmannschaftskapitän Quiroga.

So hieß es nach einer ersten kleinen Aufschlagserie Maleschas, der insgesamt zwei Asse servierte, schon früh 5:2 für die Uniteds. Den Vorsprung bauten diese, auch begünstigt durch zu viele Fehler auf Hachinger Seite, schnell auf bis zu 20:8 aus, ließen es dann aber kurzzeitig etwas schleifen. Beim Stand von 23:15 war es aber Noah Baxpöhler, der humorlos die freie Stelle im Gäste-Spielfeld fand. Wenig später versenkte Schöps über den TSV-Block zum 25:16. Nach der zweitweisen Aufholjagd präsentierten sich die traditionsreichen Rand-Münchener in Durchgang zwei zunächst selbstbewusster. Schon bei der ersten Technischen Auszeit lagen jedoch wieder die Hausherren 8:6 in Front. Ein brachialer Block von Jakob Günther bescherte das 13:8, der für Stamm-Regisseur Matthias Valkiers eingewechselte zweite Zuspieler Mario Schmidgall konnte mit einer Kopfball-Abwehr zeigen, dass sich der Friseurbesuch unter der Woche gelohnt hatte.

Konzentriert durchgezogen

Er blieb auch in Satz drei auf dem Court, wo die United Volleys nach der 2:0-Satzführung nun nichts mehr anbrennen ließen. Lediglich nachdem der dreifache Deutsche Pokalsieger und TSV-Kapitän Roy Friedrich per Netzroller-Ass das 5:5 erzielt hatte, waren die Besucher aus Bayern vorübergehend noch einmal auf Augenhöhe. Dann zogen die Gastgeber in 69 Minuten endgültig konzentriert durch. Schmidgall und Noah „Blockspöhler“ Baxpöhler stellten ihre Qualitäten als „Abwehrkatzen“ unter Beweis, und auch nach Einwechslung der beiden Internats-Youngster Philipp Lauter und Linus Hüger entstand kein Bruch im United-Spiel. „Natürlich haben wir heute gegen eine der jüngsten und unerfahrensten Mannschaften der Liga gespielt“, wollte Juan Manuel Serramalera das Ergebnis nicht zu hoch hängen. „Aber unabhängig vom Gegner war wichtig zu sehen, dass wir weiter in allen Elementen Fortschritte machen.“

„Ich habe auch in Friedrichshafen und im einen oder anderen Vorbereitungsspiel schon mal auf Außen ausgeholfen“, berichtete ein zufriedener „Most Valuable Player“ Daniel Malescha.  Da er im Sommer häufiger auf dem Beachvolleyballfeld stehe, sei ihm die Annahme nicht gänzlich fremd, „aber es fehlt natürlich einfach die Routine“, so der deutsche Nationalspieler. „Deshalb bin ich froh, dass es heute so gut gelaufen ist, hoffe aber vor allem, dass Tim bald wieder zurückkommt.“ In der Tat könnten die United Volleys ihren „Hammertim“ Grozer dringend gebrauchen. Am kommenden Wochenende müssen sie nämlich auswärts bei einem Team antreten, das seiner „Geheimfavoriten“-Rolle in dieser Saison mit einem Sieg gegen Rekordmeister Friedrichshafen bislang durchaus gerecht wurde: den hochklassig besetzten und heimstarken SWD Powervolleys Düren unter Ex-Frankfurt-Assistenzcoach Rafal Murczkiewicz.