1,74-METER-FELS GEGEN AUFSCHLAG-URGEWALT

  • United Volleys beim 1:3 in Düren nur einen Satz nicht auf der Höhe
  • Jetzt freies Wochenende und Hoffen auf die Grozer-Rückkehr
Satoshi Ide war auch bei der Niederlage in Düren Garant für Stabilität in der United-Annahme. (Foto: Marcel Lorenz)

„Wir wussten, dass das ein sehr intensives Match werden würde“, resümierte United Volleys-Chefcoach Juan Manuel Serramalera am Sonntagabend nach dem 1:3 (14:25, 25:18, 16:25, 21:25) der Frankfurter bei den starken SWD Powervolleys in Düren. So richtig einstecken musste seine Mannschaft bei der nicht unerwarteten Niederlage allerdings nur im ersten Satz. „Da waren wir gar nicht richtig da, so etwas darf uns eigentlich nicht passieren“, ärgerte sich Routinier Jochen Schöps. Gleich zwei Mal wurde Noah Baxpöhler gleich zum Beginn vom kanadischen Ex-United Lucas Van Berkel geblockt, kurz darauf ging es Daniel Malescha ähnlich – Und schon zur ersten Technischen Auszeit hieß es 3:8. Malescha musste erneut auf Außen als Vertreter von Tim Grozer ran, dessen schmerzhafte Fußsohlenreizung immer noch nicht auskuriert ist.

Dramatische Schlussphase in Satz zwei

„Tim hat uns als einer unserer stärksten Angreifer heute natürlich sehr gefehlt, auch wenn Daniel das, wie schon gegen Unterhaching, fantastisch gemacht hat. Aber gegen einen solchen Gegner wie Düren können wir so einen Ausfall mit unserem Kader einfach nicht kompensieren“, erklärte Serramalera. Dementsprechend hatten die Gastgeber die Offensiv-Bemühungen der Frankfurter zunächst weitgehend unter Kontrolle. Ein erstes Ausrufezeichen konnte direkt nach seiner frühen Einwechslung zumindest Ersatz-Zuspieler Mario Schmidgall setzen, der seine vollen 2,06 Meter Körpergröße zu einem echten „Monsterblock“ nutzte. Im zweiten Durchgang begann dennoch wieder Kapitän Matthias Valkiers und trug mit dazu bei, dass sich die United Volleys nun viel fokussierter und wehrhafter präsentierten.

So trickste Baxpöhler Dürens Routinier Björn Andrae mit einem kurz gelegten Aufschlag aus und „Mister Ballgefühl“ Schöps holte beim 8:4 ausnahmsweise einmal den Hammer raus. Nur beim Stand von 15:13 schien es noch einmal eng zu werden. Dafür bot die Schlussphase alles, was die Zuschauer zuhause an den Bildschirmen unter anderen Umständen gern in der Halle miterlebt hätten. Nach heftigem Protest gegen einen Netzfehler-Pfiff von Schiedsrichter Markus Zyber sah Powervolleys-Regisseur Tomas Kocian die Rote Karte, und es hieß 21:18 für die Uniteds. Die zogen nun durch. Schöps servierte raffiniert zum 24:18, beim anschließenden Satzball glänzten sowohl Satoshi Ide als auch Rodrigo Quiroga mit spektakulärem Abwehreinsatz.

„Idefix“ mit 90 Prozent in der Annahme

„Es hat sich ausgezahlt, dass wir im Angriff einiges umgestellt haben. Von da an waren wir auf Augenhöhe“, analysierte Trainer Serramalera. Den Unterschied in den beiden folgenden Sätzen machte vor allem die eindrucksvolle Aufschlag-Wucht der Hausherren, die in diesem Element zusehends stabiler wurden. Der chilenische Diagonalspieler Sebastian Gevert, mit herausragenden 29 Punkten SWD-Topscorer und Gold-„MVP“, sorgte mit einer ersten Serie für die Dürener Führung, später legte Ex-Nationalspieler Michael Andrei nach, und auch den Satzball holte der eingewechselte Eric Burggräf mit einem Ass. Die United Volleys gaben sich aber auch nach diesem Rückschlag nicht auf, so dass die Partie weiter von heiß umkämpften Ballwechseln geprägt blieb. Verlassen konnten sich die Hessen dabei auf ihren japanischen „Idefix“ auf der Liberoposition.

Satoshi Ide stand mit 90 Prozent positiver Annahme als 1,74-Meter-Fels in der Brandung und rettete immer wieder mit unglaublichen Reflexen und Flugeinlagen. Drei Punkte Rückstand in Satz vier hatten die Frankfurter nach Baxpöhlers wiederholtem Brachial-Block gegen Altmeister Andrae zum 18:18 ausgeglichen. Für einen Moment schien gar der Tiebreak möglich. Dann setzte sich jedoch wieder die Aufschlag-Urgewalt der Powervolleys durch und ausgerechnet Andrea sorgte mit dem Service-Winner zum 18:21 für die Vorentscheidung. Offen blieb, was mit komplettem Kader inklusive „Hammertim“ Grozer drin gewesen wäre. „So oder so müssen wir am Angriff arbeiten“, bilanzierte Juan Manuel Serramalera. Dazu haben er und seine Uniteds bis zum DVV-Pokalspiel übernächste Woche gegen Bühl Zeit – ein weiterer Gegner, der nach optimalem Saisonstart mit breiter Brust warten dürfte.