GROZERS AGGRO-ASSE REICHEN NICHT

  • United Volleys unterliegen auswärts bei den Netzhoppers
  • Coach Serramalera: „Waren heute nicht solide genug“
Konnte trotz zweier Asse gegen KW nicht zufrieden sein: United-Neuzugang Tim Grozer. (Foto: Corinna Seibert)

Die Corona-Auswirkungen mit den Kürzungen im Kader und den  beschränkten Möglichkeiten in der Vorbereitung haben für ein Novum in negativer Hinsicht bei den United Volleys gesorgt: Noch nie hatten die Frankfurter seit ihrem Erstligaaufstieg 2015 zum Saisonauftakt gleich zwei Spiele hintereinander verloren. Mit dem 0:3 (19:25, 25:27, 19:25) am Samstagabend in Brandenburg bei den Netzhoppers KW-Bestensee war es soweit. „Wir sind alle sehr unglücklich über dieses Ergebnis, die Spieler genauso wie ich“, bedauerte Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. „Wir hatten andere Erwartungen an das Match und an uns selbst – Aber es ist diese Woche nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben.“

Quiroga-Einsatz nach nur einem Training

Probleme bereitete speziell zu Beginn der Partie vor 100 zugelassenen Zuschauern in der Landkost Arena wieder die Annahme. 5:8 konnten sich die Gastgeber dadurch absetzen, bevor Noah Baxpöhler mit einer Aufschlagserie und Daniel Malescha mit mehreren krachenden Angriffen die Uniteds wieder bis auf einen Punkt heranbrachten. Da der Neuzugang aus Friedrichshafen allerdings oft die einzige Option für Zuspieler Matthias Valkiers war, hatte sich der Netzhoppers-Block bald gut auf ihn eingestellt. Serramalera reagierte und brachte für den ohne Fortune agierenden Ben Bierwisch erstmals seinen Landsmann Rodrigo Quiroga. Der langjährige Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft hatte nach knapp zweiwöchiger Corona-Quarantäne lediglich das Frühtraining in Bestensee zusammen mit der Mannschaft absolviert.

„Er hat zumindest eine Zeitlang etwas mehr Stabilität hineingebracht und sich voll reingehängt, wenn man die schwierigen Umstände bedenkt“, konstatierte der Cheftrainer, „aber insgesamt waren wir einfach viel zu unausgeglichen und unsicher.“ Zumindest der Frankfurter „Mainblock“ kam mit Quiroga langsam in Schwung und konnte im ersten Satz noch drei Mal zupacken. Am Ende des Matches hatten die Uniteds zumindest in diesem Element die Nase vorn – eine sichtbare Steigerung gegenüber dem ersten Saisonauftritt gegen Lüneburg. Mit entsprechend gestärktem Selbstbewusstsein und einem Jakob Günthör, der in der Mitte eine sichere Bank war und neben seinen vier Blockpunkten auch 75 Prozent seiner Schnellangriffe versenkte, lagen die Gäste in Durchgang zwei fast durchgehend in Front. Teilweise mit bis zu drei Punkten und letztmals beim Stand von 19:18.

Kommenden Samstag zuhause gegen Herrsching

Dann zeigte sich jedoch erneut die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff, die immer wieder zu langen Rallys führte, in denen die United Volleys ihre Chancen aus der Abwehr heraus zu oft nicht nutzen konnten. Hinzu kamen Diskussionen um ein umstrittenes Not-Zuspiel bei KW, das beim 21:24 drei Satzbälle hatte. Denen stemmte sich, wie schon gegen Lüneburg, „Hammertim“ Tim Grozer entgegen. Die Wirkung seiner Aggro-Aufschläge konnte auch Netzhoppers-Coach Christophe Achten, der gleich zwei Mal eine Auszeit nahm, nicht stoppen. Ein Ass auf die Linie brachte den 24:24-Ausgleich. Die Freude darüber währte nur kurz, weil wenig später Malescha am Block der Hausherren scheiterte. Für ihn kam in Satz drei Routinier Jochen Schöps ins Spiel. Der konnte zumindest noch mit einer genialen Fußabwehr, die zum direkten Punktgewinn führte, glänzen.

Die Uniteds, mit 3:0 in den Durchgang gestartet, aber bald mit 10:15 hintendran, bäumten sich noch einmal auf. Grozer verkürzte mit einem weiteren Wut-Ass auf 16:18. Gelegenheiten, nach guten Defensivaktionen von Ide & Co. noch einmal für Spannung zu sorgen, boten sich weiterhin, blieben aber ungenutzt. Auch vom erfahrenen Quiroga, der einmal einen Ball postwendend und knallhart zurück ins Gesicht bekam. Zu viele Nachlässigkeiten der Frankfurter erlaubten den Netzhoppers einen zügigen Endspurt, auch wenn deren verfrühter Jubel noch einmal für zwei Ballwechsel zurückgepfiffen werden musste. „Ich kann nur wiederholen, dass wir uns steigern werden, jetzt wo das Team endlich wieder komplett ist. Heute waren wir nicht solide genug, aber mit dem Engagement und Aufwand meiner Spieler bin ich zufrieden“, erklärte Juan Manuel Serramalera. Die nächste schwere Aufgabe wartet am Samstagabend in der Fraport Arena gegen Herrsching, Tickets können online gebucht werden.