„FRÜHZEITIGE ENTSCHEIDUNG WAR RICHTIG“

  • United-Chef Krick: „Profis sollten keine Sonderrechte einfordern“
  • Interessengemeinschaft positioniert sich in Trainings-Frage klar
Diese hessischen Teamsport-Vereine tauschen sich in der aktuellen Situation als Interessengemeinschaft aus.

Die Interessengemeinschaft Teamsport Hessen, der sich auch die United Volleys Frankfurt angeschlossen haben, vertritt in der Diskussion zur Wiederaufnahme des Trainings von Berufssportlern eine klare Position. Die überwiegende Mehrheit der vertretenen Clubs wird nicht in Betracht ziehen, den eigenen Trainingsbetrieb aktuell wiederaufzunehmen. „Bei uns stellt sich diese Frage sowieso nicht“, erklärt United-Geschäftsführer Jörg Krick. Die Volleyball Bundesliga habe als eine der ersten „frühzeitig die richtige Entscheidung im Sinne der Spieler, Fans und der Menschen in Deutschland“ getroffen. Hintergrund der aktuellen Debatte ist eine Neubewertung des Trainings von Berufsportlern, das im Profibereich – auch auf Druck des Profifußballs – inzwischen als Berufsausübung definiert wird.

Die Interessengemeinschaft ist der Auffassung, dass eine Aufnahme des Trainingsbetriebs in der aktuellen Situation und unter Berücksichtigung der öffentlichen Diskussion ein zum jetzigen Zeitpunkt gänzlich falsches gesellschaftspolitisches Signal wäre. Die Vereine wollen hingegen ein klares und deutliches Zeichen setzen, dass die sie ihrer sozialen Verantwortung auch in dieser Frage gerecht werden und diesbezüglich als Vorbild fungieren wollen. „Wir sehen die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts als maßgeblich an, an diese wollen und werden wir uns halten. Auch für die Freizeit- und Breitensportler bedeutet die gegenwärtige Situation eine massive Einschränkung ihres Alltags. Da sollten die Profis keine Sonderrechte einfordern, solange für alle noch vollkommene Unklarheit herrscht, wann es mit einem geregelten Spielbetrieb weitergehen kann“, so Krick.

Gleichzeitig hat die Interessengemeinschaft in ihrer gemeinsamen Erklärung jedoch klargestellt, dass diese Entscheidung nicht gegen Clubs gerichtet ist, die einen Trainingsbetrieb aufgrund ihrer sportart-spezifischen Situation in Betracht ziehen müssen, so wie dies zum Beispiel im American Football der Fall ist. Während andere Sportarten ihre Spielzeit bereits beendet oder zumindest ausgesetzt haben, stehen die Footballer erst vor ihrer Saison. Generell sei momentan die Vernetzung und der Austausch unter den Vereinen mit gleicher oder ähnlicher Betroffenheit ein entscheidender Aspekt, betont Jörg Krick: „Gemeinsam müssen wir deutlich machen, was für dramatische Folgen es für den Sport in Hessen hätte, wenn man die Bundesligaclubs in dieser noch nie dagewesenen Lage alleinließe. Da würden großflächig komplette Strukturen wegbrechen, die für Millionen Menschen in Deutschland ein verlässlicher und wichtiger Teil ihres Lebensalltags sind.“ Man sei deshalb für den Zusammenhalt mit den anderen Vereinen ebenso dankbar wie für die Bemühungen aus der Landespolitik, mit der es in Hessen einen engen und offenen Dialog gebe.