DOPPELTES GEBURTSTAGSGESCHENK

  • United Volleys bleiben auch im achten Bundesligaspiel unbesiegt
  • Nach 3:1 zuhause gegen Rottenburg weiter auf Tabellenplatz zwei
Freude über Seriensieg Nummer acht bei Luke Smith und den United Volleys (Foto: Corinna Seibert)

Zwei mal vier macht bekanntlich acht. Wenn Zwillinge ihren vierten Geburtstag feiern, ist das also allemal den achten Seriensieg der United Volleys wert. Ganz besonders, wenn die so beschenkten Geburtstagskinder Lotte und Theo Schöps heißen und ihr Vater zu den erfolgreichsten deutschen Volleyballern überhaupt gehört. Und so konnte jener Jochen Schöps, seines Zeichen Champions League-Gewinner und langjähriger Kapitän der DVV-Auswahl, am Sonntagabend zusammen mit seinen Mannschaftskollegen und den übrigen Gästen in der VIP Lounge der Frankfurter Fraport Arena lautstark ein „Happy Birthday“ für den eigenen Nachwuchs anstimmen. Zum 3:1 (25:22, 25:19, 21:25, 25:15) der Uniteds hatte er immerhin drei Punkte beigesteuert, allesamt erzielt mit jenem unglaublich gefühlvollen Handgelenk, welches ihn im Laufe seiner Karriere in Deutschland, Russ­land und Polen zu einer absoluten Ausnahmeerscheinung gemacht hat.

„Nickerchen“ im dritten Durchgang

Hinter allen lag da „ein sehr intensives Spiel“, wie es Cheftrainer Juan Manuel Serramalera beschrieb. Der Gäste aus Schwaben, denen die United Volleys Anfang Dezember auswärts noch mit 2:3 unterlegen waren, setzten auf volles Risiko im Aufschlag. Das erste Ass konnte zwar ausgerechnet United-Mittelblocker Tobias Krick zum 2:1 landen, direkt im Anschluss konterte jedoch Rottenburgs Tim Grozer mit gleich mehreren Angaben, nach denen es 2:6 stand. Zum Glück hatte „Il Krickatore“ auch im Block einen guten Tag erwischt und konnte so aus nach Ansicht von Hallensprecher Paul Becker sehr „geschmeidiger Höhe“ den einen oder anderen Punk zu der drauffolgenden Aufholjagd beitragen. Wiederum waren es Aufschläge von Milija Mrdak und Luke Smith, die den Spielverlauf drehten. Als zum Ende hin dann auch noch der eingewechselte Service-Spezialist Masahiro Yanagida eine kleine Serie hinlegte, war die 1:0-Führung gesichert.

„Unsere Annahme war nicht immer ganz stabil, aber zum Schluss haben wir den richtigen Weg gefunden, den Gegner zu kontrollieren“, attestierte Serramalera. Ähnlich lief es in Durchgang zwei, der allerdings nach einem weiteren Yanagida-Ass zum 21:14 noch frühzeitiger besiegelt war. Danach gönnten sich die Uniteds nach Ansicht ihres Chefcoaches jedoch ein kleines „Nickerchen“, das leider weit über die Zehn-Minuten-Pause hinausging. Während die Hausherren nämlich noch nach dem achten (Sieg) strebten, hatte Rottenburg seinen Achten schon dabei: Christophe Achten nämlich, den belgischen Trainer, der seine Männer nun wachgerüttelt und neu motiviert hatte. Bis zu sieben Punkte lagen die zwischenzeitlich in Front. Mehrere spektakuläre Aktionen des erneut eingewechselten Yanagida und besagtes feines Händchen von Routinier Schöps konnten da im dritten Durchgang nur noch Ergebniskosmetik leisten.

Sechs Aufschläge vom „Sol Man“

Dafür zeigten die United Volleys gleich zu Beginn von Satz vier wieder „unser bestes Volleyball“, so Juan Manuel Serramalera. Nachdem Leon Dervisaj sie am Anfang noch mit einem Zuspielertrick genarrt hatte, war Jean-Philippe Sol beim nächsten Versuch des Rottenburger Regisseurs auf dem Quivive. Vor allem in der Abwehr hängten sich die Hessen nun richtig rein und kamen so in einer einzigen Rotation bei Aufschlag ihres „Sol Man“ auf sechs Punkte. 16:6 stand es da, und das Match war entschieden. Der „MasaHero“ brauchte lediglich noch gekonnt den Block zum 25:15 anschlagen. Damit stehen die United Volleys weiter auf Platz zwei der Tabelle. Auch wenn der punktgleiche Rekordmeister Friedrichshafen einen Satz aufgeholt hat, „waren das drei weitere wichtige Zähler in unserem Endspurt vor den Playoffs“, freute sich Trainer Serramalera.

Am kommenden Wochenende erwartet die Uniteds vor dem Show-Down gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Berlin am 21. März in den Fraport Arena noch einmal eine ganz hakelige Auswärtsaufgabe. Am nächsten Samstag müssen sie bei den WWK Volleys Herrschings ans Netz. „Das ist schon wieder ein richtiger harter und gut aufgelegter Gegner, noch dazu in einer besonderen Umgebung mit der niedrigen und lauten Halle am Ammersee – Darauf allein konzentrieren wir uns jetzt“, gibt der argentinische Chefcoach die Marschrichtung vor. Wer beim Hauptrundenfinale am 21. dabei sein will, kann sich schon jetzt hier sein Ticket gegen die BR Volleys sichern. Die erste Playoff-Viertelfinalbegegnung könnte nach jetzigem Stand dann am 28. in der Fraport Arena steigen – Gegner noch ungewiss.