VORÜBERGEHEND DEN FOKUS VERLOREN

  • United Volleys nach Niederlage in Izmir raus aus dem Europacup
  • Arkas-Angreifer Lagumdzija mit 24 Punkten nicht zu kontrollieren
„Kopf hoch!“ – Nach dem Europacup-Aus geht es für die Uniteds in der Bundesliga weiter. (Foto: Corinna Seibert)

Die erneute Überraschung blieb aus: Nach dem knappen 2:3 im Hinspiel sind die United Volleys am Mittwochabend durch ein 0:3 bei Arkas Izmir aus dem europäischen CEV Cup ausgeschieden. Dabei war es nicht allein der starke Gegner, der verhinderte, dass die Frankfurter zum zweiten Mal hintereinander eine Niederlage wettmachen konnten. „Bei uns hat heute von Anfang an hat die klare Linie gefehlt, mit der wir die vorangegangenen Partien dominiert haben“, bedauerte United-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. Vor allem mit der Chancenverwertung war der Argentinier unzufrieden: „Im ersten Satz haben wir uns ganze sieben Mal durch gute Abwehraktionen den Ball erkämpft, aber keine einzige dieser Möglichkeiten in einen Punkt verwandeln können – damit macht man den anderen natürlich ein Riesengeschenk.“

Zu wenige Optionen

Dennoch präsentierte man sich gegen die Türken um den kanadischen Nationalzuspieler Jay Blankenau zunächst auf Augenhöhe. Eine leichte Führung der Hausherren glich Jean-Philippe Sol mit seinem Ass zum 13:13 aus. In der Folge erwies sich vor allem der Arkas-Block als nahezu unüberwindbar, packte sage und schreibe acht Mal erfolgreich zu. Hauptleidtragender war United-Kapitän Milija Mrdak, der es vorerst auf gerade einmal einen Punkt brachte. Beim Stand von 13:15 kam für ihn EX-DVV-Kapitän Jochen Schöps. Seine zwei Zähler und ein Ass von Masahiro Yanagida machten es bei 20:21 noch einmal spannend. Dann schlug Zuspieler Matthias Valkiers auf der Suche nach einer Lücke im Gegner-Feld ins Aus. Das gleiche Malheur passierte beim Satzball ganz knapp auch dem Australier Luke Smith – zumindest nach Meinung des Schiedsgerichts, welches sich für diese Entscheidung gehörig Zeit ließ.

In Durchgang zwei gab es durch einen Krick-Block beim Stand von 8:7 die erste Gäste-Führung, auch Mrdak kam nun besser in Schwung. Weil er nach einem langen Kopf-an-Kopf-Rennen bei 16:17 einen Touch von Izmir monierte, sah Juan Manuel Serramalera die Gelbe Karte. Es sollte nicht der einzige Pfiff des mazedonischen Unparteiischen bleiben, mit dem er an diesem Tag nicht einverstanden war. Viel entscheidender für den nächsten Satzverlust sei allerdings gewesen, dass nun zeitweise die Annahme der United Volleys dem hohen Aufschlagdruck der Türken nicht mehr standgehalten habe, wodurch die Optionen im Zuspiel weiter eingeschränkt worden seien, analysierte der Chefcoach. Ohnehin waren die Hessen „ohne Zwei“ in die Fremde gereist. Mit den Niederländern Ewoud Gommans (international nicht spielberechtigt) und Floris van Rekom (verletzt) fehlten wertvolle Angriffsalternativen.

Comeback gelingt nicht ganz

Ein zusätzliches Handicap erlitt vorübergehend „MasaHero“ Yanagida – einer der beiden verbliebenen Annahmespieler. Kurz vor der „Crunchtime“ verlor er eine Kontaktlinse. Teamkollege Sol, der den auf eine rasche Spielfortsetzung drängenden Schiri besänftigen wollte, wurde mit der nächsten „Gelben“ wegen Spielverzögerung bestraft. Im dritten Durchgang war die Sehhilfe frisch gereinigt wieder an Ort und Stelle. Einfach kein Kraut gewachsen war dennoch weiterhin gegen den 2,10-Meter-Mann, der bei Izmir einen absoluten Ausnahmetag erwischt hatte: Diagonal­angreifer Adis Lagumdzija kam in den drei Sätzen auf unglaubliche 24 Punkte und war für die United Volleys einfach nicht zu kontrollieren.

„Er war der Schlüsselspieler, der den Unterschied ausgemacht hat“, konstatierte Serramalera. Darüber hinaus sei Arkas mit seinen baumlangen Spielern durchweg stabil im Block gewesen. Dennoch schien noch einmal ein United-Comeback in greifbarer Nähe. Von 18:23 arbeiteten sich die Frankfurter auf 21:23 heran. Im darauffolgenden Ballwechsel eröffnete sich sogar die Chance zum 22:23-Anschluss, die aber in mehreren Anläufen ungenutzt blieb. So jubelten am Ende die offiziell 3.000 Zuschauer und Fans des zweifachen türkischen Meisters und CEV Cup-Siegers von 2009. Die United Volleys können sich damit in den kommenden Wochen komplett auf das Rennen um die besten Plätze für die Meisterschafts-Playoffs konzentrieren. Durch ihre jüngste Erfolgsserie und den Sprung auf Tabellenrang drei ist dabei noch alles möglich. Wegen des Pokalfinales gibt es nun erst einmal eine willkommene Pause bis zum nächsten Heimspiel gegen Giesen am 22. Februar. Tickets sind hier erhältlich.