GEWITTER-WARNUNG FÜR DIE UNITEDS

  • United Volleys wollen Revanche gegen Königs Wusterhausen
  • Brandenburger nach Siegesserie mit ordentlich Selbstbewusstsein
Auf United-Libero Urban Toman und seine Kollegen kommt gegen KW einiges an Arbeit zu. (Foto: Corinna Seibert)

Schneller als für möglich gehalten und erhofft sind die United Volleys nach ihrem 3:0-Erfolg vom Mittwoch gegen Lüneburg auf den dritten Platz der Volleyball Bundesliga-Tabelle vorgerückt. Mit einem gewonnenen Satz mehr rangieren sie knapp vor dem Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen. In einem anderen Ranking liegen die Uniteds sogar noch weiter vorn, nämlich an Position zwei – und zwar dann, wenn man nur auf die Heimspiele der laufenden Saison schaut. 20 Punkte haben die Frankfurter da in bisher acht Spielen, von denen sieben siegreich endeten, eingefahren. Die einzige Niederlage in der Fraport Arena datiert vom 13. November und kam damals einigermaßen überraschend gegen jenen Gegner, zu dem die United Volleys an diesem Wochenende reisen: die Netzhoppers KW-Bestensee.

Starkes kanadisches Quartett beim Gegner

Mittlerweile dürften allerdings alle Konkurrenten die Männer aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen auf dem Zettel haben. Die sorgten in den zurückliegenden Wochen mit drei Siegen in Serie gegen Düren, Bühl und in Friedrichshafen für Furore, holten zuvor schon einen Punkt im Derby bei den Berlin Recycling Volleys. Ein nahezu perfekter Jahresauftakt also für die Netzhoppers, die dementsprechend am Samstagabend mit breiter Brust in ihrer heimischen „Grünen Hölle“ aufschlagen dürften. Die United Volleys sollten allerdings vorgewarnt sein, denn die Klatsche im Hinspiel fiel mit 1:3 deutlich aus. Vor allem Ex-Nationalspieler Dirk Westphal hatte seinerzeit bei Königs Wusterhausen einen Sahnetag erwischt und 25 Punkte erzielt. Zudem war Mittelblocker Arran Chambers, einer von vier Kanadiern im KW-Team, am Netz fast unüberwindbar.

Der 2,02-Meter-Mann ist dabei nicht einmal der Top-Blocker bei den Netzhoppers. Das ist mit 33 Punkten in der laufenden Spielzeit sein Landsmann Uchenna Ofoha. Dass mit Casey Schouten ein weiterer Nordamerikaner auf Platz zwei des ligainternen Scorer-Rankings liegt, verdeutlicht, dass die jüngsten Erfolge nicht von ungefähr kommen. „Das ist eine gefährliche Mannschaft, sehr gut eingespielt und mit einigen absolut herausragenden Akteuren“, urteilt United-Coach Juan Manuel Serramalera über den Kader von Bundesliga-Urgestein Mirko Culic. Die Frankfurter müssen also auch auswärts eine Top-Leistung abliefern, wenn sie ihren eigenen Weg nach oben fortsetzen wollen. Dass einige Spieler nach dem engen Programm der vergangenen Tage, welches kommende Woche mit der Reise zum CEV Cup in Izmir nahtlos weitergeht, mit der einen oder anderen Blessur in die Begegnung gehen, darf da vom Anpfiff an keine Rolle mehr spielen.

Noch keine Zeit zum Durchschnaufen

Einstellen muss sich der United-Annahmeriegel um Libero „Urby“ Toman wohl auf ein wahres Aufschlag-Gewitter der Netzhoppers, die am Mittwoch in Friedrichshafen unglaublich 15 Asse ins Feld zimmerten. In der engen und lauten Landkost-Arena der Gemeinde Bestensee gilt es also, Ruhe und Nerven zu bewahren, damit die angestrebte Revanche gelingt. Nach Izmir bekommen die United Volleys dank des Pokal-Wochenendes, welches sie zugegebenermaßen lieber auf dem Spielfeld als vor dem Fernseher bestritten hätten, dann endlich ein paar freie Tage zum Durchschnaufen. „Aber bis dahin müssen wir hart und konzentriert weiterarbeiten. Mit weniger als einhundert Prozent gewinnt man in dieser Liga in dieser Saison kein Spiel“, warnt Cheftrainer Serramalera.