ERST GIBT’S WAS AUFS AUGE, DANN DREI PUNKTE

  • United Volleys rücken mit Sieg gegen Lüneburg in der Tabelle vor
  • Neuzugang Schöps freut sich über „schönes Willkommensgeschenk“
Nach nur 74 Minuten konnten die United Volleys das 3:0 gegen Lüneburg bejubeln. (Foto: Corinna Seibert)

Nächstes Verletzungsopfer bei den United Volleys: Am Mittwochabend war es zum Glück „nur“ der erfahrene Mannschaftsarzt Dr. Harald Hake, den es noch vor dem 3:1 (25:20, 25:15, 25:17)-Sieg der Frankfurter gegen die SVG Lüneburg bös erwischt. Beim Einschlagen bekam er einen Ball so druckvoll gegen die Brille, dass sich diese in ihre Einzelteile zerlegte und eine kleine Platzwunde im Bereich der Augenbraue des „Doc“ hinterließ. Das sollte zum Glück das einzige Negativerlebnis für die Uniteds an diesem Abend bleiben. „Das war wirklich ein sehr konzentrierter Auftritt und vor allem eine geschlossene Teamleistung meiner Spieler“, freute sich Cheftrainer Juan Manuel Serramalera über die nächsten drei Punkte, die nach gerade einmal 74 Spielminuten eingefahren waren.

Mrdak mit 67 Prozent Erfolgsquote

Zum ersten Mal demonstrierten die Uniteds ihren unbändigen Siegeswillen am Ende von Satz eins. Den hatten sie vor knapp 1.000 Zuschauern in der Fraport Arena über weite Strecken dominiert und eine Vier-Punkte-Führung herausgearbeitet, bevor Lüneburgs Nationalspieler Anton Brehme – später zum Silber-„MVP“ gewählt – mit einer beeindruckenden Aufschlagserie den Anschluss zum 22:21 herstellte. Den gerade aufkeimenden Hoffnungen der Norddeutschen schob allerdings der „Mainblock“ einen ersten Riegel vor. Gleich bei der nächsten Aktion war es dann „Il Krickatore“ Tobias Krick, der heranflog und einen weiteren SVG-Angriffsversuch zunichtemachte. In den zweiten Durchgang starteten die Hausherren zwar mit einem 2:5-Rückstand. Aber dank des unerschrockenen Abwehreinsatzes von Libero Urban „Urby“ Toman war bereits beim 8:8 der Ausgleich geschafft.

Anschließend stand das United-Block- und Abwehrbollwerk wieder. Vor allem „Milijardär“ Milija Mrdak räumte immer wieder gnadenlos ab. Der Kapitän kam am Ende der Partie als „Wertvollster Spieler“ auf eine außergewöhnliche Offensiv-Erfolgsquote von 67 Prozent. Durch mehrere clevere Abschlüsse zeichnete sich zudem Außenangreifer Ewoud Gommans aus, der in entscheidenden Momenten einmal mehr zum „Go-to-Gommans“ wurde. Als auch noch der für den Japaner Masahiro Yanagida hereingekommene Luke Smith unerwartet aus dem Hinterhalt attackierte, hieß es bereits 21:14. Dass die Gäste wenig später beim Satzball sogar die eigene Spielerbank abräumten, konnte sie nicht vor dem 0:2 bewahren. Ähnlich eindeutig verlief auch der dritte Akt der Begegnung. Kanonen-Aufschläge von Mrdak mit anschließendem Monsterblock von Jean-Philippe Sol bescherte den ersten deutlicheren Vorsprung zum 13:10.

„Schritt für Schritt“ weitermachen

Von da an zogen die Uniteds auf 19:13 und 22:15 davon, immer wieder beflügelt von krachenden Blockpunkten durch Krick oder „Luke dicht“ Smith. Den Matchball verwandelte standesgemäß wieder der Kapitän. Neuzugang Jochen Schöps konnte sich das Match hingegen weitgehend entspannt von draußen anschauen. „Das war ein schönes Willkommensgeschenk, das mir die Mannschaft mit dieser stabilen Leistung gemacht hat. Da konnte ich einfach die Super-Atmosphäre in der Halle genießen“, erklärte der 318-fache Nationalspieler und langjährige Spielführer der DVV-Auswahl, der erst zweieinhalb Tage mit seinen neuen Kollegen trainiert hatte. Schneller als erwartet sind die Frankfurter damit auf Tabellenplatz drei vorgerückt – Aber „wir müssen auf dem Boden bleiben und Schritt für Schritt an die nächsten Aufgaben herangehen“, mahnte Coach Serramalera vor dem Auswärtsspiel am Samstag in Königs Wusterhausen, dem zweiten Friedrichshafen-Bezwinger der Woche.