EISKALT ABGEBLOCKT: SIEBTER SIEG IN SERIE

  • Verfolgerduell gegen AlpenVolleys Haching in Innsbruck endet 3:1
  • Auf Tabellenplatz zwei ins Revanche-Heimspiel gegen Rottenburg
Abwehrstark zur rechten Zeit: nächster Sieg für Masahiro Yanagida und seine United Volleys (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys haben ihre Serie in der Volleyball Bundesliga fortgesetzt und mit dem siebten Sieg hintereinander beim direkten Konkurrenten Hypo Tirol AlpenVolleys Haching ihren zweiten Tabellenplatz verteidigt. Waren es vor dem Match gerade einmal 46 Ballpunkte, die beide Teams trennten, so liegen die Frankfurter nach dem 3:1 (20:25, 25:20, 25:21, 25:22)-Erfolg nun mit 41 Ranking-Punkten drei Zähler vor ihrem deutsch-österreichischen „Lieblingsgegner“ (38), den sie im sechsten Aufeinandertreffen zum fünften Mal bezwangen. Tuchfühlung hält weiterhin der VfB Friedrichshafen (41), der gerade einmal zwei Sätze schlechter dasteht als die Uniteds. „Ich bin heute nicht nur glücklich über das Ergebnis, sondern auch über die Reaktion, die meine Spieler gezeigt haben, wenn es einmal schlechter lief“, freute sich Cheftrainer Juan Manuel Serramalera.

Megarally-Lawine

Das war nach ausgeglichenem Beginn gleich im ersten Satz der Fall, der mit leichter Verzögerung angepfiffen wurde. Der Grund: Einer der Schiedsrichter war versehentlich in einem der vielen Räume der Innsbrucker Olympiahalle eingesperrt worden und musste erst mit dem richtigen Schlüssel befreit werden. Von Beginn an auf Zack war dafür der Hachinger AlpenBlock, an dem sich die United-Angreifer Frostbeulen holten. Frühzeitig kam deshalb anstelle von Japan-Blitz Masahiro Yanagida der 20 Zentimeter längere Australier Luke Smith herein. Die rund 450 Meter Höhenunterschied zwischen der Mainmetropole und der Tiroler Landeshauptstadt konnte das vorerst allerdings nicht wettmachen. Da die Frankfurter – ganz im Gegensatz zu den Gastgebern – auch bei den Angaben schwächelten, fast durch die Bank mit zu wenig Druck und zu hoher Fehlerquote aufschlugen, ließ sich das 0:1 nicht mehr verhindern.

Der erste Service-Winner von Regisseur Matthias Valkiers bedeutete in Durchgang zwei direkt die erste Führung (8:7). Die gaben die Gäste fortan nicht mehr her, wehrten stark ab und begannen nun ihrerseits, die bis dahin unterirdische Blockbilanz mehr und mehr zu steigern. Nach dem Satzausgleich sprach vieles für den üblichen Spielverlauf zwischen den beiden Top-Teams, deren Begegnungen fast immer in den Tiebreak gegangen waren. So lagen die United Volleys kurz drauf schon wieder mit 0:4 zurück, diesmal allerdings unglücklich, da sich beide Mannschaften mit einer wahren Lawine hochklassiger „Megarallys“ wirklich in nichts nachstanden. Ein Ass des diesmal wieder einsatzbereiten „Sonnenkönigs“ Jean-Philippe Sol brachte den Anschluss zum 6:7, bis zum 17:19 liefen die Uniteds den Hausherren, die überraschend erneut auf ihren an der Schulter verletzten Liga-Topscorer Paulo Da Silva aus Brasilien verzichten mussten, dennoch hinterher.

Hessische „Juchzerer“

Es war eine jener Phasen, in denen der Coach den „starken Charakter“ seiner Männer erkannte. Die glichen nicht nur zum 20:20 aus, sondern starten nach dem 20:21 in eine unwiderstehliche Schlussphase, angeführt vom stark aufschlagenden Franzosen Sol. Höhepunkt war Tobias Kricks staubtrockener Einerblock gegen Hachings Pedro Frances – am Ende sollte der „Krickster“ auf sechs Blockpunkte kommen, kaum zu glauben nach der mageren Frankfurter Ausbeute in Satz eins. So eiskalt wie sie die AlpenVolleys nun abgeblockt hatten, gingen die United Volleys auch in Durchgang vier. „Da hatten wir die Chance, schnell alles klarzumachen, haben aber bei vielen Möglichkeiten aus der Abwehr heraus den Ball nicht tot- und es uns selbst damit unnötig schwergemacht“, befand Juan Manuel Serramalera.

Auch das bekamen Kapitän und „MVP“ Milija Mrdak (22 Punkte) und seine Kollegen aber in den Griff. Nationalspieler Krick blockte erst zum 22:21 und versenkte wenig später in der Mitte das 23:22. Nach einem Zuspielfehler bei Haching, der vom Schiedsrichter mit dem 24:22 geahndet wurde, war es letztendlich der – wie schon in Satz drei – eigentlich zum Aufschlag eingewechselte „MasaHero“ Yanagida, der weit hinter dem Spielfeld noch den Ball vom Boden kratzte und damit das 25:22 durch Ewoud Gommans möglich machte. Anschließend hörte man statt der 1.200 einheimischen Zuschauer nur noch die hessischen „Juchzerer“ der Uniteds und ihrer mitgereisten „Red Block“-Fans. Den wichtigen Sieg gilt es nun am kommenden Sonntag um 17 Uhr zuhause gegen den TV Rottenburg zu bestätigen, um vor den Playoffs auf einem der „Treppchenplätze“ zu bleiben. Und schließlich gibt es gegen die Schwaben auch noch etwas aus dem Hinspiel gutzumachen. Karten sind hier erhältlich.