OHNE DREI SPIELER FAST MIT DREI PUNKTEN

  • United Volleys verlieren nach 2:0-Führung noch in Düren
  • Ab Satz vier muss auch Außenangreifer Nummer drei passen
Ganz knapp sprangen die United Volleys (Jean-Philippe Sol) in Düren am möglichen 3:0-Sieg vorbei. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys sind gut ins neue Jahr gestartet – Über die Ziellinie haben sie es im ersten Spiel am Mittwoch bei den SWD Powervolleys Düren trotzdem nicht geschafft. Nach einer 2:0-Führung gaben sie die Begegnung noch mit 2:3 (25:23, 25:20, 34:36, 21:25, 13:15) aus der Hand. In Satz zwei hatten sie beim Stand von 24:22 bereits zwei Matchbälle gehabt, später kamen noch einmal vier weitere dazu, die alle vergeben wurden. Dabei waren die Frankfurter schon von vornherein mit einer großen Hypothek in die Nordeifel gereist. Mit Floris van Rekom fiel der stärkste Außenangreifer der bisherigen Saison aus, mit Luke Smith fehlt schon seit Wochen ein weiterer international erfahrener Mann auf dieser Position. Um mit dem Japaner Masahiro Yanagida nicht nur einen einzigen etatmäßigen Annahme/Außen-Spieler aufbieten zu können, hatten die Uniteds kurzfristig noch den niederländischen Nationalspieler Ewoud Gommans verpflichtet.

Nach drei Sätze ist der Virus stärker

Ausgerechnet der fing sich in Düren prompt einen Magen-Darm-Virus ein. Drei Sätze lang stellte er dennoch sein Können unter Beweis und stabilisierte das Spiel der United Volleys – Danach ging nichts mehr und der völlig ausgelaugte 2,02-Meter Mann mit wackeligen Knien in die Kabine.  Mit Gommans hatten sich die Gäste Durchgang eins in einem nervenstarken Endspurt gesichert. Danach legte „Kamikaze-Aufschläger“ Yanagida direkt wieder mit zwei Assen und einer Serie zum 5:0 vor. Zwar konnten die Powervolleys noch einmal zum 17:17 ausgleichen, aber mit weiteren Service-Winnern von Kapitän Milija Mrdak und Yanagida verstanden es die Gäste erneut, cool zu kontern. Auch der „Mainblock“ packte bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder kompromisslos zu. Nachdem die Hausherren in Satz drei erstmals seit langem zwischenzeitlich die Nase vorn gehabt hatten, war es wieder der japanische Nationalteamkapitän, der mit zwei Punkten die Weichen vermeintlich auf Sieg stellte.

Als dann die große Chance auf die ersten drei Punkte des Jahres nach hartem Fight zunächst vergeben war, bekam Düren spürbar Oberwasser. Auf der Außenposition musste bei den Uniteds fortan der zweite Diagonalangreifer Peter Wolf aushelfen. Schon zuvor war anstelle von DVV-Blocker Tobias Krick, dem man von Anfang an die harte Woche mit fünf Matches bei der Olympia-Qualifikation in Berlin angemerkt hatte, Paul Henning ins Spiel gekommen. Auch in dieser Besetzung hielten die Hessen in Durchgang vier bis zum 18:18 mit. Dann jedoch wurde statt Frankfurts „Masa“ immer mehr Dürens Lukas Maase zum entscheidenden Akteur. Der eingewechselte 2,12-Meter-Youngster der Powervolleys kam bis Spielende noch auf 11 Zähler. Trotzdem gaben sich die United Volleys auch im unvermeidlichen Tiebreak keinesfalls kampflos geschlagen. Durch Blockpunkte von Mrdak und Henning, der mit einer cleveren Angabe zudem die perfekte Vorlage für den nächsten „Monsterblock“ gab, zogen sie bis auf 8:5 davon. Anschließend lieferte aber Dürens Zuspiel-Routinier Tomas Kocian eine blitzsaubere Aufschlagserie bis zum 8:10 ab.

Ohne Optionen zu ausrechenbar

Noch einmal glichen die ersatzgeschwächten Frankfurter danach aus, mehr war aber nicht mehr drin. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir nicht nach drei Sätzen den Deckel draufmachen konnten, aber auch nur darüber“, betonte Cheftrainer Stelio DeRocco. Ansonsten gab es von ihm nur Lob und Bewunderung für „den Kampfgeist und den Charakter meiner Spieler, die angesichts der unglaublichen Nackenschläge, mit denen wir heute und im Vorfeld konfrontiert waren, nie aufgegeben haben. Besonders vor Ewoud, der sich gleich so bravourös in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, kann ich nur den Hut ziehen.“ Allerdings musste auch der Coach erkennen, dass „wenn dann auch noch die letzte Option wegfällt, man im Volleyball von heute einfach zu ausrechenbar wird und der Gegner leichtes Spiel hat.“ Nichtsdestotrotz wollte er die Partie als „Schritt nach vorn“ sehen: „Wenn wir die Rückrunde mit so viel Herz bestreiten, wie wir es heute gezeigt haben, können wir Großes erreichen.“ Die nächste Herausforderung wartet am Sonntag zuhause gegen die HEITEC Volleys Eltmann, Tickets gibt es hier.