MIT KURZER EINGEWÖHNUNGSZEIT IN DIE RÜCKRUNDE

  • United Volleys reisen verletzungsgeschwächt nach Düren
  • Japaner Yanagida zwischenzeitlich einziger Außenangreifer
United-Japaner Masahiro Yanagida muss in Düren zumindest nicht als Einzelkämpfer auf Annahme/Außen antreten. (Foto: United Volleys/Corinna Seibert)

„Den positiven Trend aus der Weihnachtszeit mitnehmen“ – Das war eigentlich das Ziel der United Volleys Frankfurt für ihren Start in die Rückrunde der Volleyball Bundesliga. Mit den Siegen gegen Herrsching und im Europapokal in Weißrussland sowie dem überraschenden Punktgewinn beim Deutschen Meister und Tabellenführer Berlin hatten die Männer von Cheftrainer Stelio DeRocco nach zuvor eher durchwachsenen Leistungen eindeutig aufsteigende Tendenz demonstriert. Vor der ersten Partie am Mittwochabend bei den SWD powervolleys Düren ist die Fortsetzung dieser Erfolgsserie jedoch zumindest gefährdet. Der Grund: Das Verletzungspech hat wieder einmal bei den Frankfurtern zugeschlagen, und diesmal gleich doppelt und mehrfach. Eine Bänderdehnung bei Paul Henning im Fußgelenk, Kniebeschwerden bei Jean Philippe Sol und kleinere muskuläre Probleme im Oberschenkel von Libero Urban Toman waren da noch die kleinsten Probleme.

Smith und van Rekom fallen vorerst aus

So laboriert Außenangreifer Luke Smith aus Australien nach wie vor an seiner Schulterverletzung von Ende November, die sich zwischenzeitlich als gravierender herausgestellt beziehungsweise nachträglich noch einmal verschärft hat. Auch seine Teilnahme an der (leider ebenso wie für Deutschland erfolglosen) Olympiaqualifikation seiner Nationalmannschaft hatte er deshalb absagen müssen. Mit dem Niederländer Floris van Rekom – in der Hinrunde überragender Akteur bei den Uniteds – fällt nun ausgerechnet ein weiterer Annahmespieler aus. Bei ihm ist es eine Sehne im Ellenbogen, die lädiert ist. Beide drohen, trotz aller intensiven Maßnahmen der medizinischen Abteilung, zumindest noch mehrere Wochen zu fehlen. Damit wäre Japan-Kapitän Masahiro Yanagida der einzige verbliebene etatmäßige Spieler auf dieser Position.

Und das ausgerechnet vor einer Begegnung, die nach der diesmal vergleichsweise langen Pause zum Jahreswechsel gleich zu Beginn mit einem echten Härtetest aufwartet. Ihr Heimspiel gegen Düren konnten die United Volleys Ende Oktober zwar klar und deutlich mit 3:0 gewinnen. Im Pokal-Viertelfinale drehten die powervolleys den Spieß jedoch mit 3:1 um und zogen später sogar ins Finale des prestigeträchtigen Wettbewerbs ein, welches am 16. Februar in der Mannheimer SAP Arena stattfindet. Überhaupt klaffen bei den Nordeiflern, die sich wie ihr nächster Gegner in dieser Saison bislang unerwartet unbeständig präsentierten, die Ergebnisse zuhause und in der Fremde weit auseinander. Während das SWD-Team auswärts gerade einen einzigen Sieg landen konnte, ging man zuhause in vier von sechs Fällen als Gewinner vom Feld, zuletzt sogar nach einem 3:0 gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen.

Wunschkandidat Ewoud Gommans ist schon da

„Düren wird gegen uns sicher wieder mit großem Selbstbewusstsein auflaufen und seine Stärken im Aufschlag sowie im schnellen Spiel über die Mitte ausspielen wollen“, erwartet Stelio DeRocco. Dementsprechend haben die Frankfurter Club-Verantwortlichen auf die anhaltende Verletzungsmisere reagiert und die Tokio-2020-Qualifikationsspiele mit einem Großteil der europäischen Volleyball-Elite in der Berliner Max-Schmeling-Halle für eine Neuverpflichtung genutzt. Aus der niederländischen Nationalmannschaft kommt mit dem 29-jährigen Ewoud Gommans ein Annahme/Außen-Spezialist mit langjähriger internationaler Erfahrung an den Main. Der 2,02-Meter-Mann ging in der Bundesliga einst für Moers (mit Ex-United-Manager Henning Wegter) und Unterhaching (mit dem früheren Frankfurter Kapitän Sebastian Schwarz) ans Netz.

Außer in Holland und der Schweiz schlug er zudem für mehrere französische Topvereine auf, zuletzt beim CEV Cup-Teilnehmer Chaumont. Auf europäischer Ebene darf er deshalb nicht mehr eingesetzt werden. „Aber für uns hat die Bundesliga Priorität“, erklärt Geschäftsführer Jörg Krick. „Da wollten wir nicht aufgrund des Europacups einen Spieler holen, der nicht unsere erste Wahl gewesen wäre. Ewoud war unser Wunschkandidat und wir sind froh, dass wir ihn gewinnen konnten.“ Wie sehr der Neue bei den United Volleys bereits den entscheidenden Unterschied machen und die große Lücke füllen kann, welche die aktuellen Ausfälle reißen, muss sich nach kurzer Eingewöhnungszeit erst zeigen. Nach einem Einsatz im Testspiel gegen den belgischen Erstligisten Tectum Achel (3:1) am Samstag und immerhin zwei weiteren Trainingseinheiten wird er morgen die Reise nach Düren mitantreten und alles für einen gelungenen Jahresauftakt geben.