„GO-TO-GOMMANS“ SETZT DEN SCHLUSSPUNKT

  • United Volleys Frankfurt siegen 3:0 gegen Eltmann
  • Japanische Fan-Begeisterung in der Fraport Arena
Hunderte kleine und große Landsleute nahmen Japan-Star Masahiro Yanagida noch lange nach Spielende in Beschlag.

Vor einer außergewöhnlichen Kulisse haben die United Volleys in ihrem ersten Heimspiel des Jahres am Sonntagnachmittag das erhoffte Ergebnis erzielt. Gegen die HEITEC Volleys Eltmann siegten die Frankfurter nach nur 76 Spielminuten ungefährdet mit 3:0 (25:18, 25:21, 25:23). Unter den gut 2.100 begeisterten Fans in der Fraport Arena ganz besonders enthusiastisch dabei: über 500 japanische Landsleute von Japan-Star Masahiro Yanagida. Knapp 100 – fast ausnahmslos weibliche – Anhänger waren eigens mit dem „Masahiro Yanagida Supporters Club“ für das Match und ein insgesamt viertägiges Besuchsprogramm aus der Heimat eingeflogen. Der Rest kam von der Japanischen Internationalen Schule Frankfurt, die für dieses Ereignis fast die komplette Schüler-, Lehrer- und Elternschaft mobilisiert hatte.

United Volleys mit dem „Kid Block“

Sie alle erlebten zunächst einen weitgehend ausgeglichenen Start in die Partie. Bis zur zweiten Technischen Auszeit blieb der Aufsteiger aus Franken auf Tuchfühlung mit den Gastgebern. Die hatten diesmal von Beginn an die beiden „jungen Wilden“ Louis Kunstmann und Paul Henning im Mittelblock aufgeboten. Nationalspieler Tobias Krick und der französische Routinier Jean-Philippe Sol wurden geschont. Henning nutzte dann auch gleich die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen, und holte mit zwei Assen zum 21:16 den entscheidenden Vorsprung in Durchgang eins heraus. Am Ende der Partie sollten die beiden starken Youngster gleichermaßen auf sieben Punkte und jeweils zwei erfolgreiche „Mainblocks“ kommen.

Den Satzball zum 1:0 verwandelte zur Freude des Publikums kein anderer als „MasaHero“ Yanagida. Er war mit 13 Zählern auch an diesem Tag einer der auffälligsten Akteure in den Reihen der Hessen – nicht nur deshalb, weil viele seiner Aktionen schon vor dem Abschluss mit Ausrufen des Entzückens bedacht und durchgehend per Foto- und Handykamera festgehalten wurden. Topscorer des Tages wurde allerdings mit Ewoud Gommans der zweite Außenangreifer der United Volleys, der sich angesichts der anhaltenden Verletzungsmisere und der daraus resultierenden Alternativlosigkeit auf dieser Position ebenso von selbst aufgestellt hatte. Umso höher waren seine 15 Punkte sowie die Übersicht und Cleverness, mit welcher der niederländische Auswahlspieler diese erzielte, zu bewerten.

Trainer-Lob für den Gegner

Auf dieser soliden Basis sicherten sich die Uniteds auch den zweiten Satz in der „Crunchtime“. Deutlich mehr Spannung kam danach in Durchgang drei auf, in dem die HEITEC Volleys kurz vor Schluss noch mit 20:17 führten. „Eltmann hat hier mit viel Leidenschaft und Engagement gespielt und sich nicht hängenlassen. Wenn man bedenkt, mit welchen Schwierigkeiten das Team momentan konfrontiert ist, kann man vor dieser Leistung nur den Hut ziehen“, lobte United-Cheftrainer Stelio DeRocco den Gegner, der nach der Insolvenz seiner Spielbetriebsgesellschaft kurz vor Weihnachten um den Verbleib in der Volleyball Bundesliga kämpft. Mit drei Punkten in Serie und einem „Monsterblock“ des Bad Sodeners Kunstmann schafften die Hausherren jedoch den Ausgleich.

Der Matchball blieb wiederum dem holländischen „Go-to-Gommans“ vorbehalten, der aus dem Hinterfeld Eltmanns Libero Shunsuke Watanabe – dem zweiten Japaner auf dem Spielfeld – keine Chance ließ. Die goldene „MVP“-Medaille bekam anschließend Publikumsliebling Yanagida, auf Seiten der Gäste wurde Carlos Antony ausgezeichnet. Nach Ende des offiziellen Protokolls ergoss sich dann eine wahrer Massenansturm an Fans über den Nippon-Nationalmannschafts­kapitän, der noch lange nach dem Spiel mit Autogrammen und Selfies beschäftigt war. „Wenn in ein paar Wochen noch Floris van Rekom und Luke Smith zurück und wir auf Außen wieder voll besetzt sind, werden wir noch stärker sein“, freute sich DeRocco. Kommendes Wochenende reisen die Uniteds zu den Bisons nach Bühl. Danach folgt ein Heimspiel-Marathon im CEV Cup gegen Arkas Izmir (29.1.), gegen den Rekordmeister VfB Friedrichshafen (1.2.) und die SVG Lüneburg (5.2.) – Tickets gibt es hier.