FEUERTAUFE FÜR DEN YOUNGSTER?

  • Dezimierte United Volleys erwarten am Mittwoch Arkas Izmir
  • Internats-Nachwuchstalent Ben Bierwisch hilft auf Außen aus
Einen weiteren Auftritt auf internationalem Parkett können die United Volleys am Mittwoch gegen Izmir feiern. (Foto: Corinna Seibert)

Dass es die United Volleys mit einem 3:1-Auswärtssieg im weißrussischen Minsk kurz vor der Weihnachtspause doch noch ins Achtelfinale des CEV Cups geschafft haben, war sicherlich eine kleine Überraschung. Im Hinspiel waren sie gegen Shaktior Soligorsk zuhause noch knapp mit 2:3 unterlegen. Mit ihrem selbstbewussten Auftritt in der Fremde verdienten sie sich jedoch den Einzug in die nächste Runde gegen den türkischen Vertreter Arkas Izmir. Auch dieses Duell beginnt am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Fraport Arena mit einem Heimspiel für die Frankfurter. Die präsentieren sich ihren Fans mit einem neuen Gesicht an der Seitenlinie, nachdem erst zu Wochenbeginn der Argentinier Juan Manuel Serramalera den kanadischen Cheftrainer Stelio DeRocco abgelöst hat.

Ewoud Gommans darf nur zuschauen

Den neuen Coach erwartet bei seiner Premiere gleich eine nahezu unlösbare Aufgabe. Die United Volleys müssen gegenüber den bisherigen drei Partien des Jahres 2020 nämlich in noch einmal reduzierter Besetzung antreten. Nach dem längerfristigen Ausfall der beiden Top-Außenangreifer Luke Smith und Floris van Rekom hatte man sich für den erfahrenen Niederländer Ewoud Gommans als Nachverpflichtung entschieden – wohl wissend, dass dieser nach seinen Einsätzen für den französischen Spitzenverein Chaumont im Europapokal nicht spielberechtigt sein würde. „Priorität haben für uns die Bundesliga und die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft“, betont Pressesprecher Jan Wüntscher noch einmal, „deshalb haben wir den Spieler geholt, der für uns hierfür erste Wahl war, und keinen Kompromisskandidaten.“

Nach starken Leistungen von Gommans sieht man sich in diesem Entschluss noch einmal bestätigt. Da allerdings die zwei genannten Leistungsträger nach wie vor verletzt sind, muss auf Außen neben dem Japaner Masahiro Yanagida womöglich einer ran, der zuvor noch nicht einmal Erstliga- geschweige denn Europacup-Luft auf dem Spielfeld geschnuppert hat. Der 17-jährige Ben Bierwisch geht normalerweise als Kapitän für das Volleyballinternat Frankfurt in der 2. Bundesliga ans Netz und gehört außerdem zum Kader der deutschen Juniorennationalmannschaft. Mit einem Doppelspielrecht ausgestattet, darf er jedoch zusätzlich auch in allen Wettbewerben bei den United Volleys aushelfen. Schon seit mehreren Monaten war er immer wieder im Training bei den „großen Nachbarn“ in der Wintersporthalle dabei und wurde von Trainern und Kollegen als herausragendes Nachwuchstalent gelobt.

Eingespieltes kanadisches Duo

Gegen die starken Türken dürfte sein denkbarer Einsatz dennoch zu einer echten Feuertaufe werden. Das Arkas-Team aus der Millionenstadt an der Ägäisküste wird mit Trainer Glenn Hoag und Zuspieler Jay Blankenau, der 2016/17 in der Bundesliga für die SWD Powervolleys Düren aufschlug, von einem eingespielten und international erfahrenen kanadischen Duo angeführt. Als gefährlichsten Mann sieht der neue United-Chef Serramalera darüber hinaus den 2,10-Meter-Mann Adis Lagumdzija auf Diagonal: „Das ist eine echte Waffe, die jeder Abwehr Schwierigkeiten bereiten kann. Aber auch sonst ist Izmir auf allen Positionen sehr gut besetzt.“ Unter den gegebenen Umständen sieht er die Begegnung als „große Chance für meine Mannschaft, ohne Druck aufzuspielen und es zu genießen, sich auf diesem Niveau mit einem solch hochklassigen Gegner messen zu können.“ Tickets gibt es hier.