ZUM GLÜCK „PÈJ“ GEHABT

  • Frankfurter Erstligavolleyballer siegen 3:1 gegen Herrsching
  • Um 5:30 Uhr morgens geht es weiter zum Europacup nach Minsk
Nervenstark präsentierten sich Kapitän Milija Mrdak und die United Volleys in den entscheidenden Situationen gegen Herrsching. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys sind auf die Siegerstraße zurückgekehrt und haben auch im achten Volleyball Bundesliga-Heimspiel ihre weiße Weste gegen die WWK Volleys Herrsching verteidigt. Mit dem 3:1 (25:19 22:25 25:23 25:18) vor fast 1.200 Fans in der Fraport Arena überholten die Gastgeber die Bayern auch in der Tabelle und stehen nunmehr auf Rang fünf, mit Tuchfühlung zu Platz drei. Um die volle Ausbeute von drei Punkten mussten die Frankfurter allerdings fast zwei Stunden lang kämpfen – trotz des verheißungsvollen Starts in Satz eins. Mit einem Ass und einem weiteren starken Service hatte der eigens zum Aufschlag eingewechselte Kanadier Blain „Cranny“ Cranston die Uniteds erstmals mit zwei Punkten in Führung gebracht. Da wollte sein Kapitän Milija Mrdak nicht zurückstehen und lieferte seinerseits eine starke Serie von der Grundlinie ab, bei der er und seine Mitspieler gleich fünf Mal hintereinander jubeln konnten.

Krick im „Beast Mode“

Für den krönenden Abschluss, in diesem Fall ein „Abschuss“ im wahrsten Sinne des Wortes, sorgte anschließend Masahiro Yanagida. Wie so oft konnten die United Volleys diese Souveränität aber nicht in den nächsten Durchgang mitnehmen. Zwar lagen sie bis zur zweiten Technischen Auszeit erneut vorn, danach jedoch wendete Herrsching das Blatt, wobei gleich mehrmals die Netzkante kräftig mithalf. Als es dann auch im dritten Satz schnell 5:10 stand, schien das Match eine ähnliche Wende zu nehmen wie zuletzt (zu) viele Auftritte der Hessen. Zum Glück hatten die Hausherren an diesem Tag jedoch „Pèj“ (sprich: „Pesch“), so der Spitzname ihres französischen Mittelblockers Jean-Philippe Sol. Der Ex-Europameister packte gleich zwei Mal beherzt im Block zu, und als dann auch sein Nebenmann Tobias Krick in den „Beast Mode“ gewechselt und zum 12:12 ausgeglichen hatte, waren die Uniteds zurück im Spiel.

Bis zur 2:1-Satzführung blieb es dennoch ganz eng, für die Vorentscheidung zum 24:22 sorgte schließlich der eingewechselte Paul Henning mit einer cleveren Angabe Marke „Henning Way“. Diesmal schafften es die Uniteds, sich vom frisch getankten Selbstbewusstsein weiter tragen zu lassen, legten in Durchgang vier direkt mit 5:1 vor. Vor allem Herrschings Amerikaner Jalen Penrose scheiterte jetzt ein ums andere Mal am „Mainblock“. Wie eine Wand baute sich da beispielsweise beim 16:9 „Il Krickatore“ Tobi Krick auf, nachdem kurz zuvor schon Zuspieler Matthias Valkiers einen von insgesamt 13 Frankfurter Blockpunkten erzielt hatte. Topscorer mit 21 Zählern und „MVP“ wurde einmal mehr in Personalunion „Holland-Hammer“ Floris van Rekom, der sich bereits seine vierte Goldmedaille der Saison abholte. Mit 16 Punkten lieferte daneben auch Nationalspieler Krick eine starke Vorstellung ab.

Ein Sieg in Minsk muss her

So konnten die United Volleys diesmal den Tiebreak vermeiden und sich vor der anstrengenden Reise zum Europapokal Auswärtsspiel in Minsk gegen Shakhtior Soligorsk noch einige Stunden Ruhe gönnen. Dort hätten die Frankfurter gegen eine Verlängerung hingegen wohl nichts einzuwenden. Schließlich benötigen sie nach der knappen Heimniederlage im Hinspiel unbedingt einen Sieg gegen die Weißrussen, um doch noch in die nächste Runde des CEV Cups einzuziehen. Mit einem 3:0 oder 3:1 wäre man direkt durch, so einfach dürften es die „Bergarbeiter“ ihren Gästen aber wohl kaum machen. Bei einem 3:2 für die Uniteds müsste ein zusätzlicher „Golden Set“ über das Weiterkommen entscheiden. Die Anreise dürfte dabei eher nicht zum Vorteil gereichen. Wegen der kurzfristigen Ansetzung geht es am Montag bereits um 5.30 Uhr morgens mit dem Bus nach München und erst von dort mit dem Flieger in die weißrussische Hauptstadt. Nach der Rückkehr am Mittwoch wartet dann vor dem Jahreswechsel noch die Knaller-Partie am 22. Dezember beim Meister und ungeschlagenen Tabellenführer Berlin.