TOBI SORGT FÜR SCHICHT IM SCHACHT

  • United Volleys drehen Europacup-Duell mit 3:1 in Minsk
  • Im Januar Achtelfinale gegen Izmir oder Bukarest
Mission Minsk erfolgreich bewältigt: Tobias Krick und Milija Mrdak. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys haben mit einem 3:1 (25:20, 25:21, 21:25, 25:21)-Sieg am Dienstagabend gegen Shakhtior Soligorsk im weißrussischen Minsk das Blatt gewendet und sind nach der 2:3-Hinspielniederlage zuhause doch noch ins Achtelfinale des europäischen CEV Cups eingezogen. „Ich bin sehr stolz auf meine Spieler. Wir hatten heute nur eine Aufgabe: dieses Spiel und diese Runde für uns zu entscheiden. Und das haben wir bravourös gemacht“, freute sich Cheftrainer Stelio „The Rock“ DeRocco. Zwei Sätze lang spielten seine Männer wie entfesselt und nahezu fehlerlos. Zwei Asse von Kapitän und „Euro-Milijardär“ Milija Mrdak sorgten für eine 9:7-Führung in Durchgang eins, der nach einem Schnellangriffs-Hammer zum 18:12 von Nationalspieler Tobias Krick frühzeitig entschieden war.

Mrdak mit herausragender Vorstellung

Satz zwei begann gleich mit der nächsten Mrdak-Serie zum 4:0. Der 28-jährige Serbe, der in den zurückliegenden Partien zeitweise mit sich und seinen schwankenden Leistungen gehadert hatte, lieferte diesmal eine herausragende Vorstellung ab. Daneben punkteten auch die Außenangreifer Floris van Rekom und Masahiro Yanagida zuverlässig und nahezu aus jedem Winkel. Dazu zeigten sich die Uniteds vor allem im Block-Abwehrverhalten deutlich bissiger als zuletzt und kratzten noch so manchen Ball vom Boden des Minsker Sportpalasts. Im dritten Durchgang mussten sie sich dennoch zwei Mal nach größeren Rückständen wieder heranarbeiten. Letztendlich war nun jedoch die Fehlerquote zu hoch, und die Leistungsträger mussten ihrem hohen Pensum Tribut zollen.

Als einzige Angriffs-Alternative kam zwischenzeitlich Peter Wolf für Yanagida, allerdings konnte auch sein engagierter Einsatz den Anschluss für Shakhtior nicht verhindern. Der vierte Satz drohte dann mit diversen Führungswechseln zum (weiß)russischen Roulette zu werden. Mit einem Ass Marke „Henning Way“ auf die Grundlinie sorgte der eingewechselte Paul Henning für den 18:18-Ausgleich. Mit dem drohenden Tiebreak – den die United Volleys unbedingt hätten gewinnen müssen, um noch den „Golden Set“ zu erreichen – vor Augen entfesselte dann der „Krickatore“ noch einmal sein inneres „Blockbeast“. Immer wieder zerschellten nun die Offensivbemühungen der Gastgeber an den Pranken des 21-jährigen Tobi Krick. Hinzu kam ein Weltklasse-Zuspiel von United-Regisseur Matthias Valkiers, mit dem er den Youngster aus kurzer Distanz knapp über der Netzkante bediente. Ein weiterer Krick-Block – Und nach vier Sätzen war für die Soligorsker „Bergarbeiter“ Schicht im Schacht.

Nun gegen Izmir oder Bukarest

„Wir sind heute ruhig und geduldig geblieben, haben taktisch diszipliniert unseren Plan durchgezogen und zum richtigen Zeitpunkt großartige Aktionen gezeigt“, lobte Stelio DeRocco. Vom Reisestress direkt nach dem erfolgreichen Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen Herrsching und den Tücken des Minsker Verkehrs, die sie zwei Mal erst auf den letzten Drücker am Sportpalast eintreffen ließen, hätten sich seine Recken nicht aus dem Konzept bringen lassen. In der nächsten Runde wartet nun als Gegner Izmir oder Bukarest, die Entscheidung darüber fällt Donnerstag in der Türkei. Die erste Achtelfinal-Begegnung wird voraussichtlich am 29. Januar in der Fraport Arena stattfinden. Vor Weihnachten steht für die United Volleys nun noch das Duell mit dem Deutschen Meister und ungeschlagenen Tabellenführer in Berlin an. In der Form und mit dem Selbstvertrauen vom Dienstag dürfen sich die Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle am Sonntagnachmittag zumindest auf ein unterhaltsames Match freuen.