VIERTELFINALE ERREICHT, FRIEDRICHSHAFEN IM VISIER

  • United Volleys treffen in nächster Pokal-Runde auswärts auf Düren
  • Japan-Neuzugang Yanagida mit ersten 14 Punkten und drei Assen
In Lüneburg konnte Neuzugang Masahiro Yanagida erstmals seine Aufschlagstärke aufblitzen lassen. (Foto: Corinna Seibert)

Mit einem glatten 3:0 (25:23, 25:23, 25:13)-Sieg bei der SVG Lüneburg II sind die United Volleys Frankfurt zum vierten Mal ins Viertelfinale des DVV-Pokals eingezogen, mussten dafür aber zwei Sätze lang ordentlich ackern. „Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel heute hier hatten“, erklärte anschließend Cheftrainer Stelio DeRocco. „Der Gegner hat alles gegeben und uns ordentlich gefordert. Dazu kommt die großartige Atmosphäre, wie man sie sich für ein solches Match nur wünschen kann, wenn ein Underdog den vermeintlichen Favoriten bei sich empfängt.“ Dennoch konnte er mit Tobias Krick und Luke Smith zwei seiner Stammkräfte schonen, die die Begegnung von außen verfolgten. Stattdessen kamen erstmals von Beginn an Youngster Louis Kunstmann und der japanische Nationalmannschaftskapitän Masahiro Yanagida zum Einsatz.

Wie einst die „magische Kugel“

„Die beiden haben sich nahtlos eingefügt. Ich bin mit dem gesamten Team sehr zufrieden“, so „The Rock“. Während es der Bad Sodener Kunstmann auf sieben Punkte per Schnellangriff und Block brachte, stellte der „Masa-Hero“ nach durchwachsenem Beginn seinerseits unter Beweis, dass er sich nach seiner späten Anreise vom World Cup immer besser in den Frankfurter Kader integriert. Stolze 14 Zähler standen für den 27-jährigen am Ende zu Buche. Gleich drei Mal war er dabei in seiner Spezialdisziplin erfolgreich: mit seinen gefürchteten „Kamikaze-Aufschlägen“. Das erste Ass servierte er per Netzroller zum 10:5 in Durchgang eins. Da hatten die Uniteds gerade eine durchwachsene Auftaktphase überstanden, in der dem Belgier Matthias Valkiers früh ein Zuspiel abgepfiffen worden war. Halten konnten die Hessen ihren Vorsprung allerdings nicht. Besonders die niedrige Decke der deshalb aus früheren Liga-Duellen nicht in bester Erinnerung gebliebenen Gellersenhalle machte den Gästen zu schaffen.

Immer wieder landeten eigentlich gelungene Abwehrversuche an der Decke, wovon auch die hohe Eigenfehlerquote zeugte. Am Ende war es der zum Aufschlag eingewechselte zweite Zuspieler Blain Cranston, der mit einem Flatter-Ass das 1:0 besorgte. Ähnlich lief es in Durchgang zwei, den die United Volleys erneut erst im Schlussspurt entschieden. Für Diskussionen sorgte dabei ein Angriffsschlag von Topscorer und „MVP“ Floris van Rekom, den der 1. Schiedsrichter außerhalb der Antennen gesehen hatte. Mit der gleichen Winkelberechnungsmethode dürfte seinerzeit auch die berühmte „magische Kugel“ des Kennedy-Attentats erklärt worden sein. Gebrochen war der Widerstand der beharrlich kämpfenden Lüneburger erst in Durchgang drei, in welchem neben Peter Wolf auf der Diagonalposition auch Ersatz-Libero Thorben Stahmer, 2014 Erstliga-Aufsteiger mit der SVG, auf das Feld durfte.

Dienstag in Friedrichshafen live auf SPORT1

„Solche Partien helfen uns dabei zu lernen, wie wir zu jeder Zeit und unter allen Umständen unser Bestes zu geben können“, resümierte Coach DeRocco. Das werden seine Männer auf jeden Fall im Viertelfinale am 20. oder 21. November müssen. Da müssen sie erneut in der Fremde ran. Mit den SWD Powervolleys Düren wartet dann ein Gegner, der in jedem Fall auf Revanche für die gerade erst in der Fraport Arena erlittene 0:3-Niederlage sinnen dürfte. An ihre Leistungsgrenze müssen die Uniteds aber schon am kommenden Dienstag gehen. Schon am Montagmorgen reisen sie nämlich per Bus weiter an den Bodensee, wo es im Top-Spiel der Woche (live auf SPORT1) gegen den Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen unter neuer Führung von Ex-United-Trainer Michael Warm geht. „Das ist eine Mannschaft, die sich genau wie wir stark verändert hat und sich gerade findet. Jedoch sieht man schon jetzt, dass das Team zusammenpasst und von der großen individuellen Erfahrung der einzelnen Spieler profitiert“, analysiert Stelio DeRocco. Aber: „Es gibt in dieser Liga sowieso keine Schlüsselspiele mehr. Es gilt jedes Mal, zu punkten und zu siegen.“