VERGEBLICH FÜR DAS GROSSE ZIEL GEKÄMPFT

  • Frankfurter Erstligavolleyballer scheiden aus DVV-Pokal aus
  • Trotz großem Kampfgeist 1:3-Viertelfinalniederlage in Düren
Für die Uniteds Urban Toman und Masahiro Yanagida reichte es auch im Pokal gegen Düren nicht zum Sieg. (Foto: Corinna Seibert)

Stelio DeRocco hatte es vorausgesagt: „Dieses Match wird die Mannschaft gewinnen, die in den wichtigen Momenten die entscheidenden Kleinigkeiten besser macht“, hatte der Cheftrainer vor dem DVV-Pokal-Viertelfinale seiner United Volleys in Düren erklärt. Das waren am Mittwochabend – zum Bedauern der Frankfurter und zur Freude der heimischen Fans – die gastgebenden SWD Powervolleys, die mit einem 3:1 (22:25, 25:20, 25:22, 25:22)-Sieg in die nächste Runde einzogen. Dabei hatte es nach dem ersten Satz noch so ausgesehen, als könnten die Uniteds ausgerechnet gegen diesen schweren Brocken ihre jüngste Niederlagenserie beenden. Besonders „Holland-Hammer“ Floris van Rekom, der sich immer noch mit Knieschmerzen herumschlug aber für die „Mission Mannheim“ erneut die Zähne zusammenbiss, trumpfte groß auf.

Van Rekom strapaziert sein Knie

Auch das gefürchtete Dürener Aufschlaggewitter beeindruckte die Hessen zunächst wenig, die Annahme stand stabil. „Wir haben uns von Beginn an der ‚Alles oder nichts‘-Situation im Pokal gestellt und in dieser besonderen Atmosphäre den Kampf angenommen“, lobte Stelio DeRocco. Diese Einstellung zeigten seine Männer auch in Durchgang zwei, als sie nach anfänglichem 4:8-Rückstand gleich mehrfach den Anschluss wiederherstellen – einmal durch ein cleveres Ass von Ersatz-Zuspieler Blain Cranston, der Dürens Routinier Björn Andrae narrte. Zur eigenen Führung sollte es allerdings bei allem Antreiben und Ackern nicht reichen, weil bei den Powervolleys jetzt nicht nur der Block mit den beiden langjährigen Nationalspielern Tim Broshog und Michael Andrei aufdrehte, sondern auch Libero Blair Bann mehr und mehr heiß lief.

Der kanadische Abwehrchef der Hausherren war einer von denen, die den von seinem Landsmann DeRocco beschworenen kleinen Unterschied ausmachte. Zudem wurden die Hinterfeldangriffe von United-Australier Luke Smith, bis dahin ein probates Mittel und Grundlage einer stolzen Gesamtbilanz von 22 Punkten, nun häufiger entschärft oder gar geblockt. Dennoch wehrten sich die United Volleys auch nach dem Satzausgleich nach Kräften. Sei es Regisseur Matthias Valkiers, indem er auch mal den zweiten Ball reindrückte, Tobias Krick mit krachenden Schnellangriffen und einem Block aus dem Stand oder Floris van Rekom, der das lädierte Knie mit einer versuchten Fußabwehr strapazierte. Dann wieder eine jener Kleinigkeiten: Ausgerechnet bei 19:20 passierte den Frankfurtern eine Netzberührung. Zudem legten die Powervolleys im Aufschlag sogar noch einen Zahn zu. Zwar standen sich die Annahmeriegel auf beiden Seiten nach wie vor in kaum etwas nach, dennoch ließ auch dies das Pendel weiter in Richtung Heimmannschaft ausschlagen.

„Enttäuschung ist groß“

Umgekehrt servierte der eingewechselte Masahiro Yanagida zwar seinerseits Angaben vom Feinsten und wehrte gut ab, die Punkte aber bejubelte in der „Crunchtime“ wieder die Gastgeber. Dieses Bild blieb auch im finalen vierten Satz das gleiche. Während die Uniteds Dürens Sebastian Gevert allenfalls zeitweise in den Griff bekamen, fanden die eigenen Offensivkräfte am Ende vieler langer und aufregender Ballwechsel ihren Meister oft im Powervolleys-Block. Spektakuläre Aktionen gab es auf beiden Seiten und einmal mehr wurde es zum Schluss noch einmal spannend, bevor bezeichnenderweise mit dem mehrfachen deutschen „Volleyballer des Jahres“ Björn Andrae ausgerechnet der Abgezockteste auf dem Feld alles klar machte. „Die Enttäuschung ist groß, denn das Pokalfinale war eines unserer Ziele“, konstatierte Coach DeRocco, ergänzte aber: „Trotzdem habe ich keine Sorge, dass, wenn wir im Training so diszipliniert und hart weiterarbeiten wie bisher, bald schon wieder wir diejenigen sein werden, die notfalls ihr Glück erzwingen.“