VAN REKOM VERLETZT, SPIEL VERLOREN

  • United Volleys unterliegen in Friedrichshafen mit 1:3
  • Topscorer muss im zweiten Satz mit Knieproblemen raus
Nur gut eineinhalb Sätze lang konnte Floris van Rekom (links) seinen Teamkollegen in Friedrichshafen beistehen. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys haben ihre erste Saisonniederlage kassiert. Mit 1:3 (28:26, 20:25, 21:25, 22:25) unterlagen sie am Dienstagabend auswärts dem Bundesliga-Rekordmeister VfB Friedrichshafen. In nur vier Sätzen erlebten die Frankfurter dabei gewissermaßen zwei Spiele: eines mit und eines ohne ihren zuverlässigsten Punktesammler der vorangegangenen Partien, Floris van Rekom. Der Holländer landete gegen Ende des zweiten Durchgangs mit überstrecktem Knie und verletzte sich dabei. Fortan konnte er das Match nur noch von draußen verfolgen. Wie schlimm es ihn erwischt hat, wird sich erst nach der ärztlichen Untersuchung zeigen. Bis dahin hatten die Uniteds eine gewohnt nervenstarke Vorstellung gezeigt.

Im ersten Satz lagen sie nach zwei frühen Friedrichshafener Assen erst einmal hinten, kamen aber durch starke Aktionen von Kapitän Milija Mrdak wieder von 11:13 auf 13:13 heran. Per Service-Winner besorgte der Serbe die Führung, ansonsten war es vor allem der „Mainblock“, der die Gäste nun in Front hielt. Beide Teams schenkten sich dabei nichts, den Friedrichshafener Ausgleich zum 20:20 konterte Jean-Philippe Sol mit einem wuchtigen Schnellangriff, und danach war es wiederum Mrdak, der eine lang umkämpfte Rally abschloss. Vier Satzbälle benötigten die Uniteds anschließend bis zum 1:0. Einmal mehr leistete letztendlich „Sonnenkönig“ Sol mit einem eiskalten Aufschlag die Vorarbeit zum finalen Blockerfolg.

„Sensationelle Ballwechsel“ auf SPORT1

Auch der zweite Durchgang lieferte zunächst reichlich von dem, was SPORT1-Reporter Hajo Wolff als „sensationelle Ballwechsel“ bejubelte. United-Zuspieler Matthias Valkiers lieferte dabei immer wieder Belege seiner großen Klasse ab, stellte mal einhändig „Milijardär“ Mrdak frei oder brachte selbst aus der Abwehr heraus noch den Ball perfekt zum Mitspieler. Tobias Krick glänzte daneben nicht nur mit Fußballerqualitäten, sondern war mit insgesamt elf Punkten in Block und Angriff auch sonst wieder einer der Zuverlässigsten. Nachdem Friedrichshafen schon zuvor zugelegt hatte und die Uniteds vor allem in der Annahme nicht mehr ganz so stabil standen, kam der große Bruch mit dem Ausscheiden van Rekoms.

Sein Ersatzmann Masahiro Yanagida demonstrierte im Matchverlauf zwar aufsteigende Tendenz, dürfte aber vor allem in der Offensive noch einige Zeit brauchen, um sich in der deutschen Liga zu akklimatisieren, nachdem er erst vor knapp zwei Wochen nach dem Auftaktspiel der Uniteds zum Kader gestoßen war. Seine Mannschaft war damit gleich mehrerer Optionen beraubt. Die Hausherren konnten sich im Block fortan weitgehend auf Milija Mrdak konzentrieren. Gleichzeitig wickelte der VfB seine eigenen Angriffe ein ums andere Mal über den 1,86-Meter-Mann aus Tokio ab. Am Ende von Satz zwei ging dementsprechend nicht mehr viel, nachdem die Frankfurter bis dahin stets Anschluss gehalten hatten. Ein Netzroller von Nationalspieler Jakob Günthör besiegelte das 1:1.

Kunstmann punktet auf Anhieb

In der Abwehr hingegen erfüllte Yanagida bereits die in ihn gesetzten Erwartungen. Vor allem ihm war es zu verdanken, dass immer noch zahlreiche spektakuläre Rallys zustande kamen. Und auch die übrigen Uniteds ließen in punkto Einstellung nichts zu wünschen übrig. „Es war ein wirklich aufregendes Spiel. Wir haben nie aufgegeben, auch wenn wir deutlich zurücklagen, deshalb kann ich meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen“, betonte Cheftrainer Stelio DeRocco. So fighteten sich seine Männer in Satz drei nach einem 11:18-Rückstand wieder bis auf drei Zähler heran. Und auch im vierten Durchgang hielten Monsterblocks von „Pèj“ Sol und Matthias Valkiers die Spannung hoch. Der eingewechselte Youngster Louis Kunstmann stellte mit zwei Schnellangriffen sogar noch einmal den Anschluss zum 22:23 her.

Anschließend widerstand die Friedrichshafener Annahme jedoch einem brachialen „MasaHero“-Aufschlag und konnte kurz darauf den vierten Saisonerfolg feiern. „Eine Volleyballpartie hat viele Phasen. Da dürfen wir uns keine Durchhänger erlauben. Es geht darum, von Anfang bis Ende konstant zu bleiben“, unterstrich Stelio DeRocco. „Natürlich waren wir auch ziemlich kaputt, nachdem wir vom Pokalspiel in Lüneburg direkt nach Friedrichshafen weiterreisen mussten. Da hat uns das mit Floris doppelt hart getroffen“, stellte Tobi Krick fest. „Hoffen wir, dass sich die Verletzung als nicht zu gravierend erweist. Schließlich müssen wir schon am Samstag wieder in Lüneburg ran, da müssen wir uns anders präsentieren, wenn wir gewinnen wollen“, blickte sein Cheftrainer bereits voraus.