MIT „URBY“ ALS „BETON-ABWEHR“

  • United Volleys treten am Samstag auswärts gegen Giesen an
  • Frankfurter wollen Wiedergutmachung für Niederlage im Januar
Gegen seinen Ex-Verein will United-Libero Urban Toman sich und sein Team zum Sieg pushen. (Foto: Corinna Seibert)

Ihren ersten richtigen Ausrutscher in dieser Saison haben die United Volleys mit dem 1:3 zuhause gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen seit Mittwoch hinter sich. Ohne Zweifel hatte man es da mit einem richtig stark aufspielenden Gegner zu tun, „aber vor allem sind wir selbst in keinem Bereich an unser normales Niveau herangekommen“, redete Cheftrainer Stelio DeRocco nicht lange drumherum. Und ausgerechnet jetzt geht es zu der Mannschaft, an die die Uniteds aus der vergangenen Saison noch ganz böse Erinnerungen haben: 1:3 hieß es am 23. Januar auch gegen den damaligen Erstliga-Aufsteiger Helios Grizzlys Giesen.

Diesmal in der großen Arena

Zumindest ein besonders unangenehmer Widersacher bleibt den Frankfurtern diesmal erspart. Ging es seinerzeit noch in der engen und niedrigen Giesener Sporthalle ans Netz, wo diverse Abwehrversuche und Annahmen an der Decke landete, tragen die Grizzlys das Match am Samstagabend in der 2.000 Zuschauer fassenden Volksbank-Arena im benachbarten Hildesheim aus. Ein erstes größeres Ausrufezeichen haben die Niedersachsen aber auch dort bereits gesetzt, als sie Ende Oktober gegen die hoch eingeschätzten Powervolleys aus Düren gewannen. Einer dürfte sich an seiner alten Wirkungsstätte in jedem Fall heimisch fühlen: United-Libero Urban Toman trug in der vergangenen Saison noch das Trikot der Gastgeber, und fiel den sportlich Verantwortlichen der Hessen bei beiden Begegnungen 2018/19 sofort ins Auge.

„Was wir damals bei ihm gesehen haben und was uns sofort begeistert hat, ist genau das, was er jetzt auch bei uns zeigt“, lobt Stelio DeRocco „seine Agilität, seine Leidenschaft und die Energie, mit der er sich und seine Mitspieler auf dem Feld motiviert.“ Einmal ganz abgesehen von allen anderen Qualitäten, die man als Defensiv-Spezialist benötigt und die „Urby“ seit Saisonbeginn bei den Uniteds einbringt. Der slowenische Nationalspieler im grauen „Urban Streetstyle“-Liberotrikot zählte bislang in jedem Match zu den auffälligsten Akteuren auf dem Feld, sei es beim Entschärfen gegnerischer Angaben oder als unüberwindbare „Beton-Abwehr“, an der sich die Angreifer auf der anderen Netzseite die Zähne ausbeißen. Bei den Grizzlys spielt dafür ein ehemaliger Hesse: Zuspieler Jan Röling schlug bis vor gut einem Jahr für das Frankfurter Volleyballinternat auf und kam über die Zwischenstation Rottenburg nach Giesen.

Neuzugang bei den Gastgebern

Seit dem vergangenen Wochenende steht ihm auf seiner Position ein neuer Kollege zur Seite: Alexander Tusch, österreichischer Auswahl-„Aufspieler“ unter Michael Warm, hat den Israeli Ari Katzenelson ersetzt. Mit dessen Landsmann Itamar Stein haben die Giesener einen ehemaligen Bundesligaprofi an der Seitenlinie, der mit seinen Männern sicher nur allzu gern einen weiteren Coup gegen die Uniteds landen würde. Die Frankfurter müssen sich also auf einen heißen Tanz in der Grizzlys-Höhle einstellen. Ihr bislang stärkster Angreifer Floris van Rekom ist nach seiner Knieverletzung immer noch nicht wieder bei einhundert Prozent. Umso mehr wird es erneut auf den Australier Luke Smith und „MasaHero“ Yanagida aus Japan ankommen. Mit einer Rückkehr auf die Siegerstraße könnten die Uniteds schließlich auch wichtiges Selbstvertrauen tanken, steht doch schon am Mittwoch eine Begegnung von großer Bedeutung an. Dann geht es nämlich in Düren um den Einzug ins Pokal-Halbfinale.