„MIT CHARAKTER UND ENTSCHLOSSENHEIT“

  • United Volleys müssen Samstag erneut in Lüneburg ans Netz
  • Einsatz von angeschlagenem Topscorer van Rekom ungewiss
Kämpferisch gehen die United Volleys (Tobias Krick und Luke Smith) auch die nächste Herausforderung in Lüneburg an. (Foto: Corinna Seibert)

Zumindest in Sachen Spielstätte erwartet die United Volleys Frankfurt am Samstag ein Déjà-vu: In der Lüneburger Gellersenhalle konnten sie sich vor gerade einmal sechs Tagen im Achtelfinale des DVV-Pokals bereits gegen die zweite Vertretung der heimischen SVG durchsetzen. Das bedeutet allerdings, dass bei der Rückkehr nach Niedersachsen ein gänzlich anderes Kaliber auf Cheftrainer Stelio DeRocco und seine Männer wartet. Jene erste Lüneburger Mannschaft nämlich, die seit ihrem Aufstieg 2014 stets um die Plätze im vorderen Tabellendrittel mitspielen konnte – was auch den Uniteds in den zurückliegenden vier Jahren stets gelang. Dementsprechend lieferten sich beide Teams auch schon so manches heiße Duell, man denke nur an das erst im allerletzten Tiebreak entschiedene Playoff-Halbfinale im April.

Wieder gegen einen Tabellennachbarn

„Das waren großartige Spiele, in denen auf beiden Seiten um jeden Punkt gekämpft wurde. Das erwarte ich auch wieder am Samstag“, rechnet DeRocco mit einem gewohnt starken Gegner, wie die Bundesliga in dieser Saison sowieso „überhaupt keine einfachen Partien“ in petto habe. Ähnlich wie bei den Uniteds gab es im Sommer auch bei der SVG einen größeren Umbruch, Leistungsträger wie Nationalspieler Noah Baxpöhler oder der kanadische Punktegarant Ryan Sclater sind abgewandert. Dafür haben die Lüneburger mit Außenangreifer Viktor Lindberg aus Schweden und dem Kanadier Blake Scheerhoorn auf der Diagonalposition international nachgerüstet. Genau wie die Uniteds waren sie in dieser Spielzeit bereits drei Mal erfolgreich und hatten lediglich beim Rekordmeister in Friedrichshafen das Nachsehen.

Nur zwei Punkte und einen Platz schlechter als die Frankfurter rangiert die SVG in der Tabelle momentan an Position vier. Fast schon ein gewohntes Bild, wenn beide Teams aufeinandertreffen. Die Gäste wollen am Samstag auf jeden Fall etwas Zählbares mitnehmen. Schließlich konnten Tobias Krick & Co. auch bei ihrer 1:3-Niederlage unter der Woche am Bodensee zeigen, dass sie in dieser Saison vor keinem Kampf mit offenem Visier zurückschrecken und sich auch von Rückständen nicht aus der Fassung bringen lassen. „Wir waren natürlich noch echt geschlaucht von der mehr oder weniger direkten Durchreise von Lüneburg nach Friedrichshafen, das hat man nach einiger Zeit schon gemerkt“, hatte der „Krickster“ danach eingeräumt. Zwischen der erneuten Busfahrt gen Norden liegen nun immerhin ein Pausen- und ein Trainingstag in der Heimat.

Patellasehne gereizt

Für einen aus dem United-Team war dabei allerdings vor allem Schonung angesagt. Der Niederländer Floris van Rekom, mit seinen Hammer-Aufschlägen und -Angriffen in allen Begegnungen zuvor stets einer der zuverlässigsten Punktesammler der Hessen, hatte am Dienstag nach zwei Sätzen mit Knieproblemen vom Feld gemusst. Die anschließende mannschaftsärztliche Untersuchung im Klinikum Höchst brachte zum Glück eine weitgehende Entwarnung. Das Gelenk war demnach lediglich überstreckt, infolgedessen ist die Patellasehne gereizt. Ein gemeinsames Training mit der Mannschaft war zunächst dennoch nicht möglich. Inwieweit der „Fliegende Holländer“ seine Kollegen schon am Samstag gegen Lüneburg wieder auf dem Spielfeld unterstützen kann, ist noch ungewiss.

„Nachdem wir uns das Match noch einmal eingehend angeschaut haben, waren es gegen Friedrichshafen letztendlich nur wenige Momente, die den Ausschlag zu unseren Ungunsten gegeben haben“, stellt Stelio DeRocco fest. „Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass wir von unserer Mannschaft noch große Taten erwarten können, wenn sie weiterhin diesen Charakter und diese Entschlossenheit zeigt.“ Von beidem können sich bald auch wieder die Fans in der Frankfurter Fraport Arena ein Bild machen. Am Mittwoch, dem 13. November, geht es dort ab 19.30 Uhr gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen. Tickets für diese Begegnung können, wie gewohnt, bereits hier reserviert werden.