KRICK IM TIEBREAK WIE EINST HANNIBAL

  • United Volleys feiern Fünfsatz-Sieg gegen Haching
  • Frankfurter springen wieder auf Tabellenplatz drei
Unbändige Freude herrschte bei den United Volleys nach dem Heimsieg gegen Haching. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys haben ihre Niederlagenserie beendet und nach großem Kampf das „Gipfel­treffen“ gegen die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching gewonnen. Im Duell der „Maintower“ gegen die bayerisch-österreichischen „Bergriesen“ siegten sie am Donnerstagabend im Tiebreak mit 3:2 (20:25, 25:19, 21:25, 25:19, 15:12). Die Frankfurter drehten nicht nur nach zweifachem Satz­rück­stand noch die Partie, sondern sprangen dank der beiden errungenen Punkte zurück auf Tabellen­platz drei, den sie nach den Pleiten gegen Königs Wusterhausen und in Giesen eingebüßt hatten. „Be better!“, hatte Chefcoach Stelio DeRocco seinen Spielern vorher in der Kabine mit auf den Weg gegeben – nicht nur mit Blick auf die nach den jüngsten Auftritten dringend erforderliche Leistungssteigerung, sondern auch um ihnen klarzumachen: „Wir sind stärker als der Gegner, wir müssen diese Stärke nur auf das Spielfeld bringen.“

Die richtigen Mittel gefunden

Das gelang den Uniteds im ersten Durchgang jedoch noch nicht. Mit 0:3 gerieten sie direkt ins Hintertreffen, und als beim Stand von 8:13 auch noch der australische Angreifer Luke Smith mit einer Zerrung in der Schulter ausgewechselt werden musste, sah es düster aus. Mit einer mutigen Aufschlagserie brachte Regisseur Matthias Valkiers sein Team noch einmal bis auf einen Punkt heran, zu mehr reichte es allerdings nicht mehr. Dafür spielten die Hausherren in Satz zwei groß auf, machten live auf SPORT1 aus einem unfreiwilligen Abfahrtslauf einen Gipfelsturm, der im 1:1-Ausgleich seinen Höhepunkt fand. Smith-Ersatz Masahiro Yanagida gelang es immer öfter, sich gegen den massiven Alpenblock durchzusetzen, und der immer noch nicht vollständig genesene Niederländer van Rekom tat es ihm – mal auf die harte, mal auf die clevere Tour – gleich.

Der dritte Satz lieferte dann den von Anfang an erwarteten Fight auf Augenhöhe, zumindest bis zum Stand von 16:17. Danach leisteten sich die United Volleys einige unglückliche Aktionen und lagen nur wenig später mit 17:22 aussichtslos zurück. Ein Spielverlauf, der zuletzt unweigerlich mit einer punktlosen 1:3-Niederlage geendet hatte. Diesmal arbeiteten sich die Uniteds jedoch Punkt für Punkt zurück ins Match und setzten sich im vierten Durchgang sukzessive ab. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass es darum geht, in den entscheidenden Situationen die richtigen Mittel und Wege zu finden. Das haben meine Spieler heute geschafft“, lobte Stelio DeRocco. Der eigentlich zur Blockverstärkung hereingekommene Paul Henning stellte seine Angriffsqualitäten unter Beweis, 1,86-Meter-Mann Yanagida, unterstützt von gut 20 Fans aus seiner japanischen Heimat, trug sich mit seinem ersten Blockpunkt in die Statistik ein. Erstmals in dieser Saison ging es damit für die Hessen in den Tiebreak.

Rottenburg und Soligorsk als nächste Stationen

Der begann wenig vielversprechend mit einem Rückstand von drei Zählern. Mit seinem dritten Ass stellte Kapitän Milija Mrdak jedoch frühzeitig den Anschluss zum 6:7 her. Der Rest des Entschei­dungs­­satzes wurde für beide Mannschaften zur Gratwanderung. Für die United Volleys machte sich dabei die späte Einwechselung von Jean-Philippe Sol im Mittelblock bezahlt. Der 19-jährige Bad Sodener Louis Kunstmann hatte bis dahin an seiner Stelle erneut eine bravouröse Vorstellung abgeliefert, nun konnte der französische Vize-Europameister von 2009 seine ganze Erfahrung und Nervenstärke ausspielen. Letztendlich war es der deutsche Nationalspieler Tobias Krick, der – ähnlich unaufhaltsam wie einst Hannibal über die Alpen – beim Spielstand von 13:12 über die AlpenVolleys kam und den Matchball für seine Uniteds holte.

Eines von vielen Klasse-Zuspielen des Belgiers Valkiers auf den aus dem Hinterfeld heranfliegen­den Floris van Rekom besiegelte schließlich den dritten Bundesliga-Erfolg gegen Haching hinter­einander, mit dem sich die Frankfurter am eigenen Schopf aus dem jüngsten Tief herauszogen. Für den „Kamikaze-Aufschläger“ Masahiro Yanagida sprang dabei auch noch seine erste goldene „MVP“-Medaille heraus, überreicht von der Deutschen Meisterin im Beachvolleyball, Karla Borger. Den Beweis, dass sie endgültig wieder auf dem Weg zur herausragenden Form vom Saisonbeginn sind, müssen die United Volleys bereits am Samstag in Rottenburg antreten. Das Auswärtsspiel gegen die Schwaben, die mit zwei 3:0-Siegen im November aufsteigende Tendenz demonstrierten, dürfen sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Anschließend winkt eine kleine Pause bis zur diesjährigen CEV Cup-Premiere am 11. Dezember. Zu Gast sind dann mit den Weißrussen von Shaktior Soligorsk alte Bekannte aus der Champions League-Qualifikation des Vorjahres. Tickets gibt es hier.