DEROCCO: „MÜSSEN MEHR AUS UNS HERAUSHOLEN“

  • United Volleys verlieren wie im Januar mit 1:3 in Giesen
  • Angeschlagener Niederländer van Rekom nicht im Kader
United-Kapitän Milija Mrdak und sein Team kassierten in Giesen die zweite Niederlage hintereinander. (Foto: Corinna Seibert)

Die United Volleys haben am Samstagabend bei den HELIOS Grizzlys Giesen nach ihrem starken Start in die Saison 2019/20 die zweite Niederlage in Folge kassiert. In der Hildesheimer Volksbank-Arena verloren sie, wie schon drei Tage zuvor zuhause gegen die Netzhoppers KW, mit 1:3 (22:25, 23:25, 25:23, 19:25). Auch der Spielverlauf ähnelte dabei dem gegen Königs Wusterhausen. Die Uniteds liefen meist einem Rückstand hinterher, den sie am Satzende – anders als etwa noch beim Sieg in Lüneburg – nicht mehr umbiegen konnten. Dem Aufbäumen nach der Zehn-Minuten-Pause folgte im nächsten Durchgang der erneute mentale Einbruch. „Wir können nicht jedes Mal auf eine erfolgreiche Aufholjagd hoffen. Man gewinnt, indem man ein ganzes Match lang gut ist, nicht ein halbes oder ein Viertel“, sprach Cheftrainer Stelio DeRocco von einer „sehr frustrierten Stimmung in der Kabine“ nach der Pleite.

Annahmeprobleme und Aufschlagschwächen

Gegen Giesen, wo es schon im Januar gegen den damaligen Aufsteiger ein unerwartetes 1:3 gegeben hatte, gingen die Frankfurter mit einer zusätzlichen Hypothek ins Spiel. Der zuverlässige Außenangreifer Floris van Rekom hatte als Vorsichtsmaßnahme nach seiner Knieverletzung die Reise nach Niedersachsen nicht mit angetreten. Zwar zeigte auch eine erneute Untersuchung keine Beschädigungen des Gelenkapparats, allerdings ist der Niederländer aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung nach wie vor nicht schmerzfrei, weshalb mit Blick auf die kommenden Aufgaben dringend Schonung angeraten war. An seiner Stelle stand der 17-jährige Ben Bierwisch, der mit Doppelspielrecht normalerweise für das Volleyballinternat Frankfurt in der 2. Liga ans Netz geht, im Kader, kam allerdings nicht zum Einsatz.

Die Ursache für die Niederlage machte DeRocco allerdings nicht an diesem Ausfall fest, sondern an einer „Kombination vieler Kleinigkeiten, die sich zu größeren Problemen für unser Spiel addieren und die wir unbedingt in den Griff bekommen müssen.“ Da waren zum Beispiel die Probleme in der Annahme, insbesondere beim Australier Luke Smith, die Zuspieler Matthias Valkiers seiner Möglichkeiten bei der Ballverteilung beraubten. So zu beobachten beim Punkt zum ersten Giesener Satzball, als Masahiro Yanagida am Dreierblock der Grizzlys scheiterte. Zwar konnte der Frankfurter „Mainblock“ noch einmal zum 22:24 zurückschlagen, dann allerdings zeigte sich zum wiederholten Mal das nächste Manko im Spiel der Hessen: Wenngleich der japanische „Kamikaze-Aufschläger“ Yanagida wieder insgesamt drei Asse servierte, schafften es viele seiner Mitspieler nicht, mit ihren Angaben den erforderlichen Druck auf die Hausherren auszuüben.

„Frustration ja, Aufgeben auf keinen Fall“

Infolgedessen konnte vor allem der Kongolese Magloire Mayaula Nzeza auf Giesener Seiten im ersten Tempo schalten und walten, wie er wollte. Neben dem Punkt zur Satzführung steuerte er auf diese Weise noch ganze 13 weitere Zähler bei. Hingegen bekam bei den Uniteds speziell Tobias Krick nur wenige aussichtsreiche Möglichkeiten, sich erfolgreich in Szene zu setzen und stand am Ende bei einer mageren Angriffsquote von 46 Prozent. Mit ihren Offensivaktionen präsentierten sich die Gäste damit zu ausrechenbar. Kein Spieler auf der Außen- oder Diagonalposition brachte auch nur die Hälfte seiner Bälle durch, während es bei Grizzlys-Kapitän und „MVP“ Hauke Wagner über 60 Prozent waren. So gab es auch in Durchgang zwei schnell wieder einen 2:6-Rückstand, den die United Volleys mit großem Kraftaufwand und engagierter Blockarbeit erst einmal zum 20:19 drehen mussten.

Dem folgten ein Abwehrball an die Decke und erneut massive Probleme in der Annahme. Auch die Einwechslung von Peter Wolf und Louis Kunstmann sorgten für keine Wende, Giesen brachte sein Sideout sicher durch. Selbst im gewonnenen dritten Satz stand bis zum Schluss alles auf Messers Schneide, und nach dem die anfängliche Führung in Durchgang vier beim 13:13 wieder weg war, ging bei den Uniteds so gut wie gar nichts mehr. Der böse Einerblock gegen Nationalspieler Tobi Krick zum 18:23 besiegelte den Auswärts-Punktverlust. „Wir müssen beständiger werden und individuell und als Team mehr aus uns herausholen, und zwar durchgehend statt nur zeitweise“, forderte anschließend der Cheftrainer. Dazu gelte es, sich „auf die Grundlagen konzentrieren und diszipliniert zu sein in unsrer Vorbereitung und auf dem Spielfeld.“ Denn nach einer solchen Niederlage und mit Blick auf das wichtige Pokalspiel am Mittwoch in Düren sei bei allen die Devise: „Frustration ja, Aufgeben auf keinen Fall!“