AUS DEM TRITT GERATEN

  • United Volleys mit Heimpleite gegen Königs Wusterhausen
  • Einzig Youngster Louis Kunstmann überzeugt beim 1:3
Bild: Nach der unerwarteten Pleite gegen KW müssen sich die United Volleys schnell wieder gegenseitig aufbauen. (Foto: Corinna Seibert)

Ein Freitag der 13. steht bekanntlich erst im Dezember wieder im Kalender. Den United Volleys Frankfurt wurde nun allerdings schon ein Mittwoch gleichen Datums zum Verhängnis, verloren sie an diesem doch überraschend ihr Heimspiel gegen die Netzhoppers KW-Bestensee mit 1:3 (!).  25:27, 22:25, 25:16 und 22:25 lauteten die Satzergebnisse. Dabei begann die Partie gegen die Brandenburger, zuvor ganze sieben Tabellenpositionen hinter den drittplatzierten Uniteds notiert, durchaus verheißungsvoll. Nach einer kleinen Aufschlagserie ihres Japaners Masahiro Yanagida führten sie im ersten Satz mit 8:5 und hatten auch nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich lange noch knapp die Nase vorn. Erst gegen Ende des Durchgangs sollte sich das Blatt wenden, und plötzlich hatten die Gäste Satzbälle. Die ersten konnten die Frankfurter noch erfolgreich abwehren, bevor KW-Diagonalangreifer Casey Schouten zum 27:25 versenkte.

Aufholjagd bringt neuen Schwung

Was die meisten in der Fraport Arena, Zuschauer genau wie Spieler, zu diesem Zeitpunkt noch als Ausrutscher betrachtet haben dürften, setzte sich im weiteren Matchverlauf nahtlos fort. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass die immer selbstbewusster auftrumpfenden Netzhoppers nun schon frühzeitig davonzogen. Ganze fünf Blockpunkte hatten sie beim Stand von 1:0 bereits gesammelt, die United Volleys konnten da noch keinen einzigen für sich verbuchen. Besonders Tobias Krick blieb an diesem Tag glücklos, wusste auch kaum einen seiner Schnellangriffe durchzubringen und wurde später gegen Youngster Louis Kunstmann ausgewechselt. Hoffnung machte dann allerdings die Schlussphase des zweiten Satzes, in der die Gastgeber nach einem 14:21-Rückstand noch einmal fast herankamen. „Diesen Schwung haben wir nach der Zehn-Minuten-Pause mitgenommen“, beschrieb Cheftrainer Stelio DeRocco die beste Phase seiner Männer.

In Durchgang drei schalteten diese unter den Augen von Bahnrad-Olympiasiegerin Miriam Welte einen Gang hoch, traten endlich so emotional und selbstbewusst auf, wie man es nach dem bisherigen Saisonstart erwarten konnte. Punkt für Punkt, und nun endlich auch mit einem stabilen „Mainblock“, bauten sie ihren Vorsprung aus. Nach einer Aufschlagserie von Jean-Philippe Sol war der Anschluss zum 1:2 in trockenen Tüchern. Dem Aufschwung folgte jedoch ebenso prompt der erneute Einbruch. Wieder mussten die Uniteds direkt einem Rückstand hinterherlaufen. Während die eigenen Angriffs-Asse diesmal nur bedingt stachen – Kapitän Milija Mrdak musste zeitweise für Peter Wolf Platz machen, auf Außen wechselten sich Floris van Rekom, Masahiro Yanagida und der an diesem Tag noch am zuverlässigsten punktende Australier Luke Smith ab – präsentierten sich auf Netzhoppers-Seiten Casey Schouten und vor allem Ex-Nationalspieler Dirk Westphal in absoluter Galaform.

DeRocco mit keinem Element zufrieden

Davon waren bei den Hessen sämtliche Akteure weit entfernt, mit einer Ausnahme: Der 19-jährige Bad Sodener Louis Kunstmann sorgte für Belebung im Block wie im Schnellangriff, spielte ebenso unerschrocken wie erfolgreich auf. Auch im vierten Satz gelang es ihm und seinen Kollegen noch einmal, einen Sieben-Punkte-Rückstand bis auf 21:23 zu verkürzen. Der Zwischenspurt kam freilich zu spät, um den dreifachen Punktgewinn für die Gäste aus Königs Wusterhausen zu verhindern. „Am Wochenende in Lüneburg sind wir mit enormer mentaler Stärke jedes Mal zurückgekommen, wenn wir hinten lagen. Dieses Quäntchen mehr an Selbstvertrauen und Gelassenheit hat uns heute gefehlt“, wollte Cheftrainer Stelio DeRocco den Match- und Reisestress der vergangenen Woche nicht als Entschuldigung anführen: „Wir haben heute in keinem Element das gezeigt, was unseren eigenen Ansprüchen entspricht.“ Dennoch richtete er bereits den Blick nach vorn auf das Auswärtsspiel am Samstag in Giesen und das wichtige Pokalduell am Mittwoch in Düren. Für beide Begegnungen gelte es nun, die richtigen Lehren aus der ersten Heimniederlage zu ziehen.