MIT DEM „HOLLAND-HAMMER“ ZUM HEIMSIEG

  • United Volleys Frankfurt mit 3:1-Erfolg gegen Bühl
  • Erste Kurzeinsätze für Japan-Neuzugang Yanagida
„MVP“ Floris van Rekom zeigte bei der Heimpremiere gegen Bühl gleich die nächste Top-Vorstellung. (Foto: Corinna Seibert)

Eine ungewollte Ehrenrunde drehten am Mittwochabend die United Volleys Frankfurt bei ihrem ersten Heimauftritt der Saison 2019/20 in der 1. Volleyball Bundesliga. Ungewollt deshalb, weil sie beim Stand von 2:0 Sätzen und einer 24:20 Führung bereits vier Matchbälle und die Chance, das Match gegen die Volleyball Bisons Bühl im Schnelldurchgang zu beenden, gehabt hatten. Stattdessen hieß es kurz darauf 24:26, und die Zuschauer in der Fraport Arena – unter ihnen die Eintracht-Fußballprofis Sebastian Rode und Martin Hinteregger – bekamen einen zusätzlichen Durchgang geboten. Nach diesem war mit dem 3:1 (25:18, 25:18, 24:26, 25:22)-Sieg der Hausherren jedoch endgültig alles klar. Die volle Anzahl von drei Punkten bedeutete zugleich den Sprung auf Tabellenplatz drei hinter Friedrichshafen und Berlin.

Nach furiosem Beginn „viel gelernt“

„Wir sind mit dieser Mannschaft noch ganz am Anfang einer Entwicklung, da kann uns so ein Spiel nur guttun“, ging Cheftrainer Stelio DeRocco mit seinen Männern ob des unnötigen Satzverlustes keineswegs hart ins Gericht. Vielmehr befand der einstige Weltklasse-Volleyballer: „Heute haben wir viel über uns gelernt: Wie sehr wir schon in der Lage sind, eine solche Begegnung zu dominieren, aber auch, wie schnell wir diese Dominanz abgeben können, wenn wir nicht aufpassen.“ Tatsächlich begannen die Uniteds furios. Mit Angriffen von Kapitän Milija Mrdak, der sich nach der Partie über ein Wiedersehen mit seinem serbischen Landsmann Dragoslav Stepanovic freute, Aufschlaggranaten des Holländers Floris van Rekom sowie Blocks von Tobias Krick und Luke Smith erarbeiteten sie sich schnell eine hohe Führung. Abwehr-Rettungstaten von Libero Urban „Urby“ Toman und die unberechenbaren Zuspiele des gewieften Matthias Valkiers ließen die Gäste aus Baden zusätzlich verzweifeln.

Die Durchgänge eins und zwei waren angesichts dieser konzentrierten Leistung von „Frankfurts Größten“ schnell auf der Habenseite verbucht. Und auch danach schien es zunächst ebenso souverän weiterzugehen. So sehr, dass Coach DeRocco gleich mehreren seiner Stammkräfte eine Auszeit gönnte und Akteure aufs Feld schickte, die zuvor weniger Einsatzzeit bekommen hatten. Einen Fehler sah er darin auch später nicht: „Nicht an die eigenen Leute zu glauben, das wäre wirklich falsch gewesen. Wir werden in dieser Saison schließlich noch jeden einzelnen im Kader brauchen!“ Zudem hätten die Hessen „Biss und die richtige Haltung“ gezeigt, als es anschließend darauf ankam, und in Satz vier wieder die Konzentration vom Beginn an den Tag gelegt. Zwar wurde es zum Schluss hin noch einmal etwas spannender, am sicheren Heimsieg kamen jedoch keine echten Zweifel mehr auf.

Uniteds bleiben im Mittwochs-Rhythmus

Gegen seinen früheren Club kam auch der japanische Nationalmannschaftskapitän Masahiro Yanagida zu ersten Kurzauftritten. In die Scorer-Liste konnte sich „Masa Superstar“, der erst am Samstag vom World Cup in seiner Heimat in der Mainmetropole eingetroffen war, zwar noch nicht eintragen. Dafür schnellten die Follower-Zahlen der United Volleys bei Twitter und Instagram während und nach dem Spiel erneut im vierstelligen Bereich in die Höhe. Auf dem Court war an diesem Tag jedoch Holland-Hammer van Rekom mit 16 Angriffspunkten, zwei Blocks und zwei Service-Winnern der entscheidende Mann und wurde verdient zum goldenen „MVP“ gekürt. Das nun für ihn und seine Teamkollegen bevorstehende spielfreie Wochenende bedeutet zugleich, dass die Uniteds ihre nächste Hausaufgabe erneut unter der Woche erledigen müssen. Am kommenden Mittwoch sind die von Experten hocheingeschätzten Powervolleys aus Düren in der Fraport Arena zu Gast. Tickets können hier reserviert werden.