BEEINDRUCKENDER „RIDE OF THE VALKIERS“

  • United Volleys schlagen Top-Team Düren klar mit 3:0
  • DeRocco sieht einen „Sieg des Charakters“
Jean-Philippe Sol und Kapitän Milija Mrdak (18 Punkte) gehörten gegen Düren zu den stärksten Akteuren. (Foto: Corinna Seibert)

Nicht immer fand Wagners „Walkürenritt“ vor einem positiven Hintergrund Verwendung – Man denke nur an den Coppola-Klassiker „Apocalypse Now“. Doch jener „Ride of the Valkiers“, den United Volleys-Zuspieler Matthias Valkiers und seine Teamkollegen am Mittwochabend im erfolgreichen Erstligaduell gegen die SWD Powervolleys Düren vollführten, begeisterte die Zuschauer in der Fraport Arena von der Ouvertüre bis zum „Grande Finale“ des 3:0 (25:16, 25:22, 25:20)-Siegs – mit Ausnahme von fast 100 Düren-Unterstützern, die vornehmlich wegen ihrer „Local Heroes“ Philipp Schumann, Ex-Zweitligaspieler in Rüsselsheim, und dem Mainzer Tobias Brands, inzwischen beide in Diensten der Powervolleys, gekommen waren.

„Sonnenkönig“ Sol macht die „Big Points“

Das erwartete Duell auf Augenhöhe bekamen sie trotz des gar nicht einmal so einseitigen Heimvorteils auf den Rängen im Auftaktsatz dennoch nur in den ersten Ballwechseln zu sehen. Danach setzten sich die Hausherren Punkt für Punkt ab, führten früh mit 12:7 und bald sogar mit 17:10. Ganze neun Satzbälle hatten die Uniteds, bei denen diesmal von Beginn an vor allem Kapitän Milija Mrdak von der Diagonalposition „losballerte“, und nutzen diesmal bereits den zweiten. In nächsten Durchgang gab es jedoch ein ganz und gar umgekehrtes Bild: Düren legte vor und profitierte ein ums andere Mal von Frankfurter Angriffsversuchen, die knapp im Aus landeten. Bis zum 14:17 liefen die Hessen einem Rückstand hinterher, um dann eine an ihrem Höhepunkt geradezu epische Aufholjagd zu starten.

Als sie gerade zum 22:22 ausgeglichen hatten, schlug die Stunde des Franzosen Jean-Philipp Sol. Zwei Asse des „Sonnenkönigs“ mit dem markanten Kahlkopf ließen die Powervolleys nach vorangegangenem United-„Monsterblock“ weiterhin mit leeren Händen dastehen. Und auch in Satz drei, der bereits der letzte sein sollte, war „Pèj“ im entscheidenden Moment zur Stelle. Wendepunkt des Dramas war diesmal der Spielstand von 10:10, als die United Volleys einen 8:5-Vorsprung zur ersten Technischen Auszeit wieder abgegeben hatten. Eine Blockserie von Sol mit Angriffsunterstützung durch den „Fliegenden Holländer“ Floris van Rekom bescherte das vorentscheidende 15:10. Wenig später konnten die Frankfurter den verdienten Schlussapplaus ihres Publikums genießen, als ausgerechnet Rückkehrer Schumann nach mehren gewaltigen Highspeed-Aufschläge einen Angriff neben die Linie gesetzt hatte.

Dienstag Spitzenbegegnung in Friedrichshafen

Zu Recht konnte Cheftrainer Stelio DeRocco danach einen „Sieg des Charakters gegen einen sehr starken und routinierten Gegner“ bejubeln, der gezeigt habe, wie hart die gerade begonnene Meisterschaftsrunde für alle Beteiligten werde. „Als wir im zweiten Satz hinten waren und etwas unseren Rhythmus im Aufschlag- und Umschaltspiel verloren hatten, haben wir nicht auf die Punkte und Zwischenstände geschaut, sondern sind ruhig geblieben und haben zu unserer Stärke zurückgefunden. Genau das ist es, was diese Mannschaft ausmacht: Erfahrung und Erfolgs-Mentalität“, lobte „The Rock“.

Beides werden Regisseur und „MVP“ Valkiers & Co. bei dem Programm, das ihnen nun bevorsteht, weiter benötigen. Am Wochenende geht es zum Pokal-Achtelfinale beim Drittligisten Lüneburg II, besetzt mit mehreren ehemaligen Erst- und Zweitligaspielern. Und von dort aus reisen die Uniteds mit nur wenigen Stunden Zwischenstopp in der Heimat weiter an den Bodensee, wo sie am Dienstag (live auf SPORT1) als Tabellenzweiter auf den aktuellen Dritten und Rekordmeister VfB Friedrichshafenmit Ex-United-Coach Michael Warm treffen.