AUFSCHLAG FÜR DEN „SERVICE-SAMURAI“

  • United Volleys erwarten zur Heimpremiere am Mittwoch Bühl
  • Erster Saisonauftritt für Japan-Star Masahiro Yanagida
Das Team der United Volleys ist bereit für das erste Saisonheimspiel in Frankfurt. (Foto: Manfred Neumann)

Die Letzten werden die Ersten sein – Nach diesem Motto gehen die United Volleys 2019/20 ins Rennen um die Deutsche Meisterschaft, mittlerweile das fünften Jahr in Folge in der Fraport Arena. Die Konkurrenz hatte fast durchweg bereits zwei Partien absolviert, als „Frankfurts Größte“ am vergangenen Freitag auswärts gegen die HEITEC Volleys Eltmann endlich in die Saison starten durften und beim 3:1 gegen den Aufsteiger aus Franken zumindest phasenweise ihr enormes Potenzial aufblitzen ließen. Nachdem gleich mehrere seiner Spieler weite Teile der Vorbereitung aufgrund von Nationalmannschafts-Verpflichtungen verpasst hatten, war dies für Cheftrainer Stelio DeRocco ein mehr als ordentlicher Auftritt.

Große Kulisse, große Spiele

Bei der Heimpremiere am Mittwoch um 19.30 Uhr gibt ein Akteur auf Seiten der Gastgeber sogar erst seinen Einstand: Masahiro Yanagida, der „Kamikaze-Aufschläger“ aus Japan, konnte wegen des FIVB World Cups in seiner Heimat beim Auftakt in der Bamberger brose ARENA noch nicht dabei sein. Seit seiner Ankunft am Samstagmorgen ist er im Training voll dabei und freut sich auf jeden japanischen Fan, der ihn in der internationalen Metropole Frankfurt von der Tribüne aus anfeuert. Medial hat er bereits die Erwartungen erfüllt: Seit das japanische Fernsehen in der vergangenen Woche über seine Abreise nach Deutschland berichtete, sind die ohnehin schon beachtlichen Follower-Zahlen der United Volleys bei Instagram und Twitter noch einmal um einiges nach oben geschnellt.

Auch der Rest des Teams will von Anfang an unter Beweis stellen, dass die Uniteds zuhause in teils neuer Besetzung weiterhin eine Macht sind. „Immer dann, wenn wir vor einer großen und lauten Kulisse vor unseren eigenen Anhängern gespielt haben, dann waren das herausragende Matches, zum Beispiel gegen den damaligen Tabellenführer Unterhaching oder in der Champions League gegen Thessaloniki und Ankara“, erinnert sich DeRocco. Und auch Nationalspieler Tobias Krick freut sich, nach aufregenden Wochen in der Nations League und bei der Europameisterschaft wieder in seinem „Wohnzimmer“ aufschlagen zu dürfen. Dass der Start bei dem umfangreichen internationalen „Vorprogramm“ schwerlich optimal verlaufen kann, verdeutlichte noch einmal der Supercup in der Hannoveraner TUI Arena am vergangenen Sonntag. Beide Kontrahenten, Sieger Berlin und der unterlegene VfB Friedrichafen, offenbarten dabei auf dem spektakulären LED-Glasboden ihrerseits spielerisch durchaus noch Luft nach oben.

Ein Wiedersehen auf beiden Seiten

Der kommende United-Gegner freilich ist auch nicht ohne, trägt die Angriffslust gewissermaßen schon im Namen. Die Bisons aus Bühl wollen nach Platz acht in der zurückliegenden Spielzeit diesmal weiter oben angreifen, mit Ex-Juniorenbundestrainer Johan Verstappen an der Seitenlinie. Der albanische Diagonalangreifer Anton Qafarena machte bereits in der vergangenen Saison von sich reden, mit Alpar Szabo haben die Badener sich aus Herrsching einen der stärksten Mittelblocker geschnappt. Was sie draufhaben, demonstrierten die Bisons vorige Woche, als sie in eigener Halle Rekordmeister Friedrichshafen am Rande einer Niederlage hatten.

Bester Mann und „MVP“ war dabei mit Stefan Thiel ein früherer Frankfurter im Bühler Kader. Während er sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten am Main freuen dürfte, ist es bei den United Volleys ausgerechnet „Masa-Hero“ Yanagida, der gleich beim ersten Auftritt auf seinen ehemaligen Club trifft. Vor den Aufschlägen des „Service-Samurai“ aus Tokio dürften die Gäste also gewarnt sein. Die eine oder andere Überraschung sollte DeRoccos Männer aber dennoch noch im Köcher haben, und mit dem Frankfurter Publikum dazu noch ein Extra-Ass im Ärmel. Tickets sind hier erhältlich.