ABSCHIED FÜR DEN „UR-NITED“

  • United Volleys in Zukunft ohne Mittelblocker Georg Escher
  • Vor vier Jahren einer der Männer der ersten Stunde in Frankfurt
Vier Jahre lang Feuer und Flamme für die United Volleys: Mittelblocker Georg Escher. (Foto: Corinna Seibert)

Im Mittelblock der United Volleys Frankfurt bricht eine neue Ära an. Wenn es im Oktober wieder in der 1. Volleyball Bundesliga losgeht, wird einer fehlen, der seit dem ersten Auftritt des Teams in der Fraport Arena vier Jahre zuvor eine verlässliche Größe im Kader war: Georg Escher wird in Zukunft anderswo den „BrEscher“ am Netz spielen und vor den gegnerischen Angreifern seine „Berliner Mauer“ hochziehen. Vom Ligakonkurrenten Netzhoppers KW an den Main gewechselt, gehörte der heute 24-jährige 2015 zu den allerersten Neuverpflichtungen der hessischen Newcomer und war fortan fester Bestandteil der ebenso jungen wie außergewöhnlichen United-Erfolgsgeschichte, vom dreimaligen Gewinn der Bronzemedaille in der Deutschen Meisterschaft über den Halbfinal­einzug im CEV Cup bis hin zur Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League.

2017 Debüt in der Nationalmannschaft

Wer den 2,04-Meter-Mann einmal losberlinern hörte, konnte kaum glauben, dass dieser vor dem Umzug in seine Wahlheimat an der Spree ursprünglich in Sachsen, genauer gesagt im Erzgebirge, großgeworden war und dort das Volleyballspielen erlernte. Ähnlich gut und schnell hatte er sich auch im Rhein-Main-Gebiet eingelebt und galt nicht nur beim Frankfurter Publikum als absoluter Sympathieträger. Auf die Anerkennung als echter „SchoppestEscher“ in der Heimat von Riesling und Äppelwoi folgte mit dem „Eschermittwoch“ in den Social Media-Kanälen der United Volleys die endgültige „Einbürgerung“ im Hessenland. Auch abseits des Spielfelds engagierte sich der Jura-Fernstudent und übernahm Verantwortung, wurde im vergangenen Jahr etwa zu einem der Sprecher der neugegründeten hessischen Athletenvertretung gewählt.

Parallel dazu entwickelten sich die sportlichen Leistungen nach oben. Auch in der zurückliegenden Spielzeit stand Escher regelmäßig auf dem Feld. Schon 2017 war das auch Bundestrainer Andrea Giani nicht verborgen geblieben. Im Rahmen der World League durfte Georg Escher sein Debüt in der DVV-Auswahl geben. Auch in diesem Sommer hält er sich wieder im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft für mögliche Einsätze bereit. Wohin ihn sein sportlicher Werdegang auf Vereinsebene führen wird, ist hingegen noch völlig offen. „Ich warte jetzt erst einmal ab, welche Angebote auf mich zukommen, und habe vor, auch in den kommenden Jahren auf höchstem Niveau zu spielen und mein Potenzial weiter auszureizen“, kündigt er an. Sein künftiger Club darf sich in jedem Fall auf einen ebenso ehrgeizigen wie zuverlässigen Neuzugang freuen.

Auch menschlich eine echte Verstärkung

„Ich kann mich nur bei allen Mitspielern und Mitarbeitern bei den United Volleys und den vielen Leuten im Umfeld für die großartigen vier gemeinsamen Jahre bedanken“, blickt Escher rundum positiv auf seine Zeit in Frankfurt zurück. Und auch die Verantwortlichen im Management wissen, was sie an ihrem „Ur-nited“ hatten. „Wir haben in der Mitte mit Paul Henning und Louis Kunstmann noch zwei große deutsche Nachwuchshoffnungen im Kader. Um wieder ganz oben angreifen zu können, brauchen wir dazu neben Tobias Krick einen weiteren internationalen Top-Mann mit viel Routine“, erläutert der Sportliche Leiter Klaus Jürgen Weber. „Für Georg haben wir damit nicht mehr die Perspektive gesehen, bei uns die umfangreiche Spielpraxis zu bekommen, welche ein aufstrebender Volleyballer seiner Qualität jetzt braucht.“ Die dürften ihm andere Vereine nur allzu gern gewähren, bekommen sie neben einem Klasse-Mittelblocker doch zugleich auch menschlich eine echte Verstärkung.