UNITED VOLLEYS MIT PLAYOFF-WIEDERAUFERSTEHUNG

  • Frankfurter drehen 0:2-Satzrückstand zum Tiebreak-Sieg gegen Lüneburg
  • Ausgleich in der „best of three“-Serie und Entscheidungsspiel in Hamburg
Angeführt vom starken „MVP“ Buculjevic (Mitte) schafften die United Volleys die Wende gegen Lüneburg. (Foto: Corinna Seibert)

Als United Volleys-Cheftrainer Stelio DeRocco nach der 1:3-Niederlage im ersten Playoff-Viertelfinale gegen die SVG Lüneburg am Samstag von den Comeback-Qualitäten seiner Männer sprach, ahnte er wohl selbst nicht, wie sehr er dabei noch untertrieben hatte. Im zweiten Duell mit den „LüneHünen“ schafften es die Frankfurter Erstligavolleyballer am Mittwochabend nämlich, einen 0:2-Satzrückstand zu einem 3:2 (22:25, 23:25, 25:19, 25:21, 15:13)-Tiebreak-Sieg zu drehen. Statt dem vorzeitigen Aus im Kampf um die Deutsche Meisterschaft bescherte dieses vorösterliche Wiederauferstehungs-Wunder in der Fraport Arena den Uniteds ein drittes, entscheidendes Spiel, welches am Sonntagabend wiederum auswärts in Hamburg stattfinden wird.

Topscorer Fragkos mit breitem Andreaskreuz

Wenn man die Leistung der Hessen aber schon mit dem nahen Osterfest in Verbindung bringen will, darf man dabei den Spieler nicht vergessen, der mit einer überragenden Leistung maßgeblich zu diesem Erfolg beitrug: der griechische Januar-Neuzugang Andreas Fragkos, in dessen Heimat die bevorstehenden Feiertage bekanntlich ganz besonders groß gefeiert werden. Gleich 23 Punkte steuerte der Athener bei einer Angriffs-Erfolgsquote von eindrucksvollen 65 Prozent zum Sieg gegen Lüneburg bei, nur noch getoppt vom SVG-Diagonalen Ryan Sclater mit 30 Zählern. Während der Kanadier aber erneut fast eine One-Man-Show ablieferte, glänzten bei den United Volleys auch Fragkos‘ Kollegen Moritz Karlitzek (19) und Milija Mrdak (15) mit starken Werten. So lieferten die Hausherren ihren norddeutschen Gästen schon in den ersten beiden Durchgängen einen leidenschaftlichen Kampf, leisteten sich dabei allerdings noch zu viele unnötige Fehler.

Gleich mehrfach endeten engagierte Abwehraktionen erst in den Werbebanden rund um das Spielfeld. Speziell in Satz zwei waren die Uniteds auf diese Weise lange tonangebend und führten bis zum 17:14. Dann jedoch brachten Sclaters „big points“ und mehrere heiße Diskussionen mit dem Schiedsgericht die Wende zuungunsten der Frankfurter. So war es diesmal ausgerechnet die bei den Sportlern eigentlich nicht sonderlich beliebte Zehn-Minuten-Pause, die den Umschwung brachte. Mit 5:1 erwischten die United Volleys einen Start nach Maß in Durchgang drei, wobei sich besonders Lucas Van Berkel in der Mitte hervortat. Beim Stand von 19:17 schien der deutliche Vorsprung zwar noch einmal zu wackeln, bevor Fragkos nach Hammer-Aufschlag von Mrdak zum 21:17 blockte. Fortan stand der Grieche endgültig mit ganz breitem Andreaskreuz auf dem Feld und schien zeitweise kaum noch zu stoppen.

Schlagabtausch auf Augenhöhe im Tiebreak

Satz drei eröffnete Moritz „Air“ Karlitzek mit einem dreifach-Schlag: Angriff über Außen, Punkt aus dem Hinterfeld und noch ein Ass zum 4:2 hinterher. Wieder lagen die Uniteds lange und scheinbar beruhigend in Front. Endgültige Sicherheit und den Satzausgleich brachte aber erst ein weiterer Fragkos-Block am Ende einer der vielen spektakulären Rallys, die sich die beiden erbittert um jeden Ball kämpfenden Teams lieferten. Als „Milijanär“ Mrdak es ihm zum 24:19 nachmachte, standen die gut 1.100 begeisterten Zuschauer bereits. Der dann folgende Tiebreak war der  Schlagabtausch auf Augenhöhe, welchen man angesichts dessen, was nun für beide Mannschaften auf dem Spiel stand, erwarten konnte. Lüneburg meldete sich mit zwei Assen von Mittelblocker Michel Schlien zurück, konnte sich jedoch nicht entscheidend absetzen.

Mrdak erblockte die 12:10-Führung für United, kurz darauf stand es aber wieder 13:13. Ein SVG-Aufschlagfehler bescherte den Frankfurtern den Matchball. Den Service des eingewechselten Kapitäns Sebastian Schwarz konnte Lüneburg nur zurückpritschen, woraufhin Mrdak das Zuspiel seines serbischen Landsmanns Maksim Buculjevic im hinteren Eck des gegnerischen Feldes versenkte. Buculjevic hatte zu Beginn des dritten Satzes von Adam Kocian übernommen und wurde für seinen Anteil am Erfolg der United Volleys zum „Most Valuable Player“ gekürt. „Wir haben ihnen den Sieg heute mit einer echten Willensleistung entrissen und wollen diesen Flow jetzt auch am Sonntag nutzen“ erklärte Mrdak, seit Montag frischgebackener Vater einer kleinen Tochter. Allerdings „hat Lüneburg wieder gezeigt, wie gefährlich die Mannschaft ist“, wies Cheftrainer DeRocco darauf hin, dass die United Volleys sicherlich ein weiteres Mal über sich hinauswachsen müssen, um die vierte Halbfinalteilnahme hintereinander zu schaffen.