„DIESMAL EIN ‚SUDDEN DEATH‘-MATCH FÜR BEIDE“

  • United Volleys kämpfen am Sonntag um den Halbfinaleinzug
  • Gegen Lüneburg muss im Hamburg ein Auswärtssieg her
Nach ihrer „Wiederauferstehung“ vom Mittwoch wollen die United Volleys auch am Sonntag siegen und ins Halbfinale einziehen. (Foto: Corinna Seibert)

Totgesagte leben bekanntlich länger, und so werden die United Volleys am Samstag ihre zweite Auswärtsreise binnen acht Tagen in gänzlich anderer Stimmung antreten als bei der Rückkehr eine Woche zuvor. „Es fühlt sich einfach großartig an, wieder nach Hamburg fahren zu dürfen“, findet Cheftrainer Stelio DeRocco. Nach der Niederlage im ersten Playoff-Viertelfinale gegen die SVG Lüneburg und dem 0:2-Satzrückstand vor eigenem Publikum in der Fraport Arena habe seine Mannschaft am Mittwoch „mit dem Rücken zur Wand“ gestanden. Mit einer „unglaublichen Einstellung“ hätten die Frankfurter Spieler jedoch „nicht aufgegeben und ein fantastisches Comeback abgeliefert.“ Durch den umjubelten Tiebreak-Erfolg holten sie sich den Ausgleich in der „Best of three“-Serie.

Neue Optionen und „der Flow“

„Das war ein sehr wichtiger Sieg, der zum ‚Game Changer‘ werden könnte. Jetzt haben wir am Sonntagabend ein ‚Sudden Death‘-Match für beide Teams“, freut sich DeRocco. Die Partie in der Hansestadt steigt ab 19 Uhr in der CU Arena und wird wie gewohnt live auf sportdeutschland.tv übertragen. Die nun entstandene Spannung werde beide Seiten beflügeln und zu absoluten Höchstleistungen antreiben, ist sich der erfahrene Coach sicher. Während Lüneburg in der Hansestadt auf den Heimvorteil zählen kann und garantiert noch mehr Unterstützer als bei der ersten Begegnung zusammenbringen wird, haben die Uniteds immerhin die letzten drei Sätze gegen die Norddeutschen gewonnen. „Wir müssen das gleiche hohe Level beibehalten, nicht nur spielerisch, sondern auch, was Konzentration, Beharrlichkeit, Selbstbewusstsein und Siegeswille angeht“, betont DeRocco. „Das alles müssen wir auf die Spielfläche bringen, denn da zählt es.“

„Wir sind jetzt in einem guten Flow“, hatte am Mittwoch schon Diagonalangreifer Milija Mrdak festgestellt. Der Serbe hatte inzwischen auch Gelegenheit, sein neugeborenes Töchterchen Monika kennenzulernen, was ihm zusätzliche Kräfte verschaffen sollte. Es spricht für die Professionalität des einstigen U19-Weltmeisters, dass er dennoch kein einziges Training während dieser wichtigen Saisonphase versäumte. Mit den herausragenden Auftritten, die in der Fraport Arena auch Regisseur Maksim Buculjevic und der Grieche Andreas Fragkos zeigten, hat das United-Spiel weitere starke Optionen bekommen. Buculjevics Positionskollege Adam Kocian hatte schließlich beim ersten Playoff-Aufeinandertreffen mit Lüneburg nach seiner Einwechslung entscheidend zum Satzgewinn beigetragen, Moritz Karlitzek erweist sich regelmäßig als Topscorer-Kandidat und Kapitän Sebastian Schwarz demonstrierte nicht nur mit seinem siegbringenden Aufschlag zum Matchball, wie wertvoll er mit seiner großen internationalen Erfahrung ist.

Playoff-Viertelfinale ausgeglichen wie nie

Dennoch wissen die United Volleys auch um die sportliche Klasse ihres Gegners, gegen den in der laufenden Bundesligasaison bislang eine 2:2-Bilanz plus die Niederlage im Pokal zu Buche steht. Überhaupt unterstreichen die bisherigen Playoff-Duelle, wie eng es im deutschen Volleyball-Oberhaus in dieser Spielzeit zugeht. Einzig Rekordmeister und Hauptrunden-Tabellenerster Friedrichshafen steht nach zwei Siegen gegen Bühl bereits im Achtelfinale. Die Paarungen Berlin gegen Düren und Haching gegen Herrsching gehen ebenfalls in die Verlängerung. Für den Sieger der Partie in Hamburg sind damit tatsächlich noch ganze vier Kontrahenten im Halbfinale denkbar. Die enorme Chance, die sich daraus für alle Mannschaften ergibt, wollen natürlich auch die „LüneHünen“ nutzen. Eines ist somit sicher: „Solche Spiele brauchen keine Extra-Motivation“, weiß Stelio DeRocco. „‚Win or go home‘ – Diese Ausgangslage ist Ansporn genug. Und wir haben sie uns schließlich hart erarbeitet!“