„BASSI“ SAGT „BASTA!“

  • United Volleys-Kapitän Sebastian Schwarz beendet Karriere
  • Champions League-Sieg und WM-Bronze als Highlights
United-Cheftrainer Stelio DeRocco und Geschäftsführer Jörg Krick müssen zukünftig ohne ihren Kapitän Sebastian Schwarz (Mitte) auskommen.

Es war eine stimmungsvolle Abschlussfeier, zu der die United Volleys Frankfurt am Freitagabend rund 100 Freunde, Helfer und Unterstützer in die Wintersporthalle eingeladen hatten. Die vielen außergewöhnlichen Momente der Bundesliga- und Champions League-Saison 2018/19 wurden noch einmal ausgiebig gewürdigt und der 59. Geburtstag von Cheftrainer Stelio DeRocco mit einer „Italian Stallion“-Piñata vorgefeiert, die der Kanadier kunstgerecht per Eishockeyschläger zertrümmerte. Ein wenig Wehmut kam allerdings doch auf, als Mannschaftskapitän Sebastian Schwarz sein Karriereende verkündete, über das er Verein und Teamkollegen bereits vor einigen Monaten informiert hatte: „Ich glaube, das ist jetzt der richtige Moment, um einen Schlusspunkt zu setzen, nachdem ich hier noch einmal eine echt geile Zeit hatte“, so der 33-jährige.

In allen europäischen Top-Ligen am Ball

In der Tat kann der gebürtige Freudenstädter auf eine Laufbahn zurückblicken, bei der nur wenige einheimische Volleyballer mithalten können: Champions League-Sieger mit Friedrichshafen, WM-Bronze, Olympiafünfter 2012 in London, zwei deutsche Meistertitel sowie vier Pokalgewinne in Deutschland und einer in Polen. Mit weiteren Stationen in Italien und Russland war er in allen europäischen Top-Ligen am Ball. „Das waren wunderschöne 15 Jahre. So lange auf diesem Niveau spielen zu können, ist ein echtes Privileg, für das ich unendlich dankbar bin“, betont der Routinier, den alle seine Mitspieler nur „Bassi“ nennen. Jetzt sei aber der Zeitpunkt gekommen, „Basta!“ zu sagen und sich anderen Dingen zuzuwenden, an erster Stelle der Familie mit Ehefrau Sarah und der gemeinsamen kleinen Tochter.

Einfach fiel ihm die Entscheidung, die er für sich schon im Dezember getroffen hatte, dennoch nicht: „Ich hänge natürlich am Verein und an der Mannschaft hier und glaube, dass es in Frankfurt in den kommenden Jahren noch einige Erfolge zu feiern geben wird.“ Die erstmalige Teilnahme an der Champions League und das Erreichen der Gruppenphase seien zum Abschluss noch einmal absolute Höhepunkte gewesen, hätten das Team aber auch viel Kraft gekostet, „sonst wäre in dieser Saison sicherlich noch mehr drin gewesen.“ Auch die drei Viertelfinal-Begegnungen mit Lüneburg hätten noch einmal „alles an Spannung und Drama geboten, was Volleyball ausmacht“ – ein würdiges Ende also. „Sebastian kann stolz sein auf eine herausragende internationale Karriere“, findet auch United-Cheftrainer Stelio DeRocco, einst selbst Nationalspieler für sein Heimatland und „MVP“ der italienischen Liga.

„Wichtige Phase geprägt“

Schwarz sein ein „großartiger Anführer“ gewesen, „immer der erste und der letzte beim Training, und das jedes Mal mit größter Disziplin und Freude.“ Auch auf dem Spielfeld habe er die Chefrolle perfekt ausgefüllt und alles für den Erfolg gegeben. Wie er nach den Verletzungsproblemen der Vorsaison noch einmal zurückgekommen sei, sei beeindruckend: „Diese Professionalität macht ihn zu einem Vorbild für alle jüngeren Spieler. Und für mich war es ein Vergnügen und eine Ehre, ihn zu coachen“, erklärt DeRocco. „Als Nachfolger von Christian Dünnes hat auch Sebastian eine wichtige Phase bei den United Volleys geprägt“, schließt sich Geschäftsführer Jörg Krick an. „Er kann mit Fug und Recht von sich sagen, als Spieler alles erreicht und das Optimum herausgeholt zu haben. Ich hoffe, dass er der Volleyballgemeinde mit seinem Wissen und seinen Fähigkeiten in irgendeiner Form erhalten bleiben wird.“