UNITED VOLLEYS TREIBEN SPANNUNG AUF DIE SPITZE

  • Frankfurter beenden Niederlagenserie mit einem Paukenschlag
  • 3:2-Sieg beim Tabellenführer Hypo Tirol AlpenVolleys Haching
Ausgerechnet gegen den Tabellenführer konnten die United Volleys endlich wieder einen Sieg bejubeln. (Foto: Corinna Seibert)

Ausgerechnet beim Tabellenführer Hypo Tirol AlpenVolleys Haching haben die United Volleys am Samstagabend nach sechs Pflichtspiel-Pleiten in Serie ein grandioses Comeback gefeiert. Mit 3:2 (20:25, 25:17, 19:25, 25:23, 15:10) brachten sie dem deutsch-österreichischen Liga-Primus die dritte Saisonniederlage bei. Nach dem 3:0-Erfolg der Uniteds im Hinspiel war es sonst nur dem Deutschen Meister Berlin gelungen, die AlpenVolleys zu bezwingen. „Das war ein unglaubliches Spiel und eines, das wir wirklich gebraucht haben“, freute sich der Frankfurter Cheftrainer Stelio DeRocco. Dabei hatte zu Beginn der Partie noch nichts auf eine Überraschung in der Innsbrucker Olympiahalle, wo die Hachinger den größten Teil ihrer Heimspiele austragen, hingedeutet. Erneut leisteten sich die Hessen zu viele Fehler, schafften es aber im Verlauf des ersten Satzes immerhin, sich zu stabilisieren – unter anderem dank guter Aufschläge des Amerikaners Tanner Syftestad und von Youngster Paul Henning.

Niemals aufgegeben

Henning stand diesmal wieder in der Anfangsformation, nachdem „Ur-nited“ Georg Escher die Reise nach Tirol mit Rückenbeschwerden sicherheitshalber nicht angetreten hatte. Anders als erhofft, fehlten dem Trainergespann damit jegliche Alternativen im Mittelblock. Dessen ungeachtet zahlte sich die spielerische und emotionale Steigerung der Uniteds in Durchgang zwei prompt aus. Vor allem der Frankfurter Block war jetzt besser postiert und vermochte nahezu jedem Hachinger Angriff die Schärfe zu nehmen. Hatten sich die Gastgeber zuvor noch so zuverlässig wie ein gut geölter Skilift präsentiert, wirkten sie nun zunehmend ratlos. Das setzte sich zunächst auch in Satz drei fort, in dem die United Volleys schnell wieder mit 6:2 führten. Nach der Einwechslung von Douglas Da Silva für Pedro Frances in der Mitte konnten sich die AlpenVolleys jedoch wieder heranarbeiten.

Erstmals in Rückstand gerieten die Uniteds, nachdem der erste Schiedsrichter einen Angriff von Kapitän Sebastian Schwarz im Aus gesehen hatte – nicht die einzige einsame Entscheidung des Unparteiischen. Der Bruch im Spiel der Gäste war nach dem 13:14 klar zu erkennen, ein ums andere Mal wurden sie geblockt oder droschen die Bälle ins Aus, standen sich also vor allem selbst im Weg. Positiv jedoch: Auch nach dem 1:2-Satzrückstand gaben sich Schwarz & Co. nicht auf und kämpften weiter um jeden Punkt. „Das hat unser Spiel heute ausgezeichnet. Einsatz, Glaube und Charakter meiner Mannschaft waren ausschlaggebend“, lobte Coach DeRocco. Weil sich der Hachinger Block weiterhin als gewaltige Alpen-Gebirgskette präsentierte und ein abgepfiffenes Zuspiel von United-Libero für neuerliche Diskussionen sorgte, lagen die Frankfurter dennoch wieder mit drei Punkten zurück.

„Jeder einzelne ist wichtig“

Dann aber machte sich bezahlt, was der Cheftrainer so beschrieb: „Dieses Match hat gezeigt, dass jeder einzelne wichtig ist. Wenn alle ihren Beitrag leisten, macht uns das besser, im Training wie am Spieltag.“ Schon zu Beginn des Satzes war Syftestad auf der Diagonalposition für Milija Mrdak ins Spiel gekommen, später ersetzte Andreas Fragkos auf Außen Moritz Karlitzek. Mit mehr Geduld provozierten die Uniteds Fehler auf Seiten der Hausherren. Nach starker Zenger-Abwehr schaffte Lucas Van Berkel den Anschluss zum 9:10. Paul Henning erblockte die Führung und sorgte mit einem Ass dafür, dass Haching sich nicht erneut absetzen konnte. Mit cleveren Aufschlägen von Van Berkel und Maksim Buculjevic, der im Zuspiel den Vorzug vor Adam Kocian bekommen hatte, blieben die United Volleys vorn. Und nachdem den AlpenVolleys doch noch der Ausgleich gelungen war, setze der spätere „MVP“ Buculjevic mit einem Einerblock den Schlusspunkt, durch den die Flachländer aus dem Rhein-Main-Gebiet die Spannung auf die (Berg-)Spitze trieben.

In gleicher Manier eröffnete der Kanadier Van Berkel den Tiebreak, in welchem Frankfurt von Beginn an am Drücker war. 8:6 führten die Uniteds beim Seitenwechsel. Die Endphase gehörte dann Tanner Syftestad. Nachdem er das vorentscheidende 14:10 erschmettert hatte, servierte er einen Aufschlag, der postwendend zurückkam und von Paul Henning nur noch ins Hachinger Feld gedonnert werden musste – Der Rest war pure Freude. „Wir hatten eine hervorragende Trainingswoche, in der wir viele Dinge angegangen sind. Dieser Sieg gegen den Tabellenführer gibt uns auf jeden Fall Selbstvertrauen, genau so müssen wir weitermachen“, blickte Stelio DeRocco bereits voraus. Selbst Platz fünf in der Hauptrunde scheint nun wieder denkbar, allerdings müssen die United Volleys dafür wohl alle verbleibenden Partien deutlich gewinnen. Die nächste steht am kommenden Samstag in der Fraport Arena gegen den VC Olympia Berlin an. Tickets gibt es hier.