SCHWARZ ALS ENTSCHEIDENDER LICHTBLICK

  • United Volleys bringen drei Punkte aus Bühl nach Hause
  • Nur noch einen Zähler Rückstand auf Tabellenplatz fünf
Routinier Sebastian Schwarz konnte als „MVP“ gegen Bühl mit seiner Leistung durchaus zufrieden sein. (Foto: Corinna Seibert)

Es war kein glanzvoller Sieg, den die United Volleys am Mittwochabend in Bühl einfuhren. Dafür jedoch ein umso wichtigerer und ersehnter. Nach dem 3:1 (25:18, 25:23, 23:25, 25:21) gegen die Volleyball Bisons sind die Frankfurter in der Tabelle bis auf einen Punkt an die fünftplatzierten SWD Powervolleys Düren herangerückt. Erlaubt sich der Konkurrent auch nur einen kleinen Ausrutscher, könnten die Uniteds mit einer perfekten Ausbeute aus den beiden verbleibenden Partien gegen den VCO Berlin am Samstag in der Fraport Arena und danach auswärts in Königs Wusterhausen vorbeiziehen und ihre Ausgangsposition für die Playoffs noch einmal verbessern. „In dieser Phase geht es für jedes Team noch um richtig viel, nachdem die Liga in dieser Saison so spannend wie lange nicht ist“, erklärte Cheftrainer Stelio DeRocco.

Kocian ersetzt Buculjevic

Das galt am Mittwoch freilich auch für die Gastgeber, die ihren Rang unter den besten Acht, der die Playoff-Teilnahme bedeutet, möglichst frühzeitig sichern wollten. „Deshalb war uns klar, dass das keine leichte Aufgabe wird. Ebenso aufgrund der jüngsten Ergebnisse der Bühler, die drei ihrer letzten vier Heimspiele gewonnen und selbst gegen Düren erst im Tiebreak verloren hatten“, so „The Rock“. Davon war in Durchgang eins freilich noch nicht allzu viel zu spüren. Schnell lagen die United Volleys mit drei Punkten vorn und bauten diese Führung kontinuierlich aus, bis Kapitän Sebastian Schwarz den Satzball an den Bisons-Block nagelte. So schien es auch weiterzugehen, doch ein anfänglicher Vorsprung war beim 8:8 in Satz zwei plötzlich verspielt. 13:16 lagen die Gäste wenig später zurück, nachdem die Annahme schwächelte und die Abstimmung zwischen Zuspiel und Angreifern litt.

Adam Kocian kam auf der Stellerposition für Maksim Buculjevic, die Wende leiteten allerdings erst Asse von Lucas Van Berkel und Milija Mrdak ein. Vorn waren die Uniteds jedoch erst wieder beim 24:23, als „Bassi“ Schwarz nach Aushilfs-Zuspiel von Libero Zenger erfolgreich war. Der 33-jährige WM-Dritte von 2014, der zuvor schon mit Links gescoret hatte, war in der „Crunchtime“ der entscheidende Lichtblick auf dem Feld und verwertete folgerichtig auch diesen Satzball, zu jenem Moment bereits sein elfter Punkt. Auf ihr Glück schienen die Hessen ausgerechnet an einem 13. auch danach weiter zu bauen, gerieten mehrfach ins Hintertreffen, konnten aber jedes Mal ausgleichen. 22:20 führten sie sogar, danach wechselte Fortuna jedoch die Seiten. Nachdem ausgerechnet der später zum verdienten „MVP“ gewählte Schwarz beim entscheidenden Angriff im Netz gelandet war, ging es in die Verlängerung.

Nächste Heimspieltermine am 16. März und 3. April

Der vierte und zum Glück letzte Durchgang begann nicht eben glorreich, als eine Bühler Angabe zum 5:7 einfach zwischen sämtlichen United-Spielern auf den Boden fiel. In der Folgezeit profitierte Frankfurt von der hohen Fehlerquote der Hausherren, leistete sich aber immer wieder auch eigene Aussetzer. Was fast immer funktionierte, waren die Hinterfeldangriffe von Moritz „Air“ Karlitzek, darüber hinaus wurden durchaus vorhandene Chancen, sich vorzeitig abzusetzen, lange Zeit konsequent nicht genutzt. Bis zum 17:17 blieben die Badener, bei denen inzwischen der Frankfurter Ex-Internatler Stefan Thiel hereingekommen war, auf Augenhöhe. Mit einem Netzaufschlag bescherten sie den Uniteds am Schluss jedoch gleich drei Matchbälle, von denen erstaunlicherweise gleich der erste genutzt wurde.

„Jeder der drei Punkte, die wir heute gewonnen haben, ist wertvoll, ganz besonders gerade einmal vier Tage nach der Rückkehr von unserem erfolgreichen Langstrecken-Trip nach Innsbruck“, war Coach DeRocco zufrieden, dass seine Spieler die zweifellos vorhandene Müdigkeit und den Druck des Gewinnen-Müssens weggesteckt hatten. Nun müssen die beiden noch ausstehenden Normalrunden-Aufgaben gegen den VC Olympia und die Netzhoppers noch einmal voll fokussiert angegangen werden. Ob und wie die United Volleys sich danach tatsächlich den vermeintlich „leichteren“ Viertelfinal-Gegner sichern konnten, muss sich ebenfalls noch weisen. Am 3. April, das steht zumindest schon fest, werden die Frankfurter in der heimischen Fraport Arena um das Weiterkommen kämpfen. Tickets sind ebenso wie für das VCO-Match an diesem Samstag hier erhältlich.